Teilsolidarischer Zweck-Egoismus – Formel für eine lebenswerte Zukunft
Solidarität versus individuelle Freiheit

Der Ruf nach einem breiten Bündnis für Solidarität hallt durch unsere Republik und hat in Zeiten der Pandemie und des Klimawandels sowie durch den Krieg in der Ukraine eine besondere Intensität erlangt.
Die Politik und die Mainstream-Medien wollen uns suggerieren, dass der Einzelne nichts ist und die Solidarität der Gemeinschaft alles. Freiheitliche Individualität ist schädlich für die Volksgesundheit und das Klima und nur wer sich in solidarischer Kollektivität den Wünschen der Regierenden unterordnet, ist ein guter Staatsbürger. Er erfüllt durch Verzicht auf Individualität und Individualismus die Grundvoraussetzungen für die Einführung und Bewahrung eines totalitären Staatssystems, welches unter dem Deckmantel der einzig wahren „Weltrettung“ versucht, eine öko-diktatorische Zukunftsgestaltung zu realisieren.
Respekt wird nur noch den indoktrinierten Gesinnungsgenossen entgegengebracht und jedes Individuum das anderweitiger Meinung ist, wird mit Verachtung begegnet und als Systemfeind betrachtet und stigmatisiert. Andersdenkende, Nachdenkende, Vordenkende und Freidenkende werden mit den neuzeitlichen, querdenkenden Chaoten, die sicherlich als gesellschaftsfeindlich bezeichnet werden können, auf die gleiche Stufe gestellt und quasi-diskriminiert.
Der damit verbundene „Kampf gegen rechts“, der durchaus seine Berechtigung hat, droht mit seinem zur Schau gestellten Fanatismus, in einem Kampf gegen das Recht zu enden, da man offensichtlich auf dem linken Auge blind ist und der linke, gewaltbereite Chaot nicht als Bedrohung angesehen, sondern ihm einen zulässigen bürgerlichen Ungehorsam zugesteht und ihn dadurch legitimiert.
Bürgerlichen Zusammenhalt zu fordern ist wichtig und richtig, doch wenn dieser zu einer Zwangsgleichmacherei führt, die uns zu einer willenlosen, gleichgepolten Bürger-Masse verwandeln will, die sich selbst aufgegeben hat, dann ist das für mich ein absolutes No-Go und ich verweigere die geforderte Teilnahme.
Gemeinnutz vor dem Eigennutz
Den Spass am Dasein zu verlieren und einen nicht durch Leistung erworbenen Gemeinnutz vor den Eigennutz zu stellen hat nichts mit Solidarität zu tun und konterkariert meine lebenslangen Bemühungen durch harte Arbeit einen bescheidenen Wohlstand zu erlangen und diesen auch geniessen zu können.
Ich weigere mich ein Mitglied und Unterstützer einer regierenden Gleichschaltungsselbsthilfebewegung zu werden, die durch nachhaltiges Brainwashing von der totalen Gleichheit und moralinsaurem Reframing dem Volk weiss machen will, dass sie die sozio-ökologische Wahrheit für sich allein gepachtet hat, um ihm die ideologischen Handschellen anlegen zu können.
Damit wird Solidarität zu einem leeren, nachgeplapperten Narrativ einer zwangsgesteuerten Generation von bürgerlichen Erfüllungs- und Verrichtungsgehilfen, die einem totalitären Staatsgebilde das hohe Lied der bedingungslosen Gefolgschaft singen sollen.
Leit- und Glaubenssätze einer dogmatischem Irrlehre
Wer bereit ist politische Leit- und Glaubenssätze, wie sie nachfolgend beispielsweise aufgeführt sind, als verbindliche, realsoziale Handlungsmaxime anzuerkennen und zu befolgen, unterwirft sich einer dogmatischen Irrlehre.
Die Grundrechte sind nichts, die Besiegung des Corona-Virus und die totale Dekarbonisierung ist alles.
Deine Meinung ist nichts, die apodiktischen Verlautbarungen des Staates sind alles.
Dein Eigentum ist nichts, soziale Gerechtigkeit ist alles.
Deine Urlaubsflugreisen und Kreuzfahrten sind nichts, die Klimarettung ist alles.
