Schwindelei und Lüge – Die leidige Wahrheit der Zeitenwende

Immer ehrlich zu sein ist eine Lüge
Unzählige psychologische Test und Untersuchungen haben den Beweis erbracht, dass die Menschen praktisch täglich lügen und sehr oft gar nicht merken, dass sie es tun.
Dabei muss man zur Ehrenrettung sagen, dass sie einige ihrer Schwindeleien und Unwahrheiten nicht wirklich wahrnehmen, da das Unterbewusstsein sie herausfiltert und gegenstandslos erscheinen lässt.
Gerade im Berufsleben kommt es bei kollegialen Gesprächen öfters vor, dass man kleinere Schwindeleien begeht und dabei versucht sich in ein besseres Licht zu stellen oder einen Vorteil zu verschaffen.
Die Psychologie geht sogar davon aus, dass Lügen lebensnotwendig ist, um sich den Tagesablauf und das Miteinander mit anderen Menschen zu erleichtern.
Die Lüge hat traditionell ein schlechtes Renommee und sie gilt per se als unmoralisch und verwerflich. Selbst Notlügen, Höflichkeitslügen oder Lügen zur Abwendung einer Gefahr haftet der Ruf der Unaufrichtigkeit und Falschheit an, auch wenn sich nicht dazu dienen den Gegenüber absichtlich zu täuschen oder zu schädigen.
Wahrheiten zu leugnen oder Unwahrheiten zu verbreiten gehört zum täglichen Leben, ebenso wie das Formulieren von Ungenauigkeiten und Übertreibungen sowie die Verbreitung von Halbwahrheiten und das strategische Unterschlagen und Auslassen von Informationen. Das gilt für das Privat- und Geschäftsleben in gleichem Masse und in der Politik sowieso.
Am häufigsten belügt der Mensch sich selbst. Diese Form der Realitätsverleugnung wird mit der Zeit in die eigene Persönlichkeitsstruktur integriert, sodass es allmählich für die betreffende Person immer schwieriger wird, Lüge und Wahrheit auseinanderzuhalten, egal ob es sich um kleine Notlügen oder bewusste Täuschungen handelt, die als falschverstandenen Selbstschutz angesehen werden.
Es wird zwischen subjektiven und objektiven Lügen differenziert, wo bei der subjektiven Lüge wissentlich die Unwahrheit gesagt wird und bei der objektiven Lüge es darauf ankommt, was faktisch gegeben ist und dies unabhängig davon, ob man es selbst für wahr oder unwahr hält.
Besonders interessant wird es, wenn man unwillentlich die Wahrheit sagt, obwohl man eigentlich lügen wollte und man im dicht gewobenen Dickicht aus Wahrheit und Lüge die Orientierung verloren hat.
Es ist den meisten Menschen unbekannt, dass das Strafgesetzbuch den Tatbestand der Lüge nicht kennt. Es schützt zum Beispiel die Echtheit von Urkunden, aber nicht die Wahrheit. Es gibt sogar Jura-Professoren, die propagieren, dass der Rechtsstaat zur Gewinnung von Informationen grundsätzlich leugnen, täuschen oder lügen darf, ja sogar muss.
Wenn Koryphäen der Jurisprudenz solche Auffassungen zur Ehrenrettung der Lüge vertreten, ist es für mich kaum noch verwunderlich, dass unsere Politiker in ihr keine besondere Gefahr sehen und sie als ein Instrument der intellektuellen Freiheit missbrauchen. Es gibt viele Formen der Lüge und Unwahrheit, was anscheinend gut für die Politik ist, so nach dem Motto, wer will schon in der tristen Welt der absoluten Wahrheit leben.
Politische Lügen sind so alt wie die Politik selbst. Doch im hemmungslosen Internet-Zeitalter kann in den sozialen Medien jeder Lügen und Fake-News verbreiten und die Wahrheit ist umkämpfter denn je. Auf Dauer beschädigt dieser exzessive Umgang mit der manipulativen Wahrheitsfälschung die gelebte Demokratie, die Ehrlichkeit bleibt auf der Strecke und wird zum Auslaufmodell.
