„German Angst“ – Fürchtet euch nicht

Parlamentarische Verkündung
Wenn deutsche Spitzenpolitiker sich um ihre Bürger sorgen und ihnen allumfassende Sicherheit versprechen sowie Furchtlosigkeit predigen, ist Gefahr im Verzug und höchste Aufmerksamkeit von Nöten.
In Geiste von LUKAS 2, Vers 10, wo im Alten Testament der Engel des Herrn den Hirten sinngemäss verkündete, „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird“, ist als neuzeitlicher Erlöser der Ampel-Fürst Olaf über das deutsche Volk gekommen, um ihm die Furcht vor der Kälte, Finsternis und Armut zu nehmen.
Laut unserem obersten Erretter muss niemand, keine Familie, kein Rentner, kein Student und auch kein Unternehmen, Angst vor unzumutbaren Belastungen haben. Er wird mit uns gemeinsam ohne zu frieren, wenn es das Wetter gut meint, gut gerüstet sicher durch den Winter kommen, wobei ein zusätzlich neues Dachgesetz für einen besseren Schutz der kritischen Infrastruktur sorgen wird, falls die virtuellen Mächte des Bösen uns ans spärliche digitale Leder wollen.
Da er darüber hinaus noch jedem verspricht, dass er nicht unbegleitet durch die politische Gefühllosigkeit und Dunkelheit wandeln muss und sein starker, unterhakender Arm uns mit seinem ureigensten Wumms auf dem rechten Weg begleiten und halten wird, ist er anscheinend der unerschütterlichen Überzeugung, dass wir ihm diese pharisäische Prophezeiung wirklich glauben und ihm ohne grosse Besorgnis und mit viel Zuversicht in sein verbales Fantasia-Land folgen werden.
Er bedient sich mit seiner martialischen Theatralik, der schon zum internationalen Markenzeichen gewordenen „German Angst“, weil ein Grossteil der Bürger befürchtet, dass unsere Grundtugenden und der Wohlstand durch die Krisen und den erwarteten, negativen Auswirkungen abhandenkommen und wir uns in Richtung einer gleichmachenden Armutsgesellschaft der Umverteilung bewegen.
Der deutsche Bürger hat eine grosse Furcht, dass bei uns nach und nach die Lichter ausgehen werden, wenn der Staat nicht in der Lage ist, den anscheinend unaufhaltsamen wirtschaftlichen Niedergang zu verhindern und ihm mit geeigneten Hilfsmassnahmen entgegenzutreten.
Es ist jammerschade, dass die Steffi und der Robert nicht ein flächendeckendes Winterverbot aussprechen können und somit zumindest fürs Erste alle energetischen Probleme gelöst wären. Zumindest meint es bis jetzt der Klimawandel gut mit den Beiden und leistet einen Beitrag zur Stuhlrettung.
Was die Tauglichkeit der bisher geschnürten Entlastungspakete anbelangt, wiesen diese grosse Schwächen auf, waren gespickt mit handwerklichen Fehlern, die viele Korrektur- und Nachrüstungsmassnahmen notwendig machten und sich als Vertrauenskiller herausstellten.
Durch Zauderei verstrich unnötigerweise viel ungenutzte Zeit, es wurde ein unsinniger Bürokratismus verursacht, der jede Menge Irritationen hervorrief und die Praktikabilität der verordneten Situationsverbesserungen sowie deren soziale Ausgewogenheit in ein schiefes Licht rückten.
Die vormals im Ausland bewunderten „typisch“ deutschen Tugenden, wie Akribie, Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Solidarität gehen mehr und mehr verschüttet und die übrig gebliebenen Fragmente einer zunehmenden Unzulänglich- und Unzuverlässigkeit führen aller Orten zu Verwunderung und zum Verlust von Wertschätzung.
In seiner letzten Regierungserklärung bemerkte unser aller Kanzler und Gross-Meister der Erinnerungslücken, dass wir in der EU über eine hohe Aufbau- und Resilienz-Fazilität verfügen, liess typischerweise aber offen, was sich genau dahinter verbirgt und welche positiven Kriterien diese Annahme untermauern.
Er hat anscheinend noch nicht mitbekommen, dass sich die Kommission hinter der Datenschutzverordnung versteckt, die Transparenz verweigert und die Namen der Endbegünstigten der 750 Milliarden Euro Steuergelder nicht veröffentlichen will und damit das gesamte EU-Alimentierungssystem in Frage stellt.
Er ist sage und schreibe der exquisiten Meinung, dass er das, was er und seine Gefolgsleute Anfang des Jahres 2022 versprochen haben, einhalten wird und damit alle Regeln, alle wichtigen Gesetze, die es braucht, damit Deutschland seine Klimaziele erreicht, bis zum Jahresende stehen und den gewünschten Erfolg bringen werden.
„German Angst“ als manipulative Psychose
Es wird nach wie vor seitens des Kanzleramtes und diverser Ministerien mit einer sturköpfigen Beharrlichkeit an der Planung und Durchführung verschiedener Vorhaben festgehalten und deren prioritäre Wichtigkeit gebetsmühlenartig wiederholt.
Dies geschieht ungeachtet dessen, dass einige dieser überambitionierten Projekte von allen Seiten unter Beschuss geraten sind und mehrheitlich als nicht umsetzbar angesehen werden.
Wie der Soziologe Armin Nassehi darlegte, nennt man diese Geisteshaltung in der Psychoanalyse Wiederholungszwang und in der Systemtheorie Iteration, was so viel wie einer periodischen Wiederkehr gleichkommt. Diese soll entsprechend der Methode Versuch und Irrtum umgesetzt werden, was leider in der Politik, auch mit fortschreitender Zeit nicht zu besseren Erkenntnissen und Ergebnissen führt, weil die dogmatische Verblendung der Akteure überwiegt und den Blick für das Reale trübt.