Deine Sorge um den Verlust der Identität ist nichts, eine unbegrenzte Zuwanderung und Willkommenskultur ist alles.
Berufliche Eignung und Leistung ist nichts, Quotierung ist alles.
Die Liebe zur deutschen Sprache ist nichts, die gendergerechte Ausdrucksweise ist alles.
Alkohol und Tabak ist nichts, kiffen ist alles.
Deine durch Niedrigzinsen und Inflation bedrohtes Sparguthaben sind nichts, das zinslose Schuldenmachen des Staates ist alles.
Eine freie Impfentscheidung ist nichts – eine hohe Impfquote ist alles, assoziiert für mich, dass der Körper vom Staat zum Allgemeingut erklärt und es fehlt dann nur noch, dass die Organspende verpflichtend gemacht wird.
Mit diesen handlungsleitenden Thesen soll der freidenkende und individuell agierenden Bürger abgeschafft und ein Zwang-Kollektivismus eingeführt werden, der an finstere alte Zeiten erinnert.
Ich gebe zu, dass meine provokative Sichtweise auf den ersten Blick sehr reaktionär daherkommt und daraus eine egomanische Ich-AG Arroganz abgeleitet werden kann, die eine narzisstische, gesellschaftsfeindliche Einstellung vermuten lässt.
Dieser Eindruck täuscht gewaltig, da ich durchaus in der Lage bin, mich meinen Mitbürgern und dem Staat gegenüber solidarisch zu verhalten, doch ist dies unter der Ägide der öko-sozialen Günstlingswirtschaft, mit ihren scheinheiligen und totalitären Verhaltensmustern, nur eingeschränkt möglich und dies auch während dieser schrecklichen Kriegszeiten.
Interessenpolitik der Umverteilung
Die ampelanische Interessenpolitik hat ein neues Spielfeld gestaltet und die vorturnenden Drahtzieher erwarten einen Kadavergehorsam von den Mitspielern, dem ich in der gewünschten absolutistischen Form nicht nachkommen will und werde.
Ich lehne es ab, dass das Sozial-Schmarotzertum überhandnimmt und durch Umverteilung das Leben auf Kosten anderer zum Normalfall wird. Hierbei handelt es sich um eine falsch verstandene Solidarität, deren Moralität sich toxisch auf eine zwingend erforderliche, allgemeine Leistungsbereitschaft auswirkt, welche für eine moderne Zukunftsgestaltung von Nöten ist und von der Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen werden kann.
Besitz zu haben ist für mich nicht unanständig und das Credo, „Du wirst nichts besitzen, aber glücklich sein“ ist für mich schlimmste Great Reset Polemik des WEF und erinnert mich in vielen Dingen an George Orwell und seine dystopischen Romanvorlagen.
Selbst Aristoteles hat bereits in der griechischen Antike erkannt, dass Ethik sich dadurch auszeichnet, dass ein gutes und glückliches Leben durch Tätigkeiten erreicht wird, welche um seiner selbst willen vollbracht werden und diese man für eine gute Sache halten soll. Damit würde das eigene und auch das fremde Glück und die eigene Zufriedenheit gefördert.
Solidarität und gesunder Egoismus
Solidarität darf nicht bedeuten, dass wir auf unseren persönlichen und gesunden Egoismus verzichten, uns zum bedingungslosen Wohlfahrtsbürger entwickeln und Mutter Theresa oder Mahatma Ghandi nacheifern sollen.
Wir müssen das Mantra des egoistischen Menschen, der ohne große Rücksicht auf Verluste stets eigennützig denkt und handelt, als gängige Vorstellung aus unseren eingetrichterten Moralvorstellungen löschen und die Bereitschaft aufbringen, um eine wirklichkeitsnahe Aktualisierung vornehmen zu können.
Diese gedankliche „Umprogrammierung“ wird uns zeigen, dass ein „echter“ Egoismus durchaus kooperativ sein kann. Das bedeutet, dass sich selbst der Nächste zu sein nicht obligatorisch dazu führt, zum narzisstischen Aussenseiter zu werden, der sich nicht am Leben der Gemeinschaft beteiligen will und bereits ist solidarische Opfer zu bringen sowie eine gewisse Bereitschaft zum Verzicht zu bekunden.