Die Pathologie der Lügen
Wie bereits eingangs erwähnt, ist die Selbstlüge ist die häufigste Form der Falschaussage, wenn man der wissenschaftlichen Lügenforschung Glauben schenkt. Sie hat meist zum Ziel, dass man unliebsame Wahrheiten verdrängen will. Die guten Vorsätze zum neuen Jahr sind ein Beispiel dafür. Es werden Sätze zum Besten gegeben, die schon beim Aussprechen unterbewusst als Lüge wahrgenommen werden, weil man sich einer Illusion hingibt, die dazu dienen soll, wider besseren Wissens sein Leben optimaler in den Griff zu bekommen.
Suggestive Eigenbeeinflussung ist grundsätzlich ein guter Ansatz. Viele Leute nehmen sich etwas vor und vergessen aber dann, dass den Worten Taten folgen müssen. Meist gelingt es leider nicht die klaffende Lücke zwischen der persönlichen Einstellung und der Wirklichkeit zu schliessen. Je näher sich die Vorstellung und die Realität sind, um so grösser sind dann auch die Chancen, dass dem Gedanken und Vorsatz auch eine Aktion folgt, welche das persönliche Wohlbefinden steigert.
Die freundschaftliche Notlüge oder auch Anstandslüge genannt, stellt einen quasi-Kavaliersdelikt des Alltags dar, weil man Dinge von sich gibt, die im Kern nicht stimmen, aber man vermeiden möchte, den Gegenüber verbal zu verletzen und/oder eine Beziehung zu stören.
Angstlügen bieten nur einen geringen Schutzfaktor und enttarnen sich meist von selbst, weil die Überprüfung der verdrehten Wahrheit relativ leicht ist.
Die skrupellose Lüge beinhaltet einen Vorsatz und wird gezielt eingesetzt, um Menschen hemmungslos zu täuschen und in die Irre zu führen. Man will sich damit einen eigenen Vorteil verschaffen, wirft sämtliche moralische Vorbehalte bedenkenlos über Bord und bewegt sich am Rande der Kriminalität.
Die notorische Lüge auch pathologische Lüge genannt, ist von krankhafter Art und ist in der Regel ein Zeugnis von narzisstischer Persönlichkeitsstörung. Sie kann bis zu einer Erinnerungsverfälschung führen, die sich an der Grenze zur bewussten Falschaussage bewegt und schlussendlich in einer selbstverordneten Amnesie endet. Beispiele hierfür gibt es ja bei uns in der jüngeren Vergangenheit zuhauf.
Politische Lebenslügen
Wenn politische Realitätsverluste zu gravierend werden und permanent als Nährboden für schwerwiegende Fehleinschätzungen dienen, wird schnell aus einer temporären Scheinwahrheit eine Lebenslüge. Diese kann ohne weiteres über Jahre und Jahrzehnte Bestand haben und sich zu einem gefährlichen Narrativ entwickeln.
Falls Illusion und Schein kontinuierlich überhandnehmen und sich daraus Wahnideen bilden, die mit der gelebten Wirklichkeit kollidieren, wird die Basis für Krisen geschaffen, deren negative Folgen sich auf das politische und gesellschaftliche Leben auswirken und von grosser Tragweite sein können.
Deutschland stellt ein Prozent der Weltbevölkerung und ist für ca. zwei Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich und trotzdem ist man der Meinung, dass die deutsche Klimapolitik entscheidende Auswirkungen auf das globale Klima hat und eine totale Dekarbonisierung und eklatante Schwächung der Wirtschaft notwendig macht. Die im Wahlkampf 2021 getätigten Aussagen, dass Deutschland darüber entscheide, ob die Pariser Klimaziele eingehalten werden können, ist eigentlich ein blanker Unsinn, der wegen seiner Absurdität nicht das Kriterium einer Lüge erfüllt und höchstens einer ideologische Wahnvorstellung gleichkommt.