Es ist rätselhaft, weshalb Scholz und seine dickfelligen Vasallen offensichtlich nichts aus ihren Fehlern lernen wollen und es gibt eigentlich nur eine schlüssige Erklärung dafür: Wer gar keine Fehler sieht, weil er meint, immer richtig zu liegen, hat wenig Veranlassung, sein Verhalten zu ändern.
Die Regierungsverantwortlichen wollen partout keine Probleme haben und wenn sie da sind, soll es möglichst keiner sehen und man versucht alles, diese entsprechen zu kaschieren und/oder zu bagatellisieren.
Wenn das nicht wirklich gelingt, wird das Geschäft mit dem Schüren von Dauer-Angst auf die Spitze getrieben, eine mehr als übertriebene Endzeitstimmung verbreitet, um die utopischen, vom Weltrettungswahn geleiteten Ziele, einer realitätsfremden, öko-sozialistischen Politik verwirklichen zu können.
Dabei bedient sich die Regierung der üblichen Vorgehensweisen von Versicherungen, die versuchen ihre Policen zu verkaufen und dabei immense Schadensfälle suggerieren, um sich nachhaltig für die hohe Prämien rechtfertigen zu können.
Angst ist normalerweise ein Ur-Instinkt, der den Menschen das Überleben sichert, doch wir müssen dabei zwischen guter und schlechter Angst unterscheiden und zwischen Schreck, Furcht und Bedrohung differenzieren.
Der Schreck ist eine reflexartige Reaktion auf ein bestimmtes Ereignis, wie z. B. ein lautes Bellen und es sind recht einfache Schaltkreise im Gehirn beteiligt. Furcht dagegen involviert häufig gespeicherte Informationen und indem wir diese abrufen, können wir eine besorgniserregende Situation besser interpretieren.
Wenn es sich nur um einen kleinen Schosshund-Kläffer handelt, wird kaum Gefahr signalisiert, wenn es aber ein Rottweiler oder ähnlicher Kampfhund ist, der mit entsprechenden Zeichen von Aggressivität auf uns zukommt, dann wissen wir, dass wir um unsere Gesundheit fürchten müssen und Gefahr im Verzug ist.
Deshalb kann Furcht in manchen Situationen als Verhaltensstrategie durchaus sinnvoll und wichtig sein, weil sie uns darauf vorbereitet eine potenzielle Gefährdung abzuwehren, ihr zu entgehen oder auch mit ihr umzugehen.
Bei der Angst handelt es sich um eine überzeichnete Furchtreaktion, die auftreten kann, ohne dass es einen direkten Auslöser gibt und diese für Aussenstehende nicht nachvollziehbar sein kann.
Angstzustände können durch Erinnerungen an traumatische Erlebnisse hervorgerufen werden und/oder im Kontext mit den herrschenden Krisenzeiten durch das Fühlen bzw. Befürchten einer latenten Existenz- und Lebensbedrohung stehen.
Wenn sich allerdings diese unterschiedlich auftretenden Angstzustände schrittweise in Panik umwandeln, ist es höchste Zeit geworden diesen entgegenzutreten und die Auslöser für diese psychotischen werdenden Störungen zu identifizieren.
Schon die alten römischen Diktatoren wussten, dass die Untertanen Angst haben müssen, da ein furchtsamer Bürger leichter zu handhaben und zu unterdrücken ist. Wenn dann noch „Brot und Spiele“ angeboten werden, ist „das Volk“ in der Regel leichter unter Kontrolle zu halten und ruhig zu stellen. Vielleicht ist dies der Grund, dass die Regierung unbedingt Cannabis legalisieren will, damit die Bürger beim Kiffen durch Schaffung bewusstseinsverändernder Visionen ruhiger und fügsamer werden.
Aus ähnlichen Gesichtspunkten wurde im 19. Jahrhundert das chinesische Kaiserreich von den Briten gezwungen, das Land für den Opiumhandel zu öffnen, wobei damals mehr als 400 Millionen Menschen süchtig waren.
Seit dem Ausbruch der Pandemie zeichnet sich in unserer Republik eine Tendenz ab, dass die Regierenden die berechtigten Sorgen ihrer Bürger durch das Schüren von begleitenden Ängsten zu verdrängen sucht.
Dabei wird, wie bereits erwähnt, zwischen guter und schlechter Angst unterschieden, wie es auch bei den guten und schlechten Bäumen der Fall ist. Die guten Bäume stehen im Hambacher Forst, weil diese auf Kohle-Gebieten wachsen. Kohle ist schlechte Energie, deshalb müssen die Bäume von militanten Aktivisten gerettet werden.
Nur einige Kilometer entfernt, im Aachener Münsterwald, müssen tausende von böswillig herumstehender Bäume gerodet werden, weil sie schlecht sind und der guten Windenergie im Wege stehen, sodass dort keine angeketteten, protestierendem Aktivisten zu sehen sind.
Durch Fortführung und Steigerung der Politik der Alternativlosigkeit, haben die Propheten des nahenden Untergangs, mit ihren linken Dogmen der Wahrheitsverdrängung, für eine Spaltung der Gesellschaft gesorgt, die überwiegend von politischer Willkür geprägt ist.
Eine fortschreitende panische „Angst essen Seele auf“- Manie, in Anlehnung an das grammatikalisch falsche geflügelte Wort, das Rainer Werner Fassbinder bei der Verfilmung seines Sozialdramas geschaffen hat, etabliert sich zunehmend bei uns.