Dies setzt allerdings zusätzlich voraus, dass wir bereit sein müssen das „Normale“ neu zu denken und dies als Chance zu begreifen, um einen echten menschlichen Wohlstand und persönliche Sicherheit realisieren zu können, der aus „Geben“ und „Nehmen“ besteht. Nur mit einer ausgewogenen, wechselseitigen Rücksichtnahme werden wir zukünftig in der Lage sein unsere Lebensgrundlagen zu schützen und nicht für hirnrissige Weltanschauungen, die von einem falschen Fanatismus getragen werden, zu opfern.
Wir bekommen in den Medien permanent ein falsches, einseitiges Bild vermittelt, von dem was gesund und glücklich macht und was gut und böse ist. Bei allen Diskussionen geht es vornehmlich darum Entscheidungen zu treffen zwischen Gesundheit und Wirtschaft, zwischen Freiheit und Sicherheit, zwischen egoistischem und kooperativen Handeln und dies alles mit den über uns schwebenden Damoklesschwertern der unkontrollierten Zuwanderung, der Pandemie, des Klimawandels und dem Krieg in Europa.
Die mit viel Rhetorik und wenig Logik vorgetragenen Mummenschanz-Argumente entbehren meist jeglicher Vernunft und auch vermeintlich intelligente Menschen lassen sich durch Irrationalitäten leiten. Sie unterliegen dem Irrglauben, dass öko-soziales Verhalten den Mitmenschen aufgezwungen werden muss und es der Peitsche der Staatsmacht bedarf, damit sich die Bürger im Sinnes eines falsch verstandenen Gemeinwohls verhalten.
Es wird kolportiert, dass die gedankenlosen Untertanen nur die Sprache der Verbote verstehen und die aufgeklärten Menschen in der Minderzahl sind, die sich in der Lage befinden durch ein persönliches Risiko-Management und gesunder Selbstverantwortung, die potenziellen Gefahren, die durch ein Fehlverhalten auftreten können, zu minimieren oder sogar zu vermeiden.
Solidarität und Ethik beginnt da, wo die Verbote und Zwänge greifen und dem Volk basisdemokratisch suggeriert wird, dass nur eine gesamtgesellschaftliche Notwehr unser Fortkommen garantiert und die freie Gesellschaft in Krisenzeiten ein Auslaufmodell darstellt und eine latente Gefahr bedeutet.
Konsumfreiheit und sinnvoller Verzicht
Grundsätzlich gibt es für alle Menschen eine gleich empfundene Interessenordnung, und zwar der Interessen, die zum Unterhalt des Lebens und zum Wohlergehens gehören. Die Politik hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass diese Neigungen eine ausreichende Beachtung finden und sich nicht in einem Gegensatzverhältnis befinden.
Der Staat muss Kompromisse finden, die eine gütliche Verknüpfung und Einigung zwischen Altruismus-, Egoismus- und Solidaritätsformen bewerkstelligt und eine friedliche und weitgehend zwangsfreie Koexistenz der Individuen im nationalen und internationalen Bereich ermöglicht.
Das was mit mir angefangen hat, soll auch mit mir enden und das restliche Dasein muss mir ermöglichen die Früchte meines Schaffens mit meiner Familie geniessen zu können und dies ohne staatliche Behinderungen, solange nicht gegen geltendes Recht verstossen wird.
Die in mir innewohnende, selbstbestimmende Motivation hat mich veranlasst, darüber nachzudenken, mit welcher Sinnerfüllung und mit welchen prioritären Zielen ich die Eigeninteressen so befriedigen kann, ohne dabei auf zu viele liebgewonnenen Befindlichkeiten komplett verzichten zu müssen.
Starre Regeln und Denkmuster zu hinterfragen und diese hinter sich zu lassen, ist nicht mit einer obligatorischen Aufforderung zum Gesetzesbruch verbunden, sondern soll eine Befreiung von althergebrachten Verhaltensmustern mit sich bringen, welche zur Modernisierung gesellschaftlicher Konventionen und Normen führen können.
