Work-Life-Balance während der Krisen-Modi

Gleichgewichtszustand für den Sinn des Lebens
Der Begriff der Work-Life-Balance steht, wenn man den im Internet beschriebenen Interpretationen Glauben schenken darf, hauptsächlich für ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Erwartungen für ein akzeptabel gestaltetes Berufsleben und einer möglichst bequemen und sorgenfreien Gestaltung, einer ausreichend zur Verfügung stehenden Freizeit.
In Deutschland wurde diese Weltanschauung in den Neunzigerjahren populär, indes die Idee eines vom Privatleben getrennten Berufslebens, die es miteinander auszubalancieren galt, älter ist und bis ins 19. Jahrhundert zurück reicht.
Der Kerngedanke der Work-Life-Balance ist, dass alle Menschen in jedem Beruf ausreichend Freizeit für Freunde, Familie und Partner sowie Hobbys und natürlich Ruhezeiten haben sollten. Wichtig ist, dass die Arbeit dabei nicht so viel Energie von uns verlangt und wir diese dann nicht mehr in das noch wichtigere Leben ausserhalb der Arbeit investieren können.
Wer diesen Spagat schafft, erreicht damit nicht nur ein hohes Motivationslevel für die Arbeit, sondern eben auch die Anreize, sich den privaten und schönen Dingen im Leben widmen zu können.
Generell werden der idealen Work-Life-Balance die folgenden vier Säulen zugrunde gelegt:
• Beruf und Finanzen: Dazu gehören Karriere, Geld, Erfolg.
• Soziales Umfeld: Dazu gehört der Umgang mit Freunden, Familie, Bekannten und Partner, Spass, Anerkennung, Unterstützung und Rückhalt.
• Gesundheit und Fitness: Dazu gehören Ernährung, Fitness, mentale Stärke, Erholung und Bewegung.
• Sinn und Kultur: Dazu gehören Selbstverwirklichung und Dinge, die unsere Sinne und Werte ansprechen.
Die genannten Eckpunkte der Work-Life-Balance haben deshalb für die Einzelperson je nach Lebensalter und Lebenssituation andere Schwerpunkte, auch in Abhängigkeit von der individuellen Antwort auf den Sinn des Lebens und der eigenen Auffassung von Glück.
Inzwischen hat die Work-Life-Balance einen zusätzlichen Work-Wellness-Faktor erhalten, bei dem man versucht das Berufs- und das Privatleben so zu koordinieren, dass die für sich präferierte Wohlfühl-Lebensqualität nicht eingeschränkt werden muss und damit ein dauerhaftes Ungleichgewicht gegenüber der Freizeitgestaltung unmöglich gemacht wird.
Viele Bürger befürchten, dass die Arbeit zu viel Kraft fordere, um in der Freizeit noch genügend Spass haben zu können und hinzukommt, dass sich Beruf und Privatleben durch die modernen Kommunikationstechniken weniger klar trennen lässt und dies sich auf Dauer als psychische Belastung erweisen und negativ auswirken wird.
Diese Besorgnis ist besonders während der Pandemie zum Vorschein gekommen, wo viele Arbeitnehmer ihre Arbeit im Homeoffice verrichteten und sie sich trotz individuellem Handlungsfreiraum und einer zugestanden Zeitsouveränität unwohl fühlten, da sich die gesunde Balance zwischen Privatem und Beruflichem verschob, die Eigenverantwortung zunahm und sich vom Unternehmen zum Einzelnen verschob.
Harmonien der unterschiedlichen Art
Der Mensch ist auf der Suche nach seiner persönlichen Work-Life-Balance in unterschiedlichen Richtungen unterwegs. Die einen wollen bei vollem Gehalt weniger arbeiten und trotzdem nicht als arbeitsscheu von dem leistungswilligen Teil der Gesellschaft oder den Altersruhegeldbeziehern angesehen werden, die auf ihre Arbeitsleistungen angewiesen sind.