Die irrige Annahme, dass andere Länder Deutschland als Vorbild nehmen und uneingeschränkt unserem Beispiel folgen, wird von vielen unserer Politiker gebetsmühlenartig propagiert, obwohl sich das bereits bei unserem frühen Atomausstieg als Trugschluss erwies und bei der Flüchtlings- und Migrationspolitik seine Fortsetzung fand.
Die Mutmassung, dass wir Deutschen in der Welt beliebt sind, steht auch auf sehr tönernen Füssen und wir lassen nichts aus, um mit unserer oberlehrerhaften Attitüde und Arroganz das Gegenteil zu beweisen und bauen damit mehr Misstrauen auf als ab.
Niemals zuvor waren Frauen emanzipierter und privilegierter als heute und trotzdem versuchen professionelle Frauenlobbyisten und „Genderwissenschaftler“ durch übersteigertem Proporz- und Quotenwahn vom Leistungsprinzip abzuweichen und geschlechtliche Identitätskriterien einer fachlichen Qualifikation vorzuziehen.
Ich will mir nicht anmassen, dies alles als Lebenslügen anzuprangern, doch es sollte schon die Frage gestattet sein, ob es sich bei diesen Aussagen um parteiopportune Schwindeleien oder andauernde Lügerei handelt.
Leider haben wir noch einige negative Bespiele mehr, wie z.B., dass die Meinungsfreiheit nach wie vor garantiert und Cancel Culture bei uns kein Thema wäre, die Migration keine Auswirkungen auf unseren Wohlstand hat, unsere Integrationspolitik kein Rohrkrepierer ist sowie Rassismus und Diskriminierung unser Land besonders belasten würden.
Ebenso kann die Mär, dass Deutschland ein sehr reiches Land ist, nicht mehr aufrechterhalten werden. Wir zahlen die höchsten Steuern und haben weltweit die höchsten Energiepreise. Unsere Arbeitnehmer müssen länger arbeiten, wie die meisten Bürger in Europa und bekommen dafür geringere Renten.
Der Zentralwert für das geldwerte Vermögen der Deutschen ist im europäischen Vergleich in den unteren Regionen angesiedelt und in Deutschland besitzt nicht einmal jeder Zweite Wohnungseigentum. Da es mit dem Wissenschafts- und Industriestandort Deutschland in Zukunft weiter bergab gehen wird, wir mit Inflation und Rezessionen zu kämpfen haben werden und unsere Staatschulden durch die Decke schiessen, ist auch nicht damit zu rechnen, dass sich in dieser Hinsicht etwas zum Positiven ändern wird.
Schlussendlich ergibt sich immer wieder die gleiche philosophische Fragestellung nach der Verantwortlichkeit und ob diejenigen, welche diese Art von Lebenslügen verbreiten und vertreten mehr Schuld haben als diejenigen, welche diese glauben.
Wer der fälschlichen Annahme ist, dass unser mehr und mehr wackliger werdendes Staatsfundament ausreichend ist, um Taktgeber und Vorbild für die ganze Welt spielen zu können, ist schon sehr blauäugig unterwegs und gut beraten, mal einen längeren Blick hinter den Vorhang der unlauteren Versprechungen, Schwindeleien und Lügen zu werfen. Er sollte seine Ansichtsweise „des weiter so“ gründlich überdenken und sich einer, der wirklichkeitsnahen Situation angepassten, Selbstreflexion unterziehen.
Parteiopportune Schwindelei mutiert zur Dauerlügerei und Manipulation
Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass in der Politik bewusst falsche Fährten gelegt werden, um von tatsächlichen Zuständen abzulenken, die einer Wirklichkeitsverweigerung gleich kommen und negative Kritiken bewirken würden. Es war schon immer so, dass es beim politischen Kampf der Parteien in erster Linie um Mehrheiten geht und nicht um Wahrheiten.
Die Häuptlinge der gespaltenen Zungen betonen, trotz ihrer chronischen Fehlprognosenquote, zwar immer wieder ihre Ehrlichkeit, doch die Bürger sind wegen der fortschreitenden Vertuschungssystematik ungläubig bzw. misstrauisch geworden und die Bereitschaft richtig zuzuhören schwindet in erschreckendem Masse.