Dazu gehört es auch berechtigte Kritik zu akzeptieren, ohne sich dabei von notorischen Besserwissern irritieren und zu Fehlverhalten verleiten lassen.
Der teilsolidarische Zweck-Egoismus für ein selbstbestimmtes Leben
Mit dem zunehmenden Schwinden des Respektes gegenüber dem Individuum und dessen Individualität sowie der ausufernden Verbotskultur und dem einhergehenden, gleichschaltenden Freiheitsentzug, hat sich in meinem Inneren eine Widerstandskultur entwickelt, die ein gewisses Umdenken erforderlich machte.
Die Frage, was für mich eine zufriedenstellende Selbstverwirklichung bedeutet und wie ich diese realisieren kann, geriet dabei in den Fokus meiner geistigen Reflexionen. Wie nehme ich zukünftig mein Leben und das meiner Familie selbst in die Hand und wie können noch bestehende Träume, Ziele und Bedürfnisse befriedigt und verwirklicht werden, solange wir noch in der Lage sind, die vorhandenen Fähigkeiten und Potenziale einigermassen voll ausschöpfen zu können.
Es verstand sich für mich von selbst, dass mein weiteres Dasein von selbstbewusster Eigenverantwortung geprägt sein, ich die Meinung anderer respektiere, doch diese nicht immer teilen, muss.
Die daraus resultierenden Überlegungen haben dazu geführt, dass ich dem Lebensmotto meiner restlichen Lebensphase eine situationsbedingte Runderneuerung zuteilwerden liesss und mein zukünftiges Handeln einem teilsolidarischen Zweck-Egoismus unterordnen werde. Dieser soll in überwiegendem Masse meine gewünschten Erwartungen in ein möglichst sorgenfreies, von Selbstbestimmung geprägtes Leben verwirklichen.
Im Angesicht der Leiden des ukrainischen Volkes erscheinen Überlegungen dieser Art auf den ersten Blick herzlos, doch wenn man einen zweiten oder dritten Gedanken dafür aufwendet, wurde zumindest mir klar, dass es keinen rationalen Sinn macht, sich in solidarischer Selbstgeisselung zu ergehen. Ich sehe es in keinster Weise ein, für die Fehler der deutschen und internationalen Zick-Zack-Kurs-Politik, die nun durch eine abrupte 180°-Wende relativiert werden sollen, bedingungslos einzustehen und dafür eine schmerzende Rechnung zu begleichen.
Der Staat ist aufgefordert Prioritäten zu setzen, die einen wirtschaftliche Kollaps verhindern und muss sich kurzfristig von seinen utopischen Wolkenkuckucksheim-Plänen verabschieden. Mir ist es, wie vielen anderen Bürger auch, wichtiger die Gegenwart zu retten, als einem wenig durchdachten Energiewendekreuzzug zu folgen.
Wer die Vergangenheit nicht berücksichtigt und die Gegenwart nicht versteht, kann auch keinen wertvollen Beitrag für eine gesicherte Zukunft leisten. Wenn unsere Regierungsazubis nicht in der Lage sind dies zu verstehen und auch zu beherzigen, bin ich auch nicht zur Begleichung von daraus resultierenden Kollektivschulden bereit.
Ebenso können völlig unangebrachte und von Polemik und theatralischem Populismus strotzende Aussagen des ukrainischen Präsidenten, dass seine Landsleute bereit sind für uns zu sterben, damit wir nicht ihr Schicksal erleiden werden, mich nicht in moralischen Zugzwang bringen und bewirken eher das Gegenteil. Zu einem Krieg gehören mindestens immer zwei Seiten und es gibt niemals reine Unschuldslämmer, was auch bei dieser Auseinandersetzung der Fall ist.
Ich werde deshalb nach wie vor pünktlich meine Steuern in Deutschland entrichten, mich nicht zu ungesetzlichen Handlungen hinreissen lassen, aber einen gewaltfreien, bürgerlichen Ungehorsam der werteorientierten Mitte zu Tage legen, falls die staatliche Öko-Diktatur mit meinen persönlichen Zumutbarkeitskriterien kollidieren sollte und sich für mich als unakzeptabel erweisen sollte.