Die anderen, welche als bekennende Anhänger der Spassgesellschaft das „Dolce far niente“, sprich das süsse Nichtstun, bevorzugen und dabei keine Skrupel haben, dem Leistungsgedanken abzuschwören, haben mit Beginn der Pandemie und dem nachfolgenden Ausbruch des Krieges einen gewaltigen Dämpfer bekommen.
Sie wurden gezwungen ihr Pläne für eine sorgenfreie Zukunftsgestaltung in allen Bereichen des Berufs- und Privatlebens auf den Prüfstand zu stellen und oft auch zu begraben, was eigentlich ein totales Umdenken erfordert hätte, was aber in vielen Fällen nicht geschah.
Das grosse Problem der modernen Work-Life-Balance ist, dass „Work“ kein Geld kostet, aber „Life“ sehr viel und deshalb eine ausgewogenen „Balance“ in den meisten Fällen nicht zu verwirklichen ist und deswegen Frust aufkommt, der zur Unzufriedenheit führt.
Wie einer unserer dauermitteilungsbedürftigen TV-Freizeit-Philosophen bemerkte, geht der Trend weg von Arbeit hin zu „Work“, von Essen hin in zu „Food“ oder der von der Strasse hin zu „Street“, wobei seine geistige „Think-Speed-Balance“ zu einem allgemeinen, ausbalanciertem, Kopfschütteln, zumindest bei dem geerdeten Teil der Zuschauer führte.
Er hat mir mit diesem anglistischen Neu-Sprech-Geschwafel eindeutig bewiesen, dass diese Spezies der selbsternannten Geistesgrössen mehr als entbehrlich sind und für ihre abgehobenen Schwurbeleien keine Sendezeit und Geld der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten vergeudet werden dürfte, was eine höchst notwendige, positive „Cancel Culture“ der Entbehrlichkeit mit sich bringen würde.
Das ändert aber trotzdem nichts daran, dass es sich besonders in diesen multiplen Krisenzeiten als kontraproduktiv und falsch erweist, die Arbeit und das Leben als Gegensätze zu begreifen und es mehr als ratsam ist, sich mit einer ausgewogenen „Work-Life-Integration“ zu beschäftigen.
Dabei muss man erkennen, dass eine sich im permanenten Gleichgewicht befindliche Balance nur in Ausnahmefällen realisieren lässt und man eine Flexibilität an den Tag legen muss, die den Anforderungen zu einer gemeinschaftlichen Krisenbewältigung gerecht wird.
Das betrifft gleichermassen die Anpassung an moderne Arbeitskonzepte als auch ein Verzicht auf eine energieintensive und Ressourcen vernichtende Freizeitgestaltung. Dabei wird es unterschiedliche Phasen geben, die ein variables Tempo erfordern, was einen harmonischen Wechsel zwischen Vollgas und Müssiggang erfordert.
Work-Life-Balance der Vergessenen
Es wird eindeutig ersichtlich, dass sich unsere Lebenswelt immer stärker in zwei Lager teilt und wir Bürger haben, die es sich leisten können über eine akzeptable Work-Life-Balance zu diskutieren und diese auch als Besserverdiener und Vermögende verwirklichen können, oder Bürger, die bei den Giesskannen-Entlastungspaketen der Regierung dauernd zu kurz kommen und nicht ausreichend genug Berücksichtigung finden.
Sie müssen sich über eine „Work-Work-Balance“ Gedanken machen, weil sie zwei oder drei schlecht bezahlte Jobs schultern müssen, um über die Runden zu kommen. Das betrifft ebenso viele Rentenbezieher, die anstatt in Ruhe ihren wohlverdienten Lebensabend geniessen, Beschäftigungen nachgehen müssen, um ihre schmale Rente aufbessern zu können, damit sie nicht zu Tafel-Besuchern oder Sozialhilfeempfängern werden.
