Klima tut Not und der notwendige Paradigmenwechsel lässt auf sich warten

Klima tut Not und der notwendige Paradigmenwechsel lässt auf sich warten

Um den Leser von Blog-Beiträgen nicht zu ermüden, sollte der Verfasser den Beitrag nicht zu ausschweifend gestalten. Das Thema Klima erfordert aber, bedingt durch seine ureigenste Komplexität, eine umfangreichere Darstellung der bestehenden Gegebenheiten und der daraus resultierenden, möglichen Problemlösungsstrategien. Ich hoffe, dass die nachfolgende Ausführung dazu führt, sich etwas intensiver mit diesem schwierigen Thema auseinanderzusetzen und die Meinungsbildung positiv beeinflusst.   

Es ist unstrittig, dass wir in den wichtigen Handlungsfeldern Energiewirtschaft, Verkehr, Industrie, Gebäudeeffizienz, Landwirtschaft und Landnutzung nachhaltige Massnahmen zur Ressourcenschonung und Emissionsminderung benötigen, um wenigstens annähernd die hoch ambitionierten Klimaschutzziele der Europäischen Union und Deutschlands zu erreichen.

Deutschland hat dabei, als eines der (noch) weltweit wichtigsten Industrieländer, eine besondere Verantwortung und sieht sich in der selbstauferlegten Rolle einer Nation mit Vorreiter- und Vorbildfunktion, die sich allerdings in einer stetigen Abwärtsspirale befindet.

Die deutsche Politik hat beschlossen bis 2022 die Atomkraftwerke abzuschalten und will zusätzlich möglichst schnell raus aus der Kohle- und Gasverstromung. Man fordert vehement regenerative Energien, aber gleichzeitig wollen die Bürger keine landschaftsverunstaltenden Stromtrassen, Windräder und Solarflächen in der Nachbarschaft, so nach dem Motto: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“. 

Jeder will im Grunde die Energiewende, aber bitte nicht vor der eigenen Haustür. Die steigende Zahl von Planungsvorbehalten der Gemeinden und anhängenden Einsprüchen von Bürgern wegen Verletzung der Nachbarschaftsrechte, erweisen sich als nicht zu unterschätzende Hindernisse für die Windkraft Genehmigungsverfahren. Dies alles führt zu eklatanten Verzögerungen bei der Umsetzung der Vorhaben. Da aber trotz behördlicher Genehmigung keine wirkliche Rechtssicherheit gegeben ist und da es immer noch bei über 80 Prozent der bisher genehmigten Projekte zu Klagen gekommen ist, machen viele Investoren einen Rückzieher und nehmen Abstand von weiteren Projektierungen. 

Ähnlich kann es sich bei der Realisierung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Solarparks verhalten, besonders dann, wenn die Belange der Landwirtschaft bezüglich nachhaltiger, heimischer Nahrungs- und Futtermittelproduktion nicht ausreichend Berücksichtigung finden oder der lokale Entzug von rentablen Bewirtschaftungseinheiten zur Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit von ländlichen Familienbetrieben führt und deren Existenz bedrohen könnten.

Da die staatlichen Subventionen für Solarkraft höher sind, ist der Zulauf grösser, doch besteht die Gefahr, wenn diese Zuwendungen abgelaufen sind und der Strohfeuereffekt verpufft ist, dass diese Anlagen danach der Verschrottung zugeführt werden, weil die Wertschöpfung/Rentabilität nicht ausreichend ist. Die private Nutzung auf dem Dach, welche die Länder zunehmenden fordern, kann sich der Betrieb von Solarzellen etwas komplexer gestalten, da es unterschiedliche Bewertungen der Finanzämter gibt, was die Pflicht zur Zahlung von Umsatzsteuer, Einkommensteuer und Gewerbesteuer anbelangt.

Bei den regenerativen Energien sollte die Wasserkraft nicht ausserachtgelassen werden, die in Baden-Württemberg und Bayern ihren ausgeprägten Schwerpunkt hat. Einem Ausbau stehen die sehr langwierigen Planungs- und Realisierungszeiträume im Wege. Deshalb werden auch hier interessierte Investoren abgeschreckt.

Strom aus dem Meer mittels Wellenenergie zu erzeugen, kann auch als eine Möglichkeit angesehen werden, doch sind die Investitionskosten sehr hoch, ebenso wie die Verschleisserscheinungen, die durch das aggressive Meerwasser hervorgerufen werden. Die Pilotprojekte hatten sehr viele Kinderkrankheiten, doch gibt es bereits seit 2008 in Nordirland ein Kraftwerk, das von der Gezeitenströmung angetrieben wird und zuverlässig Strom ins Netz liefert.