Wahrheiten, die den Umbau des Sozialstaats betreffen sind meist unpopulär, denn die Realisierung aller vordringlichen Massnahmen sind sehr teuer bzw. unbequem und sie erfordern in der Regel Verzicht auf Gewohntes.
Die ideologische und institutionalisierte Lüge ist die Basis für interdisziplinäre Manipulationen und Täuschungen, die darauf abzielen, mögliche Perspektiven so modulieren, dass der Urheber sich daraus persönliche oder gesellschaftliche Vorteile verschaffen kann. Diese Gesinnungshaltung dient dazu, um die Machtposition im sozialen Raum zu verbessern oder zu festigen, wobei ethisch-moralische Überlegungen keine Rolle spielen.
Die Falschaussage wird als konzeptionelle Notwendigkeit angesehen, die keine Unterschiede zwischen Fiktion und Wirklichkeit macht und die Beugung der Wahrheit dazu dient, den Erwartungen der Bürger Genüge zu tun.
Durch Leugnung etablierter Fakten, verkommt die Wahrheit des eigenen Wortes zu einer gross angelegten, rhetorischen Täuschungsaktion deren Strukturmerkmale ein volksschädigendes Verhalten auslösen kann.
„Man kann nur lügen, wenn man sich seine Lügen merken kann“, ist ein bemerkenswertes Buchzitat von Gregor Gysi, indem er u. v.a. noch bemerkt, dass Selbstironie die höchste Form der Arroganz darstellt.
Der notorische Dauerlügner muss ein hervorragendes Gedächtnis haben, damit er sich in seinen Lügengeschichten nicht selbst verstrickt und er hat sie als seine ureigenste, pathologische Wahrheitsform manifestiert und sich damit komplett von der Realität abgenabelt.
Das beste Beispiel ist der verhängnisvolle Sprachschatz von selbst ernannten Führenden, wie unser Kanzler einer ist, der gönnerhaft den unwissenden Jungs und Mädels vermittelt, dass er nicht das tut, was sie wollen, weil die bestellte Führung darin besteht, dass man heisse Luft verbreitet, Konflikten aus dem Weg geht oder wenn alle Stricke reissen, diese aussitzt und wenn alles nicht hilft, Erinnerungslücken ins Feld führt.
Lügen für den Frieden und Etikettenschwindel für die grosse Transformation zu betreiben, um eine unangemessene staatliche Regulatorik zu kaschieren, die sich letztendlich als gesellschaftsschädliche Blamage erweisen könnte, darf nicht zu einem politischen Kavaliersdelikt verkommen, bei welchem die Mittel, egal welcher Art, auf Teufel komm raus, dem angestrebten Zweck dienen müssen und deren moralische Verwerflichkeit permanent unter den Teppich gekehrt wird.
Alternativen gegenüber bestehenden Importabhängigkeiten, welche das wirtschaftliche Überleben sichern sollen, werden in der Regel immer teurer sein, die Realeinkommen schmälern und den Wohlstand mindern. Dies ist sicherlich verstärkt der Fall, wenn man apodiktisch auf ideologisch motivierte Fehleinschätzungen beharrt und die vorhandenen, heimischen Versorgungsmöglichkeiten durch Braunkohle, Schiefergas und Nordseeöl kategorisch nicht in die Zukunftsüberlegungen mit einbezieht und nicht nutzen will.
Starrsinnigkeiten, welche Wahrheiten verschleiern und mögliche Vorteile und Kompensationen nicht zulassen, führen dazu, dass das Volk bewusst manipuliert und der geostrategische Rosstäuscherei Tür und Tor geöffnet wird.
Verzicht muss nicht automatisch Entbehrung bedeuten und gewisse Einschränkungen können sich letztendlich sogar als dienlich erweisen und zum wertvollen Bestandteil des zukünftigen Lebens werden.