Anstatt sich seriös mit dieser Problematik auseinanderzusetzen und für gezielt wirksame Hilfe zu sorgen, bleibt die Regierung ihrer undifferenzierenden Multi-Wumms-Attitüde treu, schafft permanent soziale Ungerechtigkeiten, die in ihrer Gestaltung und Finanzierung vom Bundesrechnungshof, zu allem Überfluss und zur Blamage der ausführenden Organe, noch als verfassungswidrig angesehen werden.
Besonders frustrierend ist für die von der Politik verlassenen und „vergessenen“ Bürger der Umstand, dass sie keine Wertschätzung erhalten, sich nicht geachtet und als Menschen „dritter Klasse“ fühlen, denen einen würdige Lebensperspektive genommen wird.
Wenn man die zunehmenden Beanstandungen der bundesbehördlichen Institutionen zur Finanzkontrolle bezüglich der von der Regierung beschlossenen Massnahmen und Gesetze betrachtet und welche Nachbesserungen empfohlen und erforderlich wurden, dann muss man sich wirklich fragen, ob unsere verantwortlichen Politiker und ihre Helfershelfer in der Lage sind, uns aus dem herrschenden Krisenschlamassel herauszuführen.
Während der Krisenperioden werden die Bürger, ihre Familien und Freunde in Rollen gezwungen, die ihnen bisher fremd waren. Neben den Einschränkungen im kommunikativen Bereich kommen, bedingt durch die Auswirkungen der Energiekrise und Inflation, noch zum Teil erhebliche monetäre Probleme hinzu, welche eine massive Existenzbedrohung und Armut bedeuten können.
Die klassischen Stellfaktoren am Gleichgewicht der Work-Life-Bilanz verschwinden komplett und viele Menschen sind zu einer Schicksalsergebenheit gezwungen, die beschämend ist, da die ihre Verschuldung in vielen Fällen einer falschen Politik angelastet werden kann.
Die Belastungen aus dem Berufsleben können nur sehr eingeschränkt ausgeglichen werden, da fast alles, was früher als entspannend angesehen und praktiziert wurde, entweder kaum mehr verfügbar ist, oder man es sich nicht mehr leisten kann.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Prognosen für ein neues „Normalleben“ sehr negativ sind und man damit rechnen muss, dass die Mangelzustände und Einschränkungen noch eine längere Zeit bestehen bleiben und man sich, ob man will oder auch nicht, umorientieren muss, wenn man nicht finanziell unabhängig ist, was für einen Grossteil der Bevölkerung nicht zutrifft.
Leider sieht man momentan bei der Regierung keine Bereitschaft zu einer eigenverordneten Anpassung und das Geld wird hemmungslos verpulvert, als ob es kein Morgen mehr geben würde. Es wird nur gefordert und versprochen, ohne einen Plan zu haben, wie das alles so finanziert werden soll, damit die Nachfolgegenerationen die angehäuften Schuldenberge abbauen können und die Altlasten sie nicht erdrücken werden.
New-Work-Balance im Fokus
Die Krisen sorgen dafür, dass sich unser Dasein grundlegend verändert und unser Arbeits- und Privatleben dadurch einen substanziellen Wandel erfahren hat. Alte, gewohnte und lieb gewonnenene Strukturen werden aufgebrochen und die individuelle Selbstentfaltung hat einen nachhaltigen Dämpfer erhalten, der unsere gewohnten Freiheiten in einem grossen Masse einschränkt.
Viele Bürger werden gezwungen, sich mit den anscheinend unvermeidlichen Beeinträchtigungen und Unzulänglichkeiten explizit auseinanderzusetzen, um einigermassen akzeptable Kompromisse zu finden, die ein auch weiterhin lebenswertes und möglichst von Existenzsorgen befreites Dasein gewährleisten.
Deshalb ist es besonders wichtig, dass der Staat die Infrastruktur schafft, die den Unternehmen es ermöglicht, die für die Produktion benötigten Energiemengen zu bezahlbaren Preisen zu beziehen und die Beschäftigten auch weiterhin ihren Tätigkeiten nachgehen und sich den Unterhalt verdienen zu können.