Osmose Kraftwerke, die da eingesetzt werden können, wo Süsswasser aus Flüssen ins Meer gelangt, befinden sich ebenfalls in der Testphase, doch sind auch hier die Investitionskosten sehr hoch und es ist fraglich, ob diese Methode jemals konkurrenzfähig wird und gewinnbringend arbeiten kann.

Ebenso nimmt die Stromerzeugung aus gasförmiger, flüssiger oder fester Biomasse überproportional kontinuierlich zu und ist nicht zu unterschätzen. Da sich allerdings mit konventioneller Technik nur etwa 35 Prozent der im Brennstoff enthaltenen Primärenergie in elektrischen Strom umwandeln lässt, ist es sinnvoll, die bei der Stromerzeugung anfallende Abwärme zu nutzen (Kraft-Wärme-Kopplung), was den Wirkungsgrad der Anlagen erheblich erhöht und die Versorgung von Haushalten mit Fernwärme möglich macht. Ein grosser Vorteil der Biomasse Stromversorgung ist, dass eine Speicherung gut möglich ist.

Allerdings muss bei aller Euphorie unbedingt darauf geachtet werden, dass die Bioenergiegewinnung sich nicht nachteilig für die Forst- und Landwirtschaft entwickelt. Da der Anbau von Energiepflanzen grosse Ackerflächen beansprucht, wäre es natürlich sinnvoll, dass möglichst nur Abfallprodukte für die Erzeugung von Bioenergie verwendet werden. So entstehen keine unerwünschten und bodenschädigende Monokulturen und es besteht keine Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelmittelproduktion.

Mikroalgen zur Energiegewinnung zu nutzen kann sich u. U. als eine sehr interessante Alternative erweisen. Sie benötigen kein Ackerland, lassen sich überall ansiedeln, kommen mit wenig Wasser aus und geben sich sogar mit Salz- und Abwasser zufrieden. Bei der Fotosynthese der Algen entsteht Synthesegas, aus dem die Energie gewonnen werden kann. Momentan sind Forschungen im Gange, welche dazu beitragen können, dass in entsprechend konstruierten Gebäuden mehr als 40 Prozent Energie, 30 Prozent Wasser und 35 Prozent CO2-Ausstoss eingespart werden können.

Inwieweit Wasserstoff als Energieträger der Zukunft angesehen werden kann, ist noch ziemlich ungewiss. Die anfängliche Euphorie hat sich gelegt und es gibt immer mehr Zweifler, wenn auch die linkslastige Ministerpräsidentin Schwesig jüngst im Fernsehen vollmundig propagierte, dass es sich um die Zukunftstechnologie des 21. Jahrhunderts handelt, bei der die BRD eine Schlüsselrolle spielt. Weiter Einzelheiten siehe auch in meinem Blog-Beitrag zur Zukunftstechnologie Wasserstoff.

Der Geothermie geht es ähnlich wie dem Wasserstoff. Die Kritiker nehmen Oberhand und die Akzeptanz in der Bevölkerung ist gering, da die Gefahr von Erdstössen gegeben ist und deswegen auch schon Projekte gestoppt wurden.

Abwärmenutzung mittels Wärmepumpen kann in Industrie und Landwirtschaft dazu beitragen, dass neben der Erzeugung von Kälte, Strom und Dampf, die Beheizung von Gebäuden und Gewächshäusern und die Erwärmung von Brauchwasser den Ausstoss von CO2 in grossem Umfang minimiert.

Bei Realo-Politkern und vielen Wissenschaftlern erheben sich, aufgrund der sehr komplexen Atomenergie Gemengelage, auch Zweifel, ob der geplante, relativ kurzfristige und alleinige Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie der wahre Königsweg ist. Die aktiven Atom Reaktoren in Deutschland stellen den höchsten Sicherheitsstandard dar, im Vergleich zu den AKWs, die in den anderen Europäischen Ländern betrieben werden und die sich zum Teil in deutscher Grenznähe befinden. Frankreich hat derzeit 58 betriebsfähige Reaktoren, UK hat 15, Schweden 8, Belgien, 7, Spanien 7, Deutschland 7, Tschechien 6, Schweiz 5, Slowakei 4, Ungarn 4, Finnland 4, Bulgarien 2, Rumänien 2, Slowenien 1 und Niederlande 1.

Der Betrieb von Atomreaktoren ist ohne Frage riskant, doch vielversprechende, neuzeitliche Entwicklungen zeigen, dass durch innovative Technologien diese Risiken signifikant reduziert werden können und ein wirtschaftlicher Betrieb zur Stromerzeugung möglich ist. Wenn auch der Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland von der Politik als alternativlos angesehen wird, kann es durchaus möglich werden, dass besondere Umstände es erfordern könnten, sich inhaltlich wieder damit zu beschäftigen. Eine Arbeitsgruppe der FDP schlägt bereits die Verlängerung der Laufzeit deutscher Atomkraftwerke vor. Unsere Nachbarn in Europa setzen auf Atomenergie und in der EU wird darüber nachgedacht, diese sogar zu fördern.