In dem cineastischen Meisterwerk, wird eindrücklich die zerstörerische Macht der Angst beschrieben, die nicht nur physisch, sondern auch psychisch auf den Menschen einwirkt und von lebenshemmenden Krankheitserscheinungen bis hin zu daseinszerstörenden Pathologien führen kann.
Mit an Panik grenzender Angst lässt sich leichter regieren, indem man den Bürgern die katastrophalen Auswirkungen der Krisen permanent drastisch vor Augen führt und gleichzeitig beruhigend die Furcht davor nimmt, weil es ja die Regierung als Universalgarant gibt, welche die schlimmsten Folgeerscheinungen abfedert und ein weiteres, menschenwürdiges Dasein sicherstellt.
So geschehen bei dem Atomunfall im Jahr 2011 in Fukushima, der dazu führte, dass die Grünen bei der BW-Landtagswahl einen fulminanten Stimmenzugewinn bekamen, da Claudia Roth die 16.000 Opfer kurzerhand zu Atomunfalltoten deklarierte, obwohl diese leider durch die katastrophale Flutwelle und begleitende Erdbeben ums Leben kamen.
Das führte letztendlich dazu, dass sichere Atomkraftwerke bei uns abgeschaltet und die Nutzung von Atomkraft verboten wurde, was wir heute schwer bereuen müssen.
Insbesondere den jüngere Teil der deutschen Bevölkerung, die sogenannte „Generation Z“, der zwischen 1995 und 2012 Geborenen, die mit der Angst vorm Waldsterben, vorm atomaren Gau, der Überbevölkerung, der Erschöpfung der Rohstoffe, der Energie- und Lebensmittelknappheit, Inflation, Rezession, BSE, HIV, SARS, Vogelgrippe und aktuell dem „Klimakollaps“ aufgewachsen sind, zeigen eine hohe Empfänglichkeit gegenüber diese im Kern verwerflichen Geisteshaltung und Bürgermanipulation.
Trotz globalen wirtschaftlichen Wachstums und vielfältigeren Chancen dank Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und den vielschichtigen Konzepten und Ebenen der kommunikativen Vernetzung, sind die jüngeren Generationen zunehmend besorgt über den Zustand der Welt und über ihren zukünftigen Platz darin.
Der wichtigste Grund für die Angst ist die Klimakrise geworden, welche im Ranking sogar den Terrorismus überholt hat und noch vor der politischen Instabilität und dem Krieg zu finden ist.
Da den Jüngeren meist die Selbsterfahrung seitens des Klimas fehlt, wo man einen allgemeinen Betrachtungszeitraum von 30 Jahren zugrunde legt, ist es einfacher ihnen zu vermitteln, dass früher, im Gegensatz zu heute, das Wetter konstant war und Tornados, Hurrikans, Starkregen, Dürre und sehr heisse Sommer Erscheinungen der Neuzeit seien und menschengemacht sind.
Obwohl die Jugend so besorgt und rebellisch daherkommt, ist ihr gesellschaftliches Handeln ähnlich dem der älteren Generationen und nur gerade 25 – 30 Prozent lassen sich bei Konsum und Beschäftigung von ökologischen und gesellschaftlichen Parametern leiten, wie das Ergebnis einer Studie von Deloitte-Experten ergab.
Wie es den Anschein hat, verhält es sich hier genauso heuchlerisch wie bei den Politikern, öffentlich Wasser predigen und heimlich Wein trinken ist einfach bequemer und der eigenen, komfortablen Genusssucht zuträglicher, ebenso wie warm zu duschen, anstatt sich den Pelz mit dem Waschlappen und kaltem Wasser zu reinigen.
Führe uns nicht in Versuchung
Die Machthaber von Staaten, deren Gemeinschaften und Institutionen neigen auch in Demokratien immer mehr dazu, die Realität ihren unilateralen Gesinnungen einer einseitigen Voreingenommenheit zu unterwerfen.
In ihrer bornierten Befangenheit propagieren sie, je nach eigenem Gusto und Bedarf, grosse fiktionale Ziele, deren Irrationalität sie mit der Generierung von Angst-Szenarien bemänteln, um eine möglichst rasche Umsetzung erreichen zu können.
Sie wissen, dass es vielen Bürgern auch in Krisenzeiten sehr schwer fällt, auf den bisher gewohnten Lebensstil zu verzichten und sich persönlich einzuschränken, sodass die Salamitaktik der Angstschaffung, bei gleichzeitiger Beschwichtigung und dem Vorgaukeln einer imaginären Befähigung der Situationsverbesserung, von Erfolg gekrönt ist, weil der überwiegende Teil der Zivilgesellschaft dazu neigt, mehr den Wegen der Hoffnung und des geringeren Widerstandes zu folgen als dem rationalen Verstand.
Die Bürger registrieren nicht, dass bei den meisten politischen Entscheidungen der Neuzeit, die Durchsetzung der Eigeninteressen der jeweiligen Parteien an erster Stelle stehen, um die innehabenden Positionen und Posten zu erhalten und erst danach die wirklichen Belange des Landes kommen, wobei die ökologische als auch die ökonomische Vernunft auf der Strecke bleibt.
Wer legitimiert Politiker, die nur ihrer parteilichen Ausrichtung folgen, zur permanentem Verschuldung der Nation? Der Wähler ist es sicherlich nicht und warum haben wir seit 2011 eine im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse, die mehr und minder zur Makulatur verkommt, weil die Regierenden die Steuergelder als staatliche Verfügungsmasse sehen, über die man nach ideologischen Gutdünken frei verfügen und dafür Gesetze ohne Konsequenzen aushebeln kann.