Das moderne Zauberwort für eine neu zu schaffende Daseinsordnung und das in aller Munde ist, lautet „New-Work-Balance“ wobei die Befürworter der Überzeugung sind, dass dieser neue Trend, der im Gegensatz zur strikten Trennung von Arbeits- und Freizeit steht, eine Flexibilisierung und Vermischung der beiden „Leben“ favorisiert, welche unabhängig von Zeit und Ort sind.
Die Futuristen sind sich sicher, dass die Digitalisierung und die technologischen Entwicklungen bezüglich künstlicher Intelligenz unsere (Arbeits-)Welt komplett verändern wird und die klassischen, unflexiblen Neun-bis-Fünf-Uhr Arbeitsverhältnisse durch neue Zeit-Management-Innovationen eine Konzeptanpassung erfahren müssen.
Man erhofft sich damit zukunftsweisende und sinnstiftende Arbeitsmodelle, mit flachen Hierarchien und einer Kooperation mit dem Arbeitgeber auf Augenhöhe, was sich in der momentan herrschenden Zeit mehr als utopisch anhört und eine zeitnahe Verwirklichung kaum möglich erscheint.
Nichtsdestotrotz soll man sich gegenüber den trendigen Entwicklungen nicht obligatorisch verschliessen und sich anschauen, wie das herkömmliche Work-Life-Balance Konzept und die neue New-Work-Balance miteinander verträglich sein kann und welche Chancen daraus resultieren können.
Für Eltern ist eine vereinfachte flexible Arbeitsplatzgestaltung, speziell was die Kinderbetreuung anbelangt von Vorteil, wenn sie die Arbeitszeiten flexibel an die Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen, dem jeweils anderen Elternteil, anpassen können.
Die Handlungsspielraum hinsichtlich des Arbeitsortes kann ebenfalls einige entscheidende Vorzüge mit sich bringen. So bietet die Möglichkeit zum Homeoffice für viele Berufstätige eine Menge Vorteile und gerade Pendler können täglich einiges an Zeit einsparen, wenn sie vom Homeoffice aus arbeiten. Das ist Zeit, die sie dann wiederum mit Familie, Freunden und anderen Freizeitaktivitäten verbringen können.
Für Nicht-Pendler können flexible Arbeitsorte- und Zeiten aber auch einige positive Aspekte aufweisen. Wenn man freitags bis 17:00 Uhr und montags ab 08:00 Uhr im Büro sein muss, lohnt sich beispielsweise ein Wochenend-Freizeit-Trip allerdings kaum.
Kann man geschäftliche Aufgaben allerdings auch in der Bahn erledigen oder den Feierabend am Freitag vorziehen und die Arbeitszeit am Montag später beginnen und die verlorene Arbeitszeit über Arbeitskonten ausgleichet, dann sieht das mit dem Wochenend-Vergnügen schon wieder ganz anders aus.
Es gibt eine Vielzahl von Begriffen, mit der die Verlagerung einer betriebsgebundenen Tätigkeit an einen anderen Ort bezeichnet wird. Das orts- und zeitflexible Arbeiten wird unter anderem als mobile Arbeit, Telearbeit, Homeoffice oder Heimarbeit bezeichnet.
In einer repräsentativen Befragung von Erwerbspersonen der Hans-Böckler-Stiftung wurde ermittelt, dass etwa ein Viertel der Berufstätigen in Deutschland Ende Januar 2021 vorwiegend oder ausschließlich im Homeoffice gearbeitet hat.
Das war meist dort der Fall, wo es zur Minimierung von Corona-Infektionsrisiken gefordert wurde. Der Anteil lag damit wieder in etwa so hoch wie während des ersten Lockdowns im April 2020, wo er ca. 27 Prozent betrug.
Durch die neue Homeoffice-Verordnung der Bundesregierung werden diese Anteile vermutlich steigen, weil der öffentliche Druck auf die Arbeitgeber, unter anderem auch durch die Gewerkschaften, zu einer Ausweitung des Angebots von mobiler Arbeit führen wird.