Frankreich hat aktuell verkündet, dass man eine Milliarde Euro in den Ausbau der Atomenergie investieren und eine Führungsrolle in Europa einnehmen will. Als erstes Ziel wurden Investitionen in neue, kleine Atomkraftwerke (SMR – Small Modular Reactor) genannt, die sicherer seien. Auch in neue Technologien zur besseren Verarbeitung des Atommülls werde man investieren.

Ungeachtet dessen muss der schrittweise Ausstieg aus der fossilen Strom- und Kraftstofferzeugung oberstes Ziel sein und auch bleiben. Der ins politische Auge gefasste, komplette Ausstieg aus der Kohleverstromung ist allerdings weltweit gesehen für die mengenmässige Emissionsminimierung von Treibhausgasen nur wenig relevant. Der deutsche Anteil bei den globalen, anthropogenen CO2 Emissionen beträgt lediglich ca. 2,5 Prozent, allerdings gilt es auch zu bemerken, dass wir mit ca. 9,8 Tonnen CO2 Emission pro Kopf und Jahr und mit einem Anteil von ca. 18 Prozent der grösste Emittent in der EU sind. Nach wie vor, setzen sehr viele Länder immer noch auf die Kohle als Stromerzeuger. Ca. 1.380 Kohlekraftwerke werden global neu gebaut bzw. erweitert und ein tendenzieller Rückgang ist weltweit noch nicht zu verzeichnen.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus dieser komplexen Gemengelage?

Es ist nachvollziehbar, dass sich besonders die Jugend Sorgen um die Zukunft macht und es ist wirklich lobenswert, dass sie sich für eine Energiewende und Klimaverbesserung einsetzt und dafür auf die Strasse geht, um für notwendige Änderungen zu demonstrieren. Das Recht zur friedlichen Demonstration und die Versammlungsfreiheit sind verfassungsrechtlich geschützt und wichtige Beiträge zur demokratischen Meinungs- und Willensbildung.

Was in Schweden seinen Anfang nahm und mit einem unvorstellbar aufwendigen, von diversen Klima Lobbyisten perfekt gesponsorten Rummel seine Fortsetzung in Deutschland und nun schon in der ganzen Welt fand, hat sich zu einer Monsterbewegung entwickelt, die nun auch zunehmend von linksextremen Umweltaktivisten unterwandert und als Plattform missbraucht wird.

Der Hype um Greta Thunberg und ihre Aussage „Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre“ hat fast auf der ganzen Welt zu einer wahren Fridays-for-Future Massenbewegung geführt, welche durch die tiefgreifende Instrumentalisierung der Jugend eine ureigenste Dynamik erfahren hat.

Ein intensives CO2-– Gehirn Fracking, welches einer Klima-Gehirnwäsche gleichkommt, macht eine grosse Anzahl der juvenilen Protestierer, die meist die komplexen Zusammenhänge der z. T. sehr konträr geführten Debatten nicht verstehen, zu mitlaufenden Klimahysterie Marionetten. 

Bei den Demonstrationen wird eine endzeitliche Weltuntergangsstimmung verbreitet und der Eindruck erweckt, dass wir uns in einem akuten Klimanotstand befinden und es keinerlei Aufschub mehr geben darf, um die Welt von dem bösen und hochgefährlichen CO2 zu befreien. Dabei wird vollkommen ausserachtgelassen, dass CO2 ein lebensnotwendiges Gas ist, ohne dies es keine Photosynthese gibt und keinen Sauerstoff zum Atmen. CO2 sichert unsere Ernährung und ohne CO2 gäbe keine Bäume, kein Obst und kein Gemüse.

Deshalb muss die an für sich friedliche F-f-F Bewegung sehr gut aufpassen, mit wem man sympathisiert und koalieren will, und dass sie nicht von verwahrlosten, kriminellen Elementen unterwandert wird, die ihre Zerstörungswut unter dem Deckmantel des Klimanotstandes ausleben wollen. Tendenzen hierzu sind leider schon ersichtlich, wenn man sich Parolen wie „Burn Capitalism not Coal“ vergegenwärtigt.