Pathologisch übersteigerte Selbstgewissheit sowie narzisstische Selbstverliebtheit machen blind für die Gefahren, die in den veranlassten Handlungen und Massnahmen lauern und bringen unsere Zukunftsfähigkeit in eine Schieflage, welche uns auf Dauer vom Rest der demokratischen Völkergemeinschaft isolieren und in neue autokratische Abhängigkeiten stürzen wird.
Unsere Regierung in Berlin, kann anscheinend nicht der Versuchung widerstehen, mit vorsätzlich überhöhten Prognosen zur Weltrettung, eine Politik zu betreiben, die den Eindruck von unbändiger Tatkraft erweckt und die Bürger dazu verleiten soll, zusammen mit ihr die Ärmel hochzukrempeln und all den Visionen bedingungslos Folge zu leisten.
Wir halten an unerfüllbaren Wohnungsbauplanungen fest, stehen der bevorstehenden Flüchtlingswelle praktisch hilflos gegenüber, ignorieren beharrlich, dass wir unsere Kapazitätsgrenzen für Zuwanderungen auf Kosten der eigenen Bevölkerung überschreiten, die Renten nicht mehr finanzierbar sind und sukzessive den sozialen Frieden ins Wanken bringen.
Nirgendwo werden so viele Illusionen verbreitet wie in der Klimaschutzpolitik. Zwischen dem proklamierten Ziel, die Bundesrepublik sei bis 2045 klimaneutral sowie den tatsächlich möglichen Aktivitäten liegt eine unüberbrückbare Wegstrecke und anstatt durch eine klar strukturierte Politik Investoren anzulocken und zu begeistern, wird durch einen unsäglichen Bürokratismus geradezu das Gegenteil bewirkt und man wandert lieber aus als eine Mobilmachung in Deutschland zu favorisieren.
Beispielhaft ist auch die Utopie, dass bis 2030 rund achtzig Prozent des deutschen Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden und gleichzeitig mit der Gas- und Kohleverstromung Schluss sein soll.
Ebenso ist die Elektrifizierung des Strassenverkehrs ein Projekt, das anstrebt bis zum Jahr 2035 auch achtzig Prozent mit Elektroautos zu bestreiten von recht trügerischer Machart. Fünfzehn Millionen E-Autos sollen laut Plan der Ampel-Protagonisten in Deutschland im Jahr 2030 fahren und im Juli 2022 waren gerade einmal rund 757.00 Elektroautos zugelassen.
Ähnlich verhält es sich mit den Versprechungen zur Verbesserung des Bahnverkehrs, deren Dysfunktionalität in den letzten Jahren stetig gesteigert wurde, anstatt diese zu reduzieren, ist eine wirkliche Besserung weit und breit nicht in Sicht, weil die notwendige Richtlinienkompetenz des Verkehrsministers höchst verkümmert daher kommt
Bei vielen anderen zentralen Kennziffern des Landes unterbietet und entwertet die Regierung permanent ihre eigenen Vorstellungen und Wolken-Kuckucksheim Aussagen und betreibt latenten Wortbruch.
Wir müssen uns darüber im Klaren werden, dass die jüngeren politischen Experimente zur Verbesserung der Ökonomie, die Stufe der möglichen Prävention und der funktionalen Vernunft verlassen haben und wir nahe daran sind, in eine palliative Phase einzutreten und eine aktive Wirtschaftssterbehilfe betreiben, die unheilbar werden kann.
Die Energiekrise und der Atom-Streit haben tiefe Gräben zwischen die Koalitionspartner gerissen und doch können sie der Versuchung nicht widerstehen, weiterhin nachweislich unerfüllbare Rettungsmassnahmen zu verkünden und wollen nicht bemerken, dass damit ihre Glaubwürdigkeit einen irreparablen Schaden erleiden wird.
Somit erhebt sich die grundsätzliche Frage, warum kann die Regierung nicht der Versuchung widerstehen, sich populistisch verleiten zu lassen und Dinge tun, die sich bei genauem Nachdenken für die Gemeinschaft der Bürger als schlecht und kontraproduktiv erweisen und viele selbst festgelegte öko-soziale Normen unterwandern.
Wenn man sich diese Sachlage verinnerlicht, kommt einem unwillkürlich ein weiteres geflügelte Bibelwort in den Sinn, welches die letzte Bitte im Vater Unser ist: „Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“.
Diese Fürbitte sollte allerdings für die Regierenden und das Volk gleichermassen Geltung besitzen. Die Politik muss sich von falschen Zeugen und den Fehlinterpretationen ihrer einseitigen Ideenlehren befreien, die sich nicht an Evidenz und allgemeinverträglichen Argumenten orientieren und nur darauf abzielen Machtverhältnisse zu stabilisieren oder diese zu ändern.
Die Bürger sind vice versa aufgefordert, sich nicht mit illusorischen Versprechungen und Massnahmen abspeisen zu lassen und, falls diese unerträglich geworden sind, dafür zu sorgen, dass die Verursacher abgestraft und abgewählt werden.
Obwohl wir kanzlertechnisch nichts zu fürchten haben, wird uns aus den verschiedensten Ecken kommend, eine umfassende Notvorsorge dringlich ans Herz gelegt. Das, was sich ein Widerspruch in sich anhört, hat aber durchaus seine Berechtigung.