Zeitgleich zum Anstieg bei den Erwerbstätigen, die konsequent im Homeoffice arbeiten, ist die Quote der überwiegenden/ausschliesslichen Präsenzarbeit gesunken als auch der Anteil derer, bei denen sich Präsenz- und Heimarbeit abwechseln.
Bei einer aktuellen Befragung geben 39 Prozent der Erwerbstätigen an, dass sie ihre beruflichen Tätigkeiten uneingeschränkt oder zu einem grossen Teil in Heimarbeit erledigen könnten. Das liegt nahe an den Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, während das Münchner ifo-Institut das grundsätzliche Homeoffice-Potenzial in einer aktuellen Untersuchung sogar auf über 50 Prozent beziffert.
Wie dem auch letztendlich sein mag, es wird weiterhin viele Arbeitgeber geben, die eine Präsenzarbeit fordern werden und deshalb mindestens 50 Prozent der Arbeitnehmer nicht die Möglichkeit haben werden, diese flexible „New-Work-Balance“ in Anspruch nehmen zu können und sie sich weiterhin mit einer situationsbedingten „Hard-Work-Life-Balance-Gestaltung“ auseinandersetzen müssen.
Die Frage, wie diese Arbeitnehmer in Zukunft arbeiten werden, wird durch die kommende „New Work-Generation“ eine Beantwortung erfahren müssen und dies speziell dann, wenn unsere bröckelnde Leistungsgesellschaft dazu beiträgt, dass unser bisheriges Wertesystem aus dem Gleichgewicht gerät.
Die „New-Work-Philosophie“, welche eine signifikante Reduzierung der Arbeitszeiten, bei gleichem Lohn anstrebt, wird mit ihrer umstrittenen, politisch-wissenschaftlich Richtung der “Overworking-Culture“ (Kultur der Arbeitsüberlastung), die bisherigen Bilanzierungsszenarien aushebeln und das Hauptaugenmerk auf „Life“ richten und den „Work-Modus“ nur als eine mehr weniger lästige Beschäftigungsnotwendigkeit ansehen, um sich ein gutes Leben leisten zu können.
Hier verhält es sich dann ähnlich wie mit der Einstellung der Regierung, die mit der Geld-Giesskanne versucht sich beim Bürger beliebt zu machen, aber keinen wirklichen Plan hat, wie das auf Dauer finanziert werden kann und der Bürger nicht jahrzehntelang dafür büssen muss, weil das Kind mit dem Bad ausgeschüttet wurde.
Es wird verschwiegen, dass wir in den nächsten Jahren, durch die hohe Inflation und die massive Steigerungen bei den Energie- und Lebensmittelpreisen, massive Reallohnverluste haben, die durch Lohnerhöhungen nicht ausgeglichen werden können.
Im Zuge der weltweiten Energiekrise kommt es zur Aktivierung und Reaktivierung von Kohle, Öl und Gas. Es wird nichts nützen, wenn bei uns in Europa der Gasverbrauch leicht abnehmen wird, aber in Asien steigt. Der Kohle- und Ölverbrauch wird weltweit zunehmen, wenn auch geringfügiger als erwartet, was hoffentlich so bleiben wird.
Viel bedenklicher ist, dass die Welt zunehmend von Autokraten regiert wird und die Zahl der Menschen, die in einer Demokratie leben, zwischen den Jahren2017 und 2021 von 3,9 Milliarden auf 2,3 Milliarden gesunken ist.
In derselben Periode verminderte sich die Zahl der Menschen, die in liberalen Demokratien leben, also jene, die neben freien Wahlen auch Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und ein Recht auf Privateigentum genießen, von 1,2 Milliarden Menschen auf eine Milliarde Menschen.