Eine schuldenfinanzierte Solidarität stellt die Glaubwürdigkeit und Kreditwürdigkeit des Staates und ebenso des „EU-Zentralkomitees“ in Frage, sie verschiebt die Risiken einer Krise in die Zukunft und führt zu einem Generationenvertrag der Feigheit und Lüge. Man hofft auf Selbstheilung der Kräfte des Marktes und betreibt damit einen Selbstbetrug der mehr Probleme schafft als sie beseitigt bzw. allgemeinverträglich löst.
Investitionen sind nur gut und sinnvoll, wenn der beabsichtigte Nutzniesser auch den angestrebten Zweck erfüllen kann und nicht am Ende ein Opfer von staatlichem Alibi-Aktionismus ist und sich die geförderte Initiative als eine teure Mogelpackung herausstellt.
Deshalb stehe ich den vom Staat obligatorisch geforderten Energieeinsparungsmassnahmen für Privathaushalte, wie Fassadendämmung, Dachphotovoltaik und Heizungstechnik kritisch gegenüber und würde erst tätig werden, wenn ich der Überzeugung bin, dass das Kosten/Nutzen Verhältnis und die Amortisation sich in einem für mich akzeptablen Bereich bewegt, was momentan nicht der Fall ist.
Ich werde mir niemals aus ideologischen Gründen vorschreiben lassen, was ich zu Essen und zu Trinken habe, oder welche Art von individuellem Luxus der Obrigkeit genehm ist, und dass deren Absolution nur durch eine Konsumreduktion erreicht wird, wenn man das tut und sich das anschafft, was wirklich zum Leben gebraucht wird und den geforderten ökologischen Fussabdruck nachweist. Erzählen und diktieren zu lassen wie man zu leben hat ist einfach, vor allem wenn man nicht sagen kann, wovon.
Die Hinwendung zum Lokalem und Selbstgemachten unterstütze ich tatkräftig, ebenso wie den fairen Handel sowie die artgerechte Tierhaltung und Fleischproduktion, durch die auch der regionale Online-Handel ermöglicht werden kann, falls sich eine Grundversorgung vor Ort im ländlichen Bereich, aus wirtschaftlichen und strukturellen Gründen, nicht verwirklichen lässt.
Es ist auch durchaus zumutbar auf Kurzstreckenflüge zu verzichten und ersatzweise die Bahn in Anspruch zu nehmen, doch den Menschen die Sehnsucht und Möglichkeit zu nehmen, fremde Länder und andere Lebensformen zu erkunden, würde zu einer persönlichen Freiheitsbeschneidung führen, die nicht hinnehmbar ist.
Weitere Reisetätigkeiten einzuschränken kann Sinn machen, wenn man die Möglichkeiten der digitalen Welt nutzt und mit Videotelefonaten- und Meetings versucht, einen persönlichen Kontakt zu halten und Dinge bespricht und erledigt, die einen unmittelbaren Besuch nicht erforderlich machen.
Egal, ob Pandemie oder Endemie, ich werde in Zukunft verstärkt die Hygieneregeln beachten, mich weiterhin im Oktober gegen Influenza impfen lassen und ebenfalls, falls noch Booster-Impfungen gegen das Corona-Virus nachweislich notwendig werden sollten, diese vornehmen lassen.
Ich halte den übertriebenen Quotenwahnsinn und das Verhunzen der deutschen Sprache durch Gendern für falsch und bin gegen eine feministische Politik, wenn Thesen wie, „wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“, zum Credo gemacht werden.
Ich bin durchaus bereit, die Zeichen einer neuen Zeit zu erkennen, doch weigere ich mich, jeden sakrosankten Blödsinn der Transition mitzumachen, nur um nicht als unverbesserlicher Traditionalist und Fortschrittsfeind zu gelten.
Es waren meist die Unangepassten, die nicht bedingungslos dem Mainstream folgten, welche die menschlichen Werte hochhielten und Hoffnung machten, dass ein menschliches, ideologiefreies Dasein möglich ist, ohne sich selbst verleugnen zu müssen.
Der „echte“ Mann und die „echte“ Frau müssen sich arrangieren und zusammen versuchen „echte“ Kinder in die „echte“ Welt zu entlassen, deren Wertvorstellungen nicht nur digitaler Art sind und anerkennen, dass auch das altehrwürdige „Analoge“ eine Daseinsberechtigung hat und Respekt verdient.