7 Milliarden Menschen atmen ca. 2,5 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr aus, was ca. 10 Prozent der anthropogenen Emissionen entspricht und annähernd alle Autos dieser Welt emittieren „nur“ 1,5 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr. Wie die UNO jüngst prognostizierte, wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf ca. 10 Milliarden anwachsen und die Bevölkerungszahl in Europa wird rückgängig sein und in Deutschland werden dann nur noch 74 Millionen Menschen wohnen.

Verantwortlich für das rasante Wachstum werden ausschliesslich nur die sog. Entwicklungsländer und vorrangig die aus Afrika sein. China und Indien bleiben weiterhin die bevölkerungsreichsten Länder der Welt mit mehr als einer Milliarde Einwohnern. Indien wird vermutlich die bisherige Nummer 1 China bereits im Jahr 2023 überholt haben. Hier bleibt fairerweise zu bemerken, dass die Prognosen zur Entwicklung der Weltbevölkerung mit vielen Unsicherheiten behaftet sind. Die UNO hat in den vergangenen Jahren immer wieder die Bevölkerungsprognose nach oben korrigiert. Nach 2003 waren die Statistiker sogar davon ausgegangen, dass die Weltbevölkerung ab dem Jahr 2040 wieder zurückgeht.

Wenn wir nun davon ausgehen, dass in diesen Wachstumsländern die Industrialisierung zumindest in einigen Teilen Einzug hält oder weiter zügig voranschreitet, wie es in China und Indien der Fall ist, dann ist es sicherlich opportun, sich trotz einiger ideologischer Gegensätze, über eine wirksame Geburtenkontrolle zur Vermeidung von ungewollten Schwangerschaften und einer daseinsgerechten Familienplanung Gedanken zu machen. Wie die Realität aber zeigt, kann die bisher getätigte Entwicklungshilfe nicht mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten und es stehen zu wenige Mittel zur Verfügung. Hier könnte ebenfalls der progressive Klimaschutz ansetzen und sich dafür einsetzen, dass die Geberländer diesem wichtigen Kriterium mehr Priorität einräumen und das weitestgehend befreit von nicht mehr zeitgerechten religiösen Widerständen zur Geburtenkontrolle und zu Schwangerschaftsabbrüchen.

Ketzerisch kann zu dieser Thematik bemerkt werden, dass die wirksamste Klimapolitik der letzten Jahrzehnte die Ein-Kind-Politik in China war, die der Welt um die 400 Millionen CO2 – Emittenten erspart hat.

Zugegebenermassen ist es bei dem immer unübersichtlicher werdenden Klimanotstandgeschrei nicht einfach den Überblick zu bewahren und den Wahrheitsgehalt der zum Teil sehr konträr geführten öffentlichen Diskussionen zu erkennen. Die extreme Angst schürende Zukunftsungewissheit, welche in den Medien und sozialen Netzwerken endzeitliche Auswüchse angenommen hat, überträgt sich zwangsläufig auch auf die Jugend und deren Verhalten. 

Speziell für den Bereich Energie- und Klimapolitik ist die Anzahl von wissenschaftlichen und politischen Prognosen besonders inflationär. Es sind für alle Interessengruppen ausreichend Abhandlungen verfügbar, die oft mehr oder weniger fragwürdig erscheinen und als Argumentationsverstärker beliebig gegeneinander benutzt werden können. Den konsumierenden Menschen als Klimaschädling hinzustellen, kommt schon fast einem Volksschädling gleich und erinnert an finstere Zeiten, als politisch Andersdenkende damit bezeichnet und gebrandmarkt wurde.

Als ein weiteres Problem kann die nicht mehr sicher gewährleistete Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Wissenschaft angesehen werden. Die Beeinflussung und Indienstnahme durch wirtschaftliche Interessen der Industrie und Politik scheint immer öfters zur Realität zu werden. Fragwürdige Studien, welche für den Klima- und Verkehrsbereich erstellt wurden und für diese ein begründeter Verdacht im Zusammenhang mit Manipulation und Gefälligkeit besteht, führen zu einer quasi Delegitimierung der Wissenschaft.

Es wird deren glaubwürdige Relevanz in Zweifel gezogen, welche deren Forschungsfreiheit zunehmend bedroht. Forschung und Lehre muss frei sein und der Wahrheit verpflichtet und es ist ein Unding, dass Universitäten ihre Studien wie Waren verkaufen und die Privatwirtschaft und die Politik Einfluss darauf nimmt.

Es werden permanent neue Prophezeiungen und Prognosen der drohenden Katastrophen in den ebenfalls sehr manipulativ agierenden Medien verbreitet und dabei der bald nahende Weltuntergang stigmatisiert.

Ehemalige Mitglieder des IPCC Klimarates werden gebrandmarkt, da sie Messungen und Prognosen zur anthropogen verursachten globalen Erderwärmung durch Treibhausgase nun in Zweifel ziehen.