Diese Prozesse werden dazu führen, dass sich in unseren Breitengraden eine zunehmend ökonomischer Instabilität und Armut verschärfen und es den Bürgern unmöglich gemacht wird, sich mit realistischen „Work-Life-Szenarien“ auseinandersetzen zu können und ein Leben von der „Hand in den Mund“, ohne einem ausreichenden Sicherheitsnetz, zu einer, hoffentlich nur temporären, Normalität werden wird.
Die Regierung schafft mit ihrer unrealistischen Beruhigungspolitik auf Dauer das Gegenteil und verkennt total, dass die Wahrheit den Menschen durchaus zumutbar ist.
Die von ihr errichteten Potemkinschen Dörfer der Vorspiegelung und Scheinwelt werden wie Kartenhäuser zusammenbrechen und ihr vorgegebener Kompass der Neu-Orientierung und die vielbesungene Zeitenwende wird zur Wertlosigkeit verkommen.
Dadurch werden die persönlichen Navigationssysteme ausser Kraft gesetzt und wer nicht möchte, dass diese negativen Prognosen Wirklichkeit werden, muss ohne Beschönigung noch mehr und härter arbeiten und es gibt kaum Optionen der erfreulichen Art, welche das Pendel von der Arbeit hin zu mehr von einer unabhängig gestaltbare Freizeit ausschlagen lassen wird.
Ebenso ist es illusorisch zu meinen, dass es für all diese Herausforderung adäquate Lösungen geben wird und jeder ist, mehr oder weniger gezwungen, den Umgang mit den Stolpersteinen der beruflichen und privaten „To-dos“, sprich Aufgaben, die es zu erledigen gilt, neu zu erlernen und dabei die positiven Gegebenheiten herauszufiltern.
Der Sinn des Lebens muss deshalb eine Neukalibration erfahren und mit einer freiwilligen Flexibilisierung einhergehen, welche den Konsum den kommenden Erfordernissen anpasst und das Leben neben der Arbeit so angenehm gestaltet, um einen Flächenband der sozialen Unzufriedenheit zu vermeiden, der die Gesellschaft endgültig spaltet und den Extremismus fördert.
Die Wahl zwischen Essen oder Heizen, darf selbst bei den unteren Lohngruppen während der Winterzeit nicht zur wichtigsten Ampelfrage werden und es wird höchste Zeit, dass zielgenaue Hilfen erfolgen, welche wenigstens das Existenzminimum der wirklich Bedürftigen gewährleistet.
Dabei muss unbedingt vermieden werden, dass die ohnehin fortschreitende Armut zu einer sozialen Ausgrenzung führt und die Teilhabe der betroffenen Bürger am gesellschaftlichen Leben erschwert oder sogar unmöglich macht.
Es handelt sich hier in erster Linie um eine Partizipation in sozialer, kultureller und politischer Art, wobei die Regierung die besondere Verpflichtung hat, für ein soziokulturelles Existenzminimum der Armen und ihrer Integration zu sorgen, damit keine Stigmatisierung erfolgen kann.
Den meisten Menschen ist bei uns in Deutschland nicht wirklich bewusst, was soziale Ausgrenzung bedeuten kann. Sie zeigt Defizite an, die Menschen in der Verwirklichung ihrer Lebenschancen stark beeinträchtigen.
Das Gefühl, kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein, belastet nicht nur die Gesundheit und das Wohlergehen der betroffenen Personen. Mündet es in Perspektiv- und Orientierungslosigkeit, können daraus Proteste und kriminelle Handlungen entstehen, welche die Stabilität der Gesellschaft im Ganzen gefährden kann und es bereits schon heute leichte Anzeichen zu verzeichnen gibt.
So kann schnell aus einer Work-Life-Balance eine Work-Life-Krise werden, die militante Kräfte der gesellschaftlichen Destabilisierung freisetzt, die ins flächendeckende Chaos führen können.
Persönliches Fazit
Meine persönliche Work-Life-Bilanzierung besteht, angesichts der herrschenden geopolitischen und nationalen Zustände, in dem Versuch darin, eine nicht zu moralinsaure Bitterkeit zu erlangen und den Humor sowie die notwendige Leichtigkeit zur Krisenbewältigung nicht zu verlieren.