Solidarität als Totschlagargument
Ich kann mich stets mit einer Politik solidarisieren, die eine größtmögliche soziale Teilhabe des Einzelnen in der Gesellschaft anstrebt, die eine gute Versorgung der Bevölkerung, insbesondere hinsichtlich finanzieller Mittel für Lebensunterhalt und medizinischer Versorgung, garantiert und wo persönliche Freiheit geschützt wird. Es ist mir auf Grund meines Begriffs von Demokratie nicht möglich, solidarisch mit einer autoritären, von Ideologien beherrschten Regierung zu sein, die eine Law-and-Order-Politik betreibt.
Ich wehre mich gegen die pseudo-moralische Aufladung der relevanten Krisenthemen, wo die Vernunft auf der Strecke bleibt und gegen geltendes Recht bewusst verstossen wird. So wird der Versuch unternommen, in ein bisher recht gut funktionierendes Rechtssystem einzugreifen und gleichzeitig diese totalitären Weichenstellungen der Gesellschaft als alternativlos zu verkaufen.
Diese Methoden der Krisenbewältigung als eine solidarische Notwendigkeit zu bezeichnen, ist euphemistischer Art und im eigentlichen Sinne falsch und fehl am Platz. Der Staat will auf Teufel komm raus seine handfesten Interessen durchsetzen, wobei er seine ideologischen Motive geschickt verschleiert und auf die Befindlichkeiten Andersdenkender keine Rücksicht nimmt.
Das ist keine gelebte Solidarität und es tut eine moralische Abrüstung dringend Not. Es muss vermieden werden, dass sich der Begriff Solidarität zu einem einbahnstrassenähnlichen Totschlagargument des sogenannten Fürsorgestaates entwickelt und immer dort benutzt wird, wo eigentlich Bezeichnungen wie Nötigung und Erpressung besser angebracht wären.
Identität und Individualität
Die Aufnahme des Identitätsbegriffs im Rahmen der gesellschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Modernisierung hat die Individualität zu einem zentralen Begriff werden lassen und assoziiert, dass keine Identität ohne einer gewissen Differenz möglich ist.
Die Individualität soll in der modernen Gesellschaft, trotz mannigfaltiger öko-sozialer Einflüsse, eine selbstbestimmte Einzigartigkeit verkörpern, dessen Zusprechung jedoch je Person und Situation in unterschiedlichem Mass geschehen und Geltung erlangen kann.
Durch die intensiv fortschreitenden Diversifikationsbemühungen erhält die Gesellschaft der Gegenwart eine unübersehbare Komplexität, durch welche gewisse Rollenstrukturen geschlechtsspezifisch dynamisiert werden und durch deren Veränderungen eine differenzierte, gesellschaftliche Gemengelage entsteht. Diese erfordert für den mehr zum Konservatismus tendierenden Bürger, wie ich es und sicherlich auch viele andere sind, ein hohes Mass an Toleranz, um die vom Staat gewünschte, kollektive Gefolgsbereitschaft zumindest ansatzweise zu erfüllen.
Individualismus wird bei einigen Trittbrettfahrern immer zu einem Missbrauch der damit einhergehenden Vorteile und Freiheiten führen, um sich daran bereichern zu könne. Das darf uns aber nicht abschrecken, diesen Kurs dem angstmachenden Totalitarismus der Staatsmacht vorzuziehen und diese Freiheit auch entsprechend einzufordern und zu verteidigen.
Wenn auch unser Bundespräsident der Meinung ist, dass wir im besten Deutschland leben, das wir je hatten und auch etwas frieren zumutbar ist, möchte ich es nicht versäumen als bekennender, transitiver Demokrat zu bemerken, dass diese Aussage auf sehr tönernen Füssen steht und momentan alles getan wird, um dies nachhaltig zu ändern.
Ein Krieg der alles ändert
Der Ukraine Krieg wird viele der bisher als alternativlos angesehenen politischen Zielvorstellungen der Regierung konterkarieren und eine Kompromissbereitschaft der bisher ungeahnten Art erfordern und dies nicht nur auf dem Energiesektor.