Es wird vehement versucht einen konstanten Zustand von Furcht und Verzweiflung aufrecht zu erhalten und es kann und darf einfach nicht sein, dass die selbst ernannten Hüter einer neuen Klimaweltordnung immer Recht haben und alle anderen irren und damit eine rationale Real Politik unmöglich gemacht wird.

Denn der nichts weiss, dem ist nichts lieb: der nichts kann, der verstehet nichts: der nirgend zu gut ist, der soll nichts.  Diese alten Weisheiten bekommen immer mehr Bewandtnis und Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, auch unter Paracelsus bekannt, bemerkte bereits im 16. Jahrhundert, dass die Dosis das Gift macht. Das bedeutet, abgewandelt auf die heutige Situation, dass wir unsere beabsichtigten Verbesserungsmassnahmen nicht radikalisieren sollten und versuchen diese wohl überlegt umzusetzen, damit einhergehende grosse Kollateralschäden vermieden werden können.

Der Zukunftswissenschaftler Prof. Horst Opaschewski, der sich intensiv mit Zukunftsfragen und Prognosen beschäftigt, bemerkte hierzu trefflich: „Würden die Analysten nach der Treffsicherheit ihrer Prognosen bezahlt, wären sie allesamt Sozialfälle“. Somit wird es auf dem Friedhof der prognostizierten Illusionen noch zu vielen Bestattungen kommen und wir werden immer wieder aufs Neue mit epochalen Erkenntnissen überflutet werden. In vielen Fällen kann die Durchschnittsfamilie Mustermann kaum noch etwas Verlässliches daraus ableiten und es ist praktisch unmöglich geworden Wahrheit und Manipulation daraus zu erkennen. Man ist der aggressiven Propaganda der Lobbyisten weitgehend schutzlos ausgeliefert und folgt oft denen, die am lautesten schreien und mit Schlagworten und effektheischenden Parolen hantieren können.

So mutieren viele zu willigen Mitläufern und Steigbügelhaltern von profitgierigen Mainstream Technologie Unternehmen, die neue Finanzmärkte schaffen wollen, da das globale Wirtschaftswachstum stagniert und sie in der künstlich geschaffenen Klimanotstandshysterie eine einmalige Chance sehen trotzdem den Reichtum zu mehren und zusätzlich noch den Konsum lenken zu können. Siehe hierzu die Greenwash Methoden vom We don’t have Time Netzwerk und der verlogenen Pseudo-Gutmenschen, wie z. B. Al Gore mit seinen computergenerierten Filmen der Fälschung und in besonderem Masse der gewissenlose Spekulant George Soros, der die Welt als seine Playstation ansieht und dabei Milliarden scheffelt.

Damit kann man auf einfachste Weise die Kritiker mundtot machen, denn wer hat schon die Traute gegen Kinder und Schüler aktiv vorzugehen. Damit ist ein Dialog auf Augenhöhe von vornherein ausgeschlossen und unsere überwiegend unfähigen Politiker lassen sich zu Notstandszenarien nötigen, die jeglicher Vernunft entbehren, der Volksverdummung Vorschub leisten, aber sicher den Erhalt ihrer Mandate und Pfründe gewährleisten.

Das Mantra vom Klimanotstand scheint mit der Zeit in der Kathedrale des Klimaschutzes die einzig bestimmende Rolle eingenommen zu haben, die keinerlei Widerspruch erlaubt und den Status eines Axioms angenommen hat und somit keiner weiteren Begründung bedarf.

Wissenschaft kann nur zeigen, was man im Moment weiss. In vielen Fällen ändert sich dies, wie die Klimadebatten es eindeutig zeigen, da neue Erkenntnisse alte Annahmen umstossen oder diese bestätigen. In die Zukunft mit Angst zu spekulieren ist keine Wissenschaft. Wissenschaft ist Wissen und hat nichts mit Glauben zu tun. Es erscheinen deshalb viele derzeitige Fragen wenig wissenschaftlich präsentiert, aber mit grossem Fanatismus zu Glaubensfragen hochstilisiert.

In Deutschland wird, eigentlich wie immer, zu viel auf einmal gewollt und die geplante, relativ kurzfristige und vermehrt radikal geforderte Massnahmen Umsetzung entwickelt sich zunehmend zu einer riesigen Zwickmühle, die mehrere Möglichkeiten der Entscheidung bietet und die alle zu einem unerwünschten bzw. unbefriedigendem Resultat führen können.