Fazit der wenig erfreulichen Art
Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Wahrheit in der Kommunikation eher die Ausnahme darstellt und nur knapp 40 Prozent unserer Alltagsäusserungen wahr sind.
Allerdings sind die 60 Prozent der Schwindeleien und Lügen nicht im Sinne eines kriminellen Vorsatzes zu sehen, sondern die Verbreitung der Unwahrheiten sind überwiegend proszozialer Art. Diese Verhaltensweisen stellen persönliche Handlungen dar, die aus einer altruistischen Motivation resultieren oder einem egoistischen Eigennutz folgend, den Adressaten zugutekommen sollen.
Die Wahrheit existiert nur im Einzelnen und das Allgemeine ist die Unwahrheit. Würden wir jeden Tag nur die reine Wahrheit sagen, wäre ein soziales Miteinander gar nicht mehr möglich. Trotzdem sollte man immer nur dann lügen, wenn man der Meinung ist, dass es ethisch vertretbar ist und niemand zu Schaden kommt.
Leider wird mit dieser Erkenntnis sehr fahrlässig umgegangen und diese innere Haltung hat in der Politik kaum noch eine Bewandtnis, da man es in der Regel mit der Verantwortungsübernahme nicht so genau nimmt und die Mandatsträger auch bei eklatanten Fehlleistungen an ihren Stühlen kleben bleiben und jegliche Gerechtigkeitssensibilität abhandengekommen ist. Der Platz wird erst geräumt, wenn der öffentliche Rücktrittsdruck zu gross geworden ist, oder man die politische Verantwortung für das schändliche Versagen freiwillig übernimmt, um weiteren Skandalisierungen und Regressforderungen aus dem Wege zu gehen.
Ideologische Wahrheiten die Lügen sind, aber nicht als solche wahrgenommen werden, nehmen in der zunehmend bunter werdenden Politik immer grössere Räume ein und führen zu einer rechthaberischen Rhetorik, welche der Überzeugung ist, die einzige Wahrheit zu kennen.
Umstände, die nicht in das festgefügte Weltbild passen, werden einfach negiert, da man das eigene Tun für das einzig Richtige hält und für die Umsetzung lediglich das Umfeld noch nicht passend ist.
Wenn die Wahrheit einzig und allein als eine Art lästige „Requisite“ angesehen wird, bei der den Halbwahrheiten Tür und Tor geöffnet sind und sich die Grenzen zwischen Lüge und Wahrheit ständig verändern, werden nach eigenem Gutdünken Anpassungen vorgenommen, die als reine Mittel zum Zweck der Eigenvorteilnahme dienen.
Mit Halbwahrheiten werden keine Probleme gelöst, sondern nur „zugedeckt“ und in die Zukunft verschoben. Deshalb erfreuen sie sich bei den Gegenwartsmenschen einer grösseren Beliebtheit, da der Weg des geringeren Widerstandes immer noch als einer der einfacheren und besseren angesehen wird.
Man merkt nicht, dass diese Art der manipulativen Abschottung zu einer Verbissenheit und Militanz führt, welche keine Grundlage für eine Begegnungskultur ist, die den offenen Dialog pflegt und ein freies Miteinander möglich macht. Abgrenzung und Ausgrenzung treffen sich im Gleichschritt und die sozialen Welten driften unaufhörlich auseinander.
Die Übersichtlichkeit der politischen Prozesse geht total verloren und es macht sich eine Angstkultur in der Bevölkerung breit, die dann fortschrittsfeindlich wird, wenn der Bürger das Gefühl hat, belogen zu werden und er seine persönliche Sicherheit durch die Politik nicht mehr gewährleistet sieht.
Im alttestamentarischen ersten Brief an Timotheus, Kapitel 2, will Gott, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Er möchte, dass wir die volle Wahrheit erkennen und uns nicht mit Halbwahrheiten, die wie Falschgeld sind, abspeisen lassen.
Von diesen biblischen Wünschen und Forderungen sind wir Lichtjahre entfernt und es steht gräulich und grässlich im Lande. Die Propheten weissagen Lüge, denn sie predigen Halbwahrheiten, die Priester herrschen auf eigene Faust und das Volk hat es augenscheinlich gern so. Aber was werdet ihr tun, wenn es damit ein Ende hat und das irdische Armageddon droht?