Wenn die Lehre aus den Vorkommnissen in der Ukraine daraus bestehen sollten, dass wir eine Armee mit Abschreckungspotenzial brauchen, wie von unserem Finanzminister populistisch propagiert wurde und man aus der Bundeswehr die wirksamste Armee in Europa machen will, dann hegen mich doch grosse Zweifel, ob einige der führenden Protagonisten auf der Regierungsbank erkannt haben, was die Uhr wirklich geschlagen hat und wo unsere Prioritäten angesiedelt sein sollten.
Wenn die Politiker nicht lernen den Krieg in den Köpfen zu beenden, wird der Krieg auf den Strassen nie enden. Das betrifft insbesondere die Sippenhaftung, welche die Wege zum Frieden unmöglich macht. Ich meine hiermit explizit, dass wir es nicht zulassen dürfen, dass das russische Volk für die Taten eines Kriegsverbrechers wie Putin obligatorisch in Kollektivhaftung genommen wird, deren Denkweise den elementarsten Grundrechten und Werten unserer Verfassung widerspricht und Erinnerungen an die dunklen Zeiten des Dritten Reiches wach werden lassen.
Symbolpolitik dieser Art ist in höchstem Masse kontraproduktiv und dient lediglich dazu, dass wir ethnische Vorurteile schüren, die zu einem globalen Flächenbrand führen können, wenn wir diese zukünftig auch beim Umgang mit anderen von Diktatoren regierten Nationen bevorzugen sollten.
Sanktionen dienen in erster Linie dazu, die empörte Volksseele zu beruhigen und treffen immer das Volk, welches für die Gräueltaten eines irren Diktators leiden muss. Deshalb sind wir nicht schlecht beraten, trotz aller solidarischen Rachegelüste eine gewisse Mässigung an den Tag zu legen. Ein Staat, der mit seinen Atomwaffen die Welt in Schutt und Asche legen kann, braucht keine „Sicherheitsgarantien“ und es bleibt zu hoffen, dass das russische Volk oder Teile des Militärs die Kraft aufbringen können, die wir bei Hitler leider nicht hatten.
Ehrliche Aufarbeitung und Ursachenforschung ist notwendig, um überhaupt wieder an Diplomatie denken zu können und dabei ist blindwütiger Aktionismus, der das wirtschaftliche Ende Russlands anstrebt, sicherlich die schlechteste Strategie.
Hektische 180-Grad-Wenden immer erst durchzuführen, wenn man an die Wand gefahren ist bzw. von anderen dazu gezwungen wird, kann und darf nicht zur politischen „Normalität“ bei uns werden. Diese Haltungsakrobatik muss dazu führen, dass wir kritisch hinterfragen mit welcher Art von Eigenverantwortung wir unsere Zukunft gestalten wollen und welche Korrekturmassnahmen seitens der politisch Verantwortlichen unverzüglich vorgenommen werden müssen.
„Frieden-schaffen-ohne-Waffen“ ist zur puren Illusion verkommen, ebenso wie der „Eine-Welt-Freunde-Glaube“ und die nackte Kriegsrealität hat uns schneller eingeholt als von den vielen Experten der friedlichen Koexistenz erwartet.
Die Feinde der Freiheit, des Rechtsstaats, der Menschenrechte und der Demokratie sitzen nicht nur in Moskau oder Peking und wir müssen aufpassen, dass sie nicht auch in unseren Breitengraten vermehrt Einzug halten können.
Wie dem auch sein mag, mein teilsolidarischer Zweck-Egoismus wird mir helfen auch mit diesen neuen Konstellationen vom unfriedlichen Miteinander klarzukommen und trotzdem ein lebenswertes Dasein beizubehalten. Ich hoffe aber innbrünstig, dass wir von langen, lähmenden Grundsatzstreitdebatten der Regierenden verschont bleiben und ein ausgewogener Realismus die Oberhand gewinnt.
„Das Hauptproblem von Ethik und Politik besteht darin, auf irgendeine Weise die Erfordernisse des Gemeinschaftslebens mit den Wünschen und Begierden des Individuums in Einklang zu bringen.“
Bertrand Russell
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