Die dabei praktizierten Rituale sind altbekannter Art. Zuerst kreiert man eine nachhaltige universelle Schuld für die bösen Menschen, indem man die Schuld so krass definiert, dass diese eigentlich nie mehr gesühnt und abgetragen werden kann. Als Pseudo-Erlösung schafft man anschliessend eine Möglichkeit, sich durch Zahlung von der Schuld temporär zu befreien, siehe u. a. den Ablasshandel mit CO2 – Zertifikaten oder einer CO2 – Maut. Leider bleibt zu befürchten, dass diese neu auflebende Art der Tue-Busse-Praxis, neben drastischen Steuererhöhungen und einer grossen konsumgelenkten Verteuerung, in Zukunft überhand nehmen wird. Das Resultat wird wie immer sein, der Bürger muss die Zeche begleichen.

Wenn es der Politik nicht gelingt, die überzogene Emotionalität der Befürworter und Gegner einzudämmen, indem praktikable und finanzierbare Vorschläge zur stufenweisen Problem Bewältigung in allgemein verständlicher Form dem Volk vermittelt werden können, dann werden wohl die RAF Aktionen der 68er Jahre mit ihren militanten Auswüchsen nur ein schwacher Abklatsch dessen sein, was sich auf unseren Strassen in der Zukunft abspielen könnte. 

Es ist zweifelsfrei, dass umgehend ein sinnvoller Umdenkungsprozess bei Klima, Verkehr und Energie zu erfolgen hat, der aber nicht unsere Gesellschaft spalten darf und nur noch „Schwarz und Weiss“ und „Gut und Böse“ kennt. Daher sind Begriffe wie Klimaleugner und Klimaschädling sowie gewalttätige Auswüchse der falsche Ansatz und erinnert mehr an dunkle braune Zeiten, wo Leugner und Schädlinge an den Pranger gestellt und wenn es nicht politisch opportun war, bestraft bzw. eliminiert wurden.

Schnelle und wohlüberlegte Entscheidungsfindungen seitens der Politik sind von Nöten, damit wir nicht das Schicksal von Buridans Esel erleiden, der exakt zwischen zwei gleichen Heuhaufen stand und verhungerte, da er sich mangels einleuchtenden Grundes, entweder vom linken oder vom rechten Haufen zu fressen, für keinen der beiden entscheiden konnte.

Die Suche nach der reinen Wahrheit gestaltet sich seit Pontius Pilatus nach wie vor sehr schwierig und wir müssen mit einem fortschreitenden Wahrheitspluralismus, bedingt durch unterschiedlichste Weltanschauungen und Interessengruppen, leben und versuchen unabhängig von Traditionen eine humanitäre Einstellung im Widerstreit zu bewahren.

Es ist unrealistisch zu denken, dass der exzessiv postulierte Dekarbonisierungswahn der Öko-Hardcorer und leider auch des IPCC (Institution der Vereinten Nation für Klimaforschung) der alleinige Königsweg zur Lösung der vielfältigen Energiewende Probleme ist. „Dekarbonisierung“ bedeutet, die Erzeugung und Nutzung von Energie so zu organisieren, dass dabei kein CO₂ in die Atmosphäre gelangt und die Abkehr der Energiewirtschaft von der Nutzung kohlenstoffhaltiger Energieträger erfolgt.

Eine von Vernunft gesteuerte Dekarbonisierung, durch Nutzung regenerativer Energieträger und gleichzeitiger Eindämmung fossiler Energieerzeuger ist eine Jahrhundertaufgabe. Erschwerend kommt hinzu, dass in naher Zukunft der Bedarf an Energie, u.a. bedingt durch die fortschreitende Digitalisierung und Elektromobilität signifikant steigen wird und die dafür notwendige Infrastruktur nur in geringem Masse vorhanden und deren Erschaffung sehr teuer ist.

Um den zusätzlichen Bedarf an erneuerbarem Strom und die damit verbundenen Kosten so gering wie möglich zu halten, sollten grundsätzlich die Technologien verwendet werden, die Strom effizient in Wärme, Kälte oder Antrieb umwandeln oder die mittels Strom möglichst viel erneuerbare Energien erschliessen und somit mit wenig erneuerbarem Strom möglichst viele Brennstoffe ersetzen.

Die Energiewende wird sich über mehrere Generationen erstrecken, geht weit über die Änderung der Techniken zur Stromerzeugung hinaus und wird auf viel Lebensbereiche direkten und indirekten Einfluss nehmen. Bei allen Bemühungen muss neben dem Klimaschutz, die Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit priorisiert werden.

Marktpolitische Prinzipien und ordnungspolitisch liberale Grundsätze, die sich nicht gegen die Interessen der Bürger richten und nicht zu einer wohlstandsbedrohenden Deindustrialisierung bis hin zur Steinzeitökonomie führen, müssen wieder in den Vordergrund treten. Es muss der Bevölkerung eindeutig klar gemacht werden, dass das bei vielen ausgeprägte Wohlfahrts-Vollkaskodenken ein Irrweg ist und es in Zukunft keine „Rund-Um-Sorglos-Pakete“ geben wird, wenn wir verantwortungsvoll die vielfältigen Probleme lösen wollen.