Es war schon immer sinnvoll, für einen möglichen Katastrophenfall, egal ob von Politik oder Natur verursacht, eine Notration an Lebensmitteln und Ausrüstung anzulegen. Diese ist für den Fall von Immobilität oder Zivilisationsausfall, Überschwemmungen, Sturm und Unwetterauswirkungen, Stromausfall und Erdbeben absolut zweckdienlich, wurde aber leider vom Grossteil der Bevölkerung bisher als nicht ausserordentlich dringlich angesehen.
Durch die von der Energiekrise und Lebensmittelknappheit hervorgerufenen, unvorhersehbaren Einflüsse und Unwägbarkeiten bekommt das Einrichten von Notvorräten zur Krisenvorsorge nun eine besondere Bewandtnis.
Dies erfährt auch eine Erweiterung auf Einrichtungen, die der Stromerzeugung (Batterien und Notstromaggregate) oder dem Zubereiten von Gerichten (Gas-Campingkocher) dienlich sind und in die Überlegungen zur Krisenbewältigung einbezogenen werden sollten.
Die Bewegungsmelder in den Ministerien werden ungeachtet dessen, vermutlich weiterhin kaum anschlagen und die dringend notwendigen Neuorientieren ignorieren, sodass auf die politische Stagnation die kaum aufzuhaltende Stagflation und Rezession folgen und uns zusehends verarmen wird.
Solange die Politiker die Probleme von einem Ort zum anderen verlagern, nur deren Symptome behandeln, ohne sie wirklich lösen zu wollen, wird weiterhin unnötig viel Energie verballert, eine Menge Lärm um nichts gemacht und wir werden niemals aus dem Krisen-Schlammassel herauskommen.
Wenn wir aus Schulden ein Sondervermögen machen und der irre Putin seinen katastrophalen Vernichtungskrieg eine Sonderoperation nennt, hört sich dies alles zwar weniger gefährlich an, doch ändert nichts an der Tatsache, dass beide Geschehnisse höchst unheilvolle Auswirkungen haben, welche einen gigantischen Zukunftsschmerz verursachen werden.
Es bleibt deshalb nur zu hoffen, dass Deutschland möglichst schnell aus seinem ideologischen Dornröschenschlaf erwacht und sich Kräfte etablieren, die den öko-sozialen Illusionen ein Ende bereiten und sich gegen die Umverteilung und Gleichmachung wehrt, welche die drohende planwirtschaftliche Verarmung verhindern kann.
Europa in Angst
Das Land der unverbesserlichen Besserwisser, das in egoistischer Art und Weise, aus purem wirtschaftlichen Eigennutz, bei der Erdgasbeschaffung einen internationalen Alleingang unternimmt, der nicht nur von vielen Mitgliedsstaaten der EU total abgelehnt wurde, wundert sich, dass gemeinschaftliche Lösungen zur Beendigung der Energiebeschaffungskrise und der Kostenexplosionen mittels Gaspreis- und Strompreisdeckelungen nicht nach ihren Vorstellungen herbei geführt werden und aktiver Widerstand der „Partner“ zu verzeichnen ist.
Egoistische Rettungsmassnahmen, wie z. B. die über Kredite finanzierte Doppel-Wumms Sondervermögenaktion bezüglich Gaspreisbremse und Lancierung des deutschen Abwehrschirms gegen hohe Energiepreise, wird ohne Rücksprache mit den Bündnispartnern unsolidarisch durchgezogen und dürfte als „Doppel-Bumms-Meisterwerk“ der europäischen Staatskunst zur Steigerung der Wettbewerbsverzerrung in die Geschichte eingehen.
Es hat den Anschein, dass unser, von allen guten Geistern verlassener Polit-Messias den „Wumms“ zu einer neuen mathematischen Einheit machen will und ein Wumms 100 Milliarden bzw. 0,1 (europäischer) Billionen Euro entspricht.
Er arbeitet anscheinend mit seinen ministeriellen Kumpanen strikt daran den Kapitalismus abzuschaffen und ihn durch einen ausufernden, popularistischen „Kreditismus“ abzulösen, der uns erlauben soll, dass wir an Geld und Dingen partizipieren dürfen, die wir noch nicht verdient haben und dies uns ihnen gegenüber milder stimmt.
Bei den Waffenlieferungen an die Ukraine will man unter keinen Umständen einen deutschen Sonderweg. Bei den Energiekrise-Hilfen ist das anscheinend weniger wichtig und man stellt mit diversen Entlastungspaketen andere EU-Staaten ohne Skrupel in den Schatten und präsentiert ohne vorherige Absprache vollendete Tatsachen.
Wenn es aber darum geht sich für anderweitig umstrittene Unternehmungen zu rechtfertigen, wird ohne mit der Wimper zu zucken, seitens unserer Politiker ein gemeinsame europäische Strategie reklamiert, um eine Absolution für ihren illoyalen Zick-Zack-Kurs zu erlangen.
Deutschland betreibt seit dem russischen Überfall auf die Ukraine eine aussenpolitischen Umschwung, die unter dem Motto «Zeitenwende» firmiert.
Wenn es wirklich darauf ankommt, ist von einem „dienenden Verständnis Deutschlands“ in Bezug auf die EU keine Spur. In der grössten geopolitischen Krise Europas, seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, ordnet die Regierung in Berlin die strategische Koordination mit seinen wichtigsten Partner unter und präferiert kurzfristige Eigeninteressen.
Vor wenigen Wochen sagte der Chef des Bundeskanzleramts, Wolfgang Schmidt, dass sich Deutschland auf dem Feld der Aussenpolitik noch in seinen Teenager-Jahren befinde. Dieser dummdreiste Vergleich sollte die strategische Unbeholfenheit des Landes mit einem Witz überdecken.