Diese gute Frage sollten wir uns alle stellen, egal welchen Konfessionen und politischen Glaubensrichtungen wir angehören. Wir müssen die Predigten der Politpropheten hinterfragen, diese auf deren Wahrheitsgehalt überprüfen, damit wir nicht wie die Lämmer zur ideologischen Schlachtbank geführt werden können.
Gregor Gysi hatte auf die ultimative Aussage „wer betrügt, der fliegt“ die Frage gestellt, wo wir den dann mit dem gesamten Bundestag hinwollen. Ein satirischer Wachrüttler von Einem der es wissen müsste, wie es in den unterschiedlichen Parlamenten zugeht und wie es mit der Wahrheit bestellt ist.
In den aktuellen, stürmischen Zeiten, in denen die jeweilige Wahrheit und der daran angekoppelte linke Zeitgeist geradezu fest betoniert erscheint, haben wir trotzdem schnell gelernt aus Pflugscharen Schwerter zu machen und sie gegen das Böse des Tyrannen Putin einzusetzen. Die gegenwärtige Erkenntnistheorie hat die unrealistische, pazifistische Zukunftsideologie überwunden, man hat sich aus deren Zwängen befreit und den Terror des Realen als eine wirkliche Bedrohung wahrgenommen.
Man hat schmerzlich realisiert, dass mit den auf Ausgleich bemühten, friedenstiftenden Argumentationen dem kriegerischen Tun nicht beizukommen ist, gleichzeitig aber nicht das militante Töten als Gutes legitimiert und gefordert, dass die gewählten Mittel die Wahrheit über den beabsichtigten Zweck aussagen.
Damit bleibt selbst für einen technokratischen Ketzer und Skeptiker wie mich noch ein Funken Hoffnung, dass die pragmatische Vernunft, wenn auch nur langsam und scheibchenweise in der Ampel-Regierung Einzug halten, die notwendige Zeitenwende nicht zur verbalen Makulatur des Berufszauderers Scholz verkommen wird und die Sonderwege der Koalition nicht den Anschluss an die internationale Entwicklung vermasseln.
Ruhe zu bewahren ist die oberste Bürgerpflicht, aber sich dem „Unvermeidlichen“ zu fügen, ist eine Einstellung, die wir schnellstens ablegen sollten und sind gut beraten, die staatliche „Regulatorik“ nicht als von Gott gegeben anzusehen.
Wir müssen uns gegen eine über griffige „Blut, Mühen und Tränen“ – Politik wehren, die einerseits eine „Verzichtkultur“ fordert und bei der andererseits das Geld mit vollen Händen aus dem parlamentarischen Fenster geworfen wird und in den Reihen der Staatsdiener die Eigenversorgung durch Erhöhung der Bezüge, auch während der Krisenzeiten, die gelebte Normalität darstellt.
Das aus Heinrich Heines Wintermärchen bekannte, geflügelte Wort „öffentlich Wasser predigen und heimlich Wein trinken“, trifft leider für unsere Parlamentsvertreter in vollem Umfang zu und ist Zeugnis vom irdischen Jammertal und dem heuchlerischen Entsagungslied, welches einlullend aus dem himmlischen Polit-Eiapopeia tönt.
Ich habe keine Lust meinen restlichen Lebensabend in einer der öderen Perioden der Weltgeschichte verbringen zu müssen und deshalb sollte seitens der Politik schnellstens dafür gesorgt werden, dass eine realistische Krisenbewältigungsstrategie bei uns priorisiert wird. Wir müssen schnellstens wieder in ein wirtschaftliches Fahrwasser gelangen, das zu Optimismus Anlass gibt und uns einen bescheidenen Wohlstand, ohne lebensbedrohende Existenzängste, ermöglicht.
„Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie sehen aus wie sanfte Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reissende Wölfe“.
Matthäus 7:15-23
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