Glücklicherweise liefert die reale Politik genug Beispiele der gehobenen Satire, die meinem Sarkasmus füttert, der auf die allgemein herrschende und wenig erfreuliche Situation erleichternd wirkt und meine Spitzzüngigkeit der leicht polemischen Art fördert und nicht versiegen lässt.
Eines der letzten Beispiele dafür war, dass die Bundestagsabgeordnete Jamila Schäfer von den Grünen der Meinung ist, dass man mit der eigenen Währung nicht Pleite gehen kann und es Sinn machen würde, auch mal über Kredite die Konjunktur in der Währung zu stabilisieren.
Welch eine Bewerbung dafür, Nachfolgerin von Robert Habeck als Bundeswirtschaftsminister werden zu können.
Diese Art von Wirtschafts-Dadaismus der hochnotpeinlichen Art, stellt eine Verweigerung jeglicher Sinnhaftigkeit zugunsten eines poetischen Surrealismus dar und wäre absolut ministrabel, wie der Kabarettist Dieter Nuhr in seiner TV-Show trefflich pointierte.
Was diese Abgeordnete an verbalem Müll darbringt, ist die Vollendung der modernen Demokratie, in der jeder sprechen darf, der sich selbst nicht versteht, worüber es jede Menge Beispiele gibt, egal ob sie von Menschen verbrochen werden, die binäre oder non-binäre Geschlechtsidentitäten aufweisen und/oder eine „genderfluide“ Ausprägung bevorzugen.
Das LSBTIQ-Lexikon der neuzeitlichen Auswahlmöglichkeiten liest sich für mich wie eine queere Science-Fiction-Erzählung der retortenhaften Geschlechter-Uneindeutigkeiten- und Identitäten, welche Definitionen und Varianten aufweisen, die mir bisher völlig fremd und verborgen waren.
Meine biedere heteronormative Weltanschauung wird damit geradezu pulverisiert, was nicht bedeutet, dass ich gleichgeschlechtliche Beziehungen und Lebensgemeinschaften ablehne oder diskriminiere.
Trotzdem fürchte ich mich ein wenig vor dem möglichen Augenblick, dass selbst der Formulierungs-Dünnpfiff der Berliner Wohngemeinschaft mich nicht mehr echauffieren und mir bald alles „egal“ sein wird, was zu einer persönlichen, sozialen Entwurzelung führen könnte, die mich zu einem puren Egoisten macht, der ohne weiter auf sein Umfeld zu achten, selbst eine Minimum-Rest-Solidarität vermissen lässt.
Dies wird sicherlich nicht ein Abrutschen an den rechten Rand des politischen Spektrums verursachen, aber mich in die grosse Gemeinschaft der Wahlverweigerer transformieren, was ich als Bürger, der bisher niemals eine Wahl versäumt hat, vormals für unmöglich gehalten hätte.
Ich habe einfach keine Lust auf Zeiten zu warten, wo Klopapier wertvoller ist als die bedruckten Geldscheine, wir alle gezwungen sind, wieder bei absolut „Null“ anzufangen und lediglich die zu hoffende Gewissheit haben, dass im Gegensatz zu den katastrophalen Nachkriegslasten unserer Altvorderen, die Immobilien, ob mit oder ohne Solar-Modulen, noch stehen werden.
In Ermangelung auf den Karren ziehender Pferde, welche die Grünen laut Ricard meinen zu haben, hat Deutschland nur die Wahl auf die falschen, rot-grün-gelb gescheckten Ponys zu setzen, die kaum sichtbare Hufspuren hinterlassen und nicht in der Lage sind pragmatische Mittelwege zu finden, die uns zu keinen Neiddebatten und ideologischen Abgründen führen.
Sie können keine nennenswerten Verbesserungen herbeiführen, was ja bei einem Prozent der Weltbevölkerung, das zwei Prozent der Emissionen verursacht auch nicht leicht ist, um den Globus retten zu können oder ihn zumindest etwas zu beglücken.