Doch unbeabsichtigt trifft Schmidt den Kern des Problems: In der europäischen Familie benimmt sich Deutschland momentan wie ein egozentrischer Lehrling, dem die anderen egal sind, wobei es zu bemerken gilt, dass Frankreich in seinem Egoismus uns in nichts nachsteht, was allerdings ebenso wenig hilfreich ist, um die eigentlich notwendige Solidarisierung der Gemeinschaft zu erreichen.
Wenn Schmidt aber die Rufe nach der Lieferung von deutschen Panzern an die Ukraine mit den Hoffnungen verglich, die Adolf Hitler in die angebliche „Wunderwaffe“ V 2 setzte und zusätzlich meint, wenn Russland in der Ukraine einen deutschen Kampfpanzer erbeute, sei dies „das perfekte Propagandamaterial“ für Russland, um zu sagen, das Land werde von der Nato angegriffen, muss man sich wirklich fragen, ob der wichtigste Berater von Bundes-Olaf noch alle Tassen im Schrank hat.
Trotz dieser verbalen Entgleisungen ist aus unserem Blickwinkel durchaus nachvollziehbar, wenn man die Kritik der europäischen Partner punktuell als scheinheilig ansehen kann, da sie vor Monaten eine gemeinsame Energiepolitik verweigerten, die Deutschland zugegebenermassen selbstverschuldet hat, als wir grösste Probleme mit den Gaslieferungen aus Russland bekamen und dringend um mögliche Hilfen und Alternativen baten.
Viele EU-Länder fordern stets von Deutschland, weil sie wirtschaftlich viel schwächer sind, haben dabei allerdings vergessen, dass sie in der Vergangenheit nichts für die strukturelle Stärkung der eigenen Wirtschaft unternahmen und deshalb weiterhin auf Unterstützung angewiesen sind.
Zukunft ohne grosse Hoffnung
Leider wird in den letzten Monaten der Eindruck immer grösser, dass egal ob eine Regierung diktatorisch, monarchistisch oder demokratisch gebildet wird, alle Systeme in der Lage sind aus elitärem Egoismus die gleichen Uneinigkeitsdebakel herbeizuführen, wenn auch mit unterschiedlich systembedingten Risiken, was man durchaus als länderübergreifende Dummheit bezeichnen darf.
Dadurch wird die Handlungsfähigkeit permanent geschwächt und wenn ich daran denke, dass unser aller Scholz eine Erweiterung der EU auf 36 Staaten anstrebt, um sie „schlagkräftiger“ zu machen, dann wird es mir wahrlich blümerant und ich frage mich ernstlich, wem ein solches Unterfangen wirklich dienen soll.
Wer glaubt, dass die konfliktären Themen, wie Rüstungskooperation, Energiepolitik, gemeinsame europäische Schulden und gemeinsame Verteidigungspolitik durch die Erweiterung im Paket einfacher zu lösen sind, ist ein hoffnungsloser Träumer, zumal mit den eklatant steigenden Zinsen die monetären Probleme zunehmen und für zusätzlichen Zwist sorgen werden.
Deutschland wird im europäischen Solidaritäts-Mikado weiterhin seine spezielle Rolle spielen. Im September hat die Dreierkoalition in Berlin einen 200 Milliarden Euro schweren Schutzschirm zur Bekämpfung der Energiekrise beschlossen und die Botschaft an alle anderen EU-Länder war klar und deutlich: „Koste es was wolle, wir können uns den Wahnsinn leisten“ und wer nicht, ist selbst schuld.
Er ist offensichtlich, dass Scholz und das Aussenministerium mit Europa überfordert sind und man nicht erkennen will, dass ohne eine gut funktionierende Achse Paris/Berlin nichts rund laufen kann. Das hat nicht nur mit der Wucht es Krieges zu tun, sondern auch mit unseren unterschiedlichen Antworten und Reaktionen auf die Energiekrise und vor allem mit dem zaudernden und verdrucksten Stil des Kanzlers.
Er, der in vielen Belangen mit unlauteren Lippenbekenntnisse nicht aus dem Quark gekommen ist, stellt die Gemeinschaft mit seinem prahlerischen Gewummse vor vollendete Gegebenheiten und wundert sich noch, dass die als ein wettbewerbsverzerrender Akt angesehen wird
Beileibe keine Überraschung, dass viele behaupten, dass die „Deutschen“ keine guten Europäer sind, da u. a. das „reiche“ Deutschland für die hohen Mondpreise beim Erdgas mitverantwortlich ist, weil es gerade den Weltmarkt mit seinem Geld leerkauft.
Das alles steht im krassen Gegensatz zu dem konträren Motto „Solidarisch. Komme was wolle“, welches der Bundeskongress der Jusos dieser Tage zum Hauptthema hat und es wird schön zu hören sein, wie Esken, Kühnert, Klingbeil, Schmidt und Co aus dieser verlogenen Nummer herauskommen wollen.
Wir kümmern uns um die Ungerechtigkeiten der ganzen Welt, wollen jede Menge kostenintensiver Aufbauhilfen gewähren, obwohl wir eine Masse an hausgemachten Problemen in Deutschland zu bewältigen haben.
Wir verlieren dabei in fahrlässiger Art und Weise den dringend notwendigen Marshall-Plan für unser eigenes Land vollkommen aus den Augen.
Deutschland hat in den vergangenen Jahren eine Politik der seltsamen Alleingänge präferiert, die mehr geschadet als genützt haben und ein Vorreiter-Anspruchsdenken in Richtung „Germany First“ ist zu einem Treppenwitz verkommen.