Alle die meinen, mit Endzeit Phraseologie und PR-Gags zur Massenverblödung eine Öko-Revolution anzetteln zu können, die unsere Rechtsordnung in Gefahr bringen könnte, muss eine klare Absage erteilt werden. Wohlstandsumverteilende Gleichmacherei Politik, welche den Bürgern ihr Konsumverhalten vorschreiben will, erinnert an kommunistische Manifeste, welche die freiheitliche Entscheidung des Einzelnen stark beeinträchtigen bzw. unmöglich machen werden.

Es ist eine Tatsache, dass sich die weltweite Energiekrise verschärft hat und in Europa schon einige Industrieanlagen gedrosselt und auch abgeschaltet werden mussten. Das hat zur Folge, dass die Verknappung chemischer Grundstoffe und die daraus resultierende Versorgung mit Industriechemikalien zu einem eklatanten Anstieg der Preise für alle Güter und auch der Grundnahrungsmittel führen wird.

Die Gründe sind unterschiedlicher Art, doch hauptsächlich werden von der Industrie die hohen Gas- und Strompreise sowie die Kostenbelastung durch CO2 – Zertifikate dafür verantwortlich gemacht. Da aus ideologischen Gründen zunehmend Kernkraft- und Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, die Sonne nachts nicht scheint und der Wind nicht wie gewünscht weht, wurde Erdgas immer mehr der wichtigste Energieträger zur Versorgung mit Strom. 

Weil es nicht genug Erdgas auf dem Markt gibt und die Preise dafür sehr stark angestiegen sind, wollen viele Energieversorgungsunternehmen wieder zurück zur Kohle, was sich aber auch sehr schwierig gestaltet. Kohle ist ebenfalls knapp, da bedingt durch die zukünftigen politischen Rahmenbedingungen, kein Kapital mehr für Förderung und Transport bereitgestellt wurde. Die Preise für Kokskohle, welche hauptsächlich für die Stahl- und Zementherstellung benötigt wird und für thermische Kohle, welche der Stromerzeugung dient, sind auf einem Allzeit-Rekordhoch.

Russland wird förmlich von einigen europäischen Ländern angebettelt, mehr Kohle zu liefern, was nicht in der gewünschten Menge erfolgen kann, da man bindende Verträge mit asiatischen Kunden hat und die Transportkapazitäten stark begrenzt sind.

So ist eine sehr missliche Lage entstanden, da die Vergrünung der Stromerzeugung zu abrupt und unausgewogen vorangetrieben wurde und die kapazitätsmässig schwankenden, erneuerbaren Energien die steigende Nachfrage nicht ausreichend bedienen können. Wenn man bedenkt, dass der Winter vor der Tür steht und die nahende Heizperiode den Energiebedarf naturgemäss erhöhen wird, ist zu befürchten, dass die Abhängigkeit von Gas, Kohle und Atomstrom steigen wird, ebenso wie die Preise hierfür, ganz zu schweigen von einer drohenden Stromunterversorgung.

In Bergkamen musste ein Kohlekraftwerk, das keinen Eisenbahnanschluss hat und für dessen Stilllegung die Bundesregierung im Rahmen des Kohleausstiegs viel Geld zahlen muss, vom Netz gehen, weil die Binnenkohleverschiffung nicht funktioniert und zunehmend wegen Niedrig- oder Hochwasser eingeschränkt werden musste.

Bei all diesen Unzulänglichkeiten hat sich herausgestellt, dass nicht nur der generelle Mangel an Kohle und Gas, sondern in grossem Umfang das Fehlen von Transportwegen und Schiffen, die auch für die Beförderung von verflüssigtem Erdgas benötigt werden sowie die nach wie vor fehlenden Eisenbahnkapazitäten für die Energiekrise verantwortlich sind.  

Sich aus diesem Teufelskreis zu befreien, wird nur sehr schwer möglich werden, da nicht nur Europa, sondern auch die USA und Asien ähnliche Schwierigkeiten haben, aber im Gegensatz von uns, davon profitieren werden.