Die egoistischen Partikular-Interessen der Parteien führen dazu, dass in den westlichen Ländern eine Polarisierung stattfindet, welche lediglich noch zwischen Globalisten und Nationalisten unterscheidet und sich eine Art der interdisziplinären Oligarchie bildet.
Diese wird die Schaffung personelle Negativauslesen beschleunigen und lediglich dazu führen, dass nicht kaderkonforme Personen ausgewechselt und keine politischen Inhalte den wirklichen Bedürfnissen der Gesellschaft angepasst werden.
Es wird dabei von kompetenzbefreiten, „moralischen Eliten“ versucht, die gedanklich bereits der Gesellschaft gekündigt und sich vom Volkswillen verabschiedet haben, Gesinnungshaltungen und alternativlose Herrschaftsformen zu etablieren, wo demokratische Diskurse nicht mehr erwünscht sind, Kritik als Verrat betrachtet und entsprechend sanktioniert wird.
Um etwas wirklich auf dieser Welt nachhaltig ändern zu können, müssen sich Globalismus und Nationalismus in einem neu zu schaffenden politischen Grossraum bewegen, der sich aus einer von technisch befreiter Leistungsfähigkeit in der Problembewältigung definiert, sich optimal in eine multipolare Welt einfügt und nicht dauernd polarisierende Machtblöcke gegeneinander ausspielt.
Das „Defizittern“ wird sich zu einer politischen, an das Morbus-Parkinson-Symptom erinnernden, Politkrankheit entwickeln, welche die, von jeglicher Qualifikation befreiten, Partei-Protagonisten heimsuchen wird.
Die Heilungschancen werden als sehr gering eingestuft, da nur ausreichende Bildung sowie eine fundierte Ausbildung zur Fach- und Sachkenntnis als Medizin effizient wirkt und eine zielgerichtete Dosierung nur schwer zu realisieren ist.
Es ist eine unabdingbare Tatsache, dass die Bildung im Regierungs-Portfolio der gross propagierten Transformation ein Schattendasein führt und dadurch eine kontinuierliche, personelle und institutionelle Selbst-Kannibalisierung forciert wird, die alle Parteien vergleichbar tangiert.
Somit bleibt alles wie es war und es wird nicht viel Gutes von denen erreicht, die vorgeben, für das öffentliche Wohl zu handeln und in Wahrheit eine Tarnkappenpolitik betreiben, die nur ihren eigenen Interessen gerecht wird.
Die Bürger bleiben meist im Regen des sozialen Ungleichgewichtes ohne wirklichen Rettungsschirm stehen, wobei jede Menge an sozialem Sprengstoff generiert wird, der unser Zusammenleben nachhaltig stört und die gewünschte Solidarisierung unmöglich macht.
Willkommen im wirklichen Leben, wo Work-Life-Bilanzen nur noch ein Stiefmütterchen-Dasein führen werden, da alle zu einem gleich frustrierenden Ergebnis tendieren.
Glorreiche Ausnahme wird sein, man ist ein “Pseudo-Workaholic“, der mit sich selbst im Reinen ist, auch wenn das Umfeld meint, dass man ein zu ausuferndes Arbeitsleben führt, bei der die Freizeitgestaltung viel zu kurz kommt und man zudem noch ungesund lebt.
Lieber glücklich und zufrieden früher tot sein, als ein Dasein in perspektivloser Ernüchterung und Niedergeschlagenheit zu fristen und motivationslos vor sich hinzuvegetieren.
Es lebe die (noch) praktizierbare, persönliche Freiheit des eigenverordneten °Savoir-vivre“ und möge dies bis an mein Lebensende, wann das auch immer sein mag, Bestand haben, ohne dabei anderen zur Last fallen zu müssen.
„Lebenskunst besteht darin, die eigene Natur mit der eigenen Arbeit in Einklang zu bringen“
Luis de Leon
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