Wir sind aber trotzdem mit Abstand der grösste Nettozahler in der EU und die gewählte politisch Klasse muss deshalb auch ein gewisses, angestammtes Recht haben, die eigenen nationalen Interessen vordergründig zu vertreten und sich gegen offensichtliche Ungleichbehandlung zu wehren.
Es kann und darf nicht unlauter sein, wenn der deutsche Politiker zuerst an sein Vaterland und die Bedürfnisse seiner Bürger denkt, bevor man sich mit gemeinschaftssolidarischen und entwicklungshilfetechnischen Projekten der EU auseinandersetzt, aber dann auch die erzielten Kompromisse in der gebotenen Form respektiert und nicht aus purem Eigennutz ausschert.
Wenn unsere Aussenministerin allerdings verlauten lässt, dass sie sich der Ukraine genauso verpflichtet fühlt, wie ihren eigenen Wählern und zu ihren Aussagen steht, egal was dieser denkt, ist es kein Wunder, wenn die rechts-nationalen Kräfte im Land Rückenwind bekommen und die AfD bald in den zwanzig Prozent Bereich der Wählergunst gelangen wird.
Ich hoffe, dass in der Wahl des Braunkehlchens zum Vogel des Jahres 2023 nicht eine verschlüsselte politische Symbolik verborgen ist und dieser vom Aussterben bedrohte, gefiederte Clown für unlautere Propaganda-Zwecke missbraucht wird.
Italien und Schweden sind Beispiele für eine zunehmende rechtslastige Tendenz in Europa, der strikt entgegengetreten werden muss und welche nicht durch unbedachte Plappereien dieses Genres Unterstützung erfahren.
Wir dürfen nicht zulassen, dass der ehemalige Exportweltmeister Deutschland global abgewickelt wird, wir nach dem Russland-Desaster zum Steigbügelhalter von China werden und vom Regen in die Traufe kommen.
Es muss der Spagat zwischen De-Globalisierung und Schaffung vernünftiger, möglichst unabhängiger, Handelsbeziehungen gelingen, wobei ein moderates „De-Risking“ (Risikominimierung) von Nöten ist, das sich nicht zu einer Stolperfalle entwickelt und eine Inklusion im Konzert der am internationalen Wettbewerb teilnehmenden Nationen verhindert.
Wie schwierig sich das Gestalten kann, zeigt das aktuelle Beispiel bezüglich des beabsichtigten Einstiegs des chinesischen Staatskonzern Cosco beim Hamburger Hafen und dem Verkauf einer deutschen Chip-Fabrik an einen chinesischen Konzern.
Deshalb wäre es wünschenswert, dass ein fähiger „Aussenminister für Wirtschaft“ in der Regierung installiert wird, der die am Ruder befindlichen Staatsamateure leitet und verhindert, dass wir uns gefährlichen Abhängigkeiten ausliefern, nachteilige Handelsabkommen nicht abschliessen und uns nicht in dem trügerischen Schaum der pseudo-liberalem Demokratie verirren.
China hat einen Plan, den man konsequent abarbeitet und die westliche Welt leider nicht, was auch zu einem Grossteil an Deutschland liegt und Olaf Scholz mit seiner überhasteten China Reise nichts unversucht lässt, um weitere Irritationen hervorzurufen.
Die Antwort für diese Probleme liegt nicht in blindem Protektionismus und Autarkie-Illusionen begründet, da eine unausgewogene De-Globalisierung, gerade in einer exportorientierten Volkswirtschaft wie Deutschland, zu weiteren drastischen Wohlstandsverlusten führen würde, ohne die Welt sicherer oder friedlicher zu machen.
Deshalb sollte die Strategie, für die notwendige Neuorientierung und dem Umgang mit autokratischen Regimen, differenziert und langfristig angelegt sein und nationale Alleingänge, welche unsere Verbündeten düpieren könnten, möglichst vermieden werden.
Wenn ich sehe, dass wir in Katar förmlich um Flüssiggas betteln gehen und unsere Innenministerin, die Gutfrau Nancy Faeser, nichts besseres zu tun hat, als kurz vor Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft in populistischer Art und Weise Kritik an der dortigen Menschenrechtslage zu üben, zusätzlich das Land auch noch vorher besuchen will, um sich über die aktuelle Situation zu informieren, muss man sich wirklich fragen, wer in der Bundesregierung für die Koordination von internationalen Angelegenheiten verantwortlich ist.
Der Gipfel dieser verlogen daher kommenden Schaueinlage ist, dass sich der Harzer Roller, ihr Parteifreund und Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel, aufgerufen fühlt dazu einen mehr als unnötigen Kommentar abzugeben, der mit ollen Kamellen gespickt ist und den wahren Sachverhalt verzerrt.
Zu allem Überfluss garniert er diesen verbalen Stuss noch mit einem mehr als schrägen Sahnehäubchen, indem er fragt, ob wir mit der zukünftigen Fussball-WM in Mexico ebenso hart ins Gericht gehen, die in einem christlich geprägten Land stattfinden wird, wo ebenfalls viele Frauen pro Jahr getötet werden, oder dies nur mit muslimischen Ländern tun.
Wir müssen weiterhin auch erkennen, dass China unser wichtigster, einzelner Handelspartner geworden ist und eine Politik der totalen Konfrontation uns nicht weiterbringen und einem wirtschaftlichen Suizid gleichkommen würde, ebenso wie eine transatlantische Sackgasse, wenn die bisherige globale USA nicht bereit ist eine multipolare Weltordnung zu akzeptieren.
Es muss als wahrscheinlich angesehen werden, dass weder die Grossreiche China und Russland noch Indien, Brasilien, die vielen afrikanischen Staaten noch die anderen sogenannten Schwellenländer perspektivisch die Dominanz einer gigantisch verschuldeten, innerlich gespaltenen und militärisch überforderten USA hinnehmen werden.