Pikanterweise kann die von vielen Politikern verteufelte Nord Stream 2 Pipeline dafür sorgen, dass das Erdgas wieder billiger wird, da Transitgebühren durch die Ukraine und die Slowakei entfallen. Weiterhin ist zu beachten, dass die Förderkapazitäten in den Niederlanden, Norwegen und in Grossbritannien abnehmen, das Gas aus den USA und Katar viel teurer ist und für eine Übergangsphase, wie lange diese auch dauern sollte, das Gas dringend benötigt wird, wenn Kohle und Atomstrom ausfallen. Positiv ist auch zu verzeichnen, dass die Nord Stream 2 AG die Pipeline bis in zehn Jahren technisch so vorbereiten will, dass sie auch Wasserstoff transportieren kann.

Befreit von dem populistischen Gedankengut der Klimasektierer ist es dringend notwendig, dass die Bundesregierung, wie auch immer sie in den nächsten vier Jahren zusammen gewürfelt sein wird, sich auf den Hosenboden setzt und ihre Hausaufgaben macht. Es ist höchste Zeit, dass ein rational gestalteter Prioritätenkatalog erstellt wird, in dem die kurz-, mittel- und langfristigen Massnahmen zur Energiewende, in der abzuarbeitenden Rangfolge, versehen mit der realistischen Einschätzung der damit verbundenen Kosten und Erträge, übersichtlich aufgeführt sind.

Beispielhaft sei erwähnt, dass Grossbritannien aus Angst vor einem Blackout, begonnen hat die Verfügbarkeit von Ladestrom für E-Autos zu begrenzen. Man ist der Meinung, dass diese Stromrationierung hätte vermieden werden können, wenn man die flächendeckende E-Mobilität nicht zu rigoros in Angriff genommen hätte. Österreich trifft Vorkehrungen gegen einen länger andauernden, länderübergreifenden Stromausfall. Man ist der Meinung, dass ein weiträumiger, eventuell gar europaweiter Strom- und Infrastrukturausfall ein „realistisches und gleichzeitig unterschätztes Risiko“ sei. Ende September hatten das Innenministerium und der österreichische Netzbetreiber Austrian Power Grid (APG) eine Vereinbarung zur Blackout-Vorsorge unterzeichnet.

Die deutsche Politik hält ein Black-Out-Risiko für nicht gegeben, sieht unsere Stromversorgung als gesichert an und wiegt uns in (vermutlich) trügerischer Zuversichtlichkeit. Erst im Frühjahr hatte der Bundesrechnungshof gerügt, dass die Bundesregierung die sich abzeichnenden, realen Gefahren für die Versorgungssicherheit nicht ausreichend im Blick habe. Unter anderem kritisierte der Chef des Bundesrechnungshofs, dass in den Analysen des Bundeswirtschaftsministeriums ein Worst-Case-Szenario fehle. Kaum zu glauben, aber wahr.

Niemand kann die Welt allein und auf einmal retten und deshalb sind Szenarien, welche die mittelfristige Durchsetzbarkeit und Bezahlbarkeit der ausgewählten Verbesserungen zu bevorzugen, damit unsere Mobilität und der Lebensstandard nicht überproportional einschränkt und der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht in das internationale Abseits manövriert wird.

Der notwendige Paradigmenwechsel darf nicht mit dem Holzhammer erfolgen und die sinnvollen, regulatorischen Rahmenbedingungen müssen situationsbedingt angepasst werden. Wir müssen die Einbahnstrasse unserer labilen Versorgungssysteme verlassen, damit keine hausgemachten Energieengpässe unsere Wirtschaft lähmen und unsere Lieferketten unterbrechen.

Nur so kann gewährleistet werden, dass die grosse Transformation nicht in eine Konsum Knechtschaft führt und einen ausgearteten, futuristischen Gesinnungsterrorismus propagiert, der die Realitäten der Ist-Zeit ausblendet und die Pflichten zur Gegenwartsbewältigung grob fahrlässig vernachlässigt.

Unsere Politiker sind gut beraten, dass sie die weiterhin drohende Überhitzung der Klima-Debattenkultur vermeidet und einen Kompromiss zwischen Ökonomie und Ökologie findet. Es muss verhindert werden, dass sich der Staat nicht zum Preistreiber Nummer Eins entwickelt. Dem permanenten Schwingen der Ökopeitsche, um Innovationen zu erzwingen, muss Einhalt geboten werden, sonst werden die Bürger auf Dauer die entstehenden Wohlstandsverluste nicht mehr billigend in Kauf nehmen.

Wir immer alles Besserwissenden und deshalb im Ausland oft als arrogant angesehenen Deutschen müssen sehr aufpassen, dass wir mit unserer Weltrettungs-Attitüde nicht in den Kosmos der Beliebigkeit abdriften, wo wir ein kleines Teilchen unter vielen sind und mehr belächelt als ernsthaft beachtet und respektiert zu werden.

Wie bemerkte Albert Einstein so schön: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

5/5 - (2 votes)

No Comment

Kommentar verfassen