Sollte allerdings China wirklich Taiwan angreifen und westliche Sanktionen provozieren, dann wäre die weltwirtschaftliche Katastrophe eingetreten und da würden auch die Erarbeitung von neuen China- und transatlantischen Strategien nichts mehr nützen.
Als die Populisten Trump und Johnson abgewählt wurden, haben wir triumphiert und nicht zu Kenntnis genommen, dass die rechten Kräfte in Europa zunehmen, wie es uns jüngst Italien und Schweden offenbarte.
Ähnlich sieht es nun in Brasilien aus, da man sich freut, dass der rechtsradikale Amtsinhaber Bolsonaro äussert knapp die Stichwahl um das Präsidentenamt verloren hat und Platz macht (?) für den vorbestraften Linksextremisten und E-Präsidenten Lula.
Das so gebeutelte Land wird damit vom Regen in die Traufe kommen und die Misswirtschaft und Korruption wird weiterhin die Politik bestimmen. So etwas nennt man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben und ist wahrlich kein Grund zum Jubel.
Sehr bedenklich ist auch zu sehen, dass der französische Ministerpräsident sein Budget nur mithilfe eines Dekrets von rechten und linken Extremisten durch das Parlament brachte.
Sollten wir solche Zustände auch in der BRD bekommen, würde dies der Anfang vom Ende einer demokratischen Vorrangigkeit, auch in der EU, bedeuten und zu einer signifikanten Destabilisierung führen.
Wir dürfen nicht bei allem demokratischen Liberalismus nicht die Ursache mit der Wirkung verwechseln und die Populisten als zentrales Problem ansehen, da sie nur das Symptom dafür darstellen.
Wir müssen einsehen, dass wir seit dem Beinahe-Kollaps der Finanzsysteme im Jahr 2008 eine weltweite Legitimationskrise haben, wo seitens der Verantwortlichen auf Teufel komm raus die marode Maschinerie der Marktwirtschaft am Laufen gehalten wurde und sich einer anhaltenden Krise der Verantwortung und Vertrauens ausgesetzt hat.
Mit dem globalisierten Slogan „to big to fail“ mussten die als „zu gross zum Sterben“ eingestuften systemrelevanten Unternehmen und Institutionen vom Staat gerettet werden.
Davon profitierten zunächst Finanzinstitutionen wie z. B. die UBS und die Commerzbank und inzwischen gehören zum illustren Kreis der Unentbehrlichen auch Energiefirmen wie Uniper in Deutschland und die Axpo in der Schweiz.
Damit erodiert zunehmend die Eigenverantwortung, als Basis der Marktwirtschaft und jeder, der den Ritterschlag der Systemrelevanz erhält, kann auf Kosten anderer tun und lassen, was er will, in der Gewissheit, dass ihm im Fall des Scheiterns der Staat hilft.
So ist es auch kein Wunder, dass auch andere Unternehmen fordern, dass sie nicht durch das Raster von überlebenswichtiger Unterstützung fallen.
Die schöne alte Zeit, wo Konkurse noch zum Kapitalismus gehörten, ist anscheinend vorbei und nun fühlen sich praktisch alle Unternehmen berechtigt nach staatlichen Subventionen zu rufen, egal ob selbstverschuldete Misswirtschaft oder durch den Staat ausgelöste und begünstigte Kostenexplosionen auf dem Energiesektor dafür verantwortlich sind und eine Berechtigung legitimieren.
Neid, Missgunst und Populismus wird durch die extrem lockere Geldpolitik des Staates gefördert und man wird gleich als Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt, wenn nachfragt, wer die Zeche für diesen monetären Wahnsinn zahlen soll.
Sollte, was leider zu erwarten ist, die hohe Inflation und Rezession in nächsten Jahr nicht enden, werden die Mittelschicht, die Sparer, die Vorsichtigen und Leistungsträger erkennen, dass sie die Dummen sind und weitere Ängste werden sich breit machen.
Dort wo Zurückhaltung und politisches Fingerspitzengefühl gefragt waren, ist das Gegenteil geschehen und die eigentlichen verbotenen Zonen der Staatsfinanzierungen wurden hemmungslos erweitert, wobei die EZB als besonders negatives Beispiel herausragt und nun krampfhaft versucht, die erzeugten Wunden zu schliessen.
Anstatt sich vordergründig um die Bekämpfung der Inflation zu kümmern, fühlte man sich, ohne eine politische Legitimation zu besitzen, zur übertriebenen Klimarettung verpflichtet und schaute seelenruhig zu, wie die Finanzen aus dem Ruder liefen und die EU zur Schuldenunion mutierte.
Besonders fragwürdig erscheint der von dem Wirtschaftsmagazin „THE ECONOMIST“ gemachte Vorschlag, dass die Notenbanken ihre Inflationsziele von zwei auf vier Prozent erhöhen könnten.
Diese „schöne neue Welt“ mit etwas höheren Staatsausgaben und Inflation hätte, so das Argument, Vorteile gegenüber dem gegenwärtigen Status quo, wo die Fiskalpolitik und die Politik der Notenbank in die gleiche Richtung zielen.
Kurzfristig könnte dies die Wahrscheinlichkeit einer Rezession verringern und auf längere Sicht hätten die Zentralbanken höhere Spielräume, die Zinssätze zu senken, ohne unkonventionelle Massnahmen ergreifen zu müssen.
Solch ein Handeln würde aber darauf hinauslaufen, dass eine Inflationssteuer notwendig werden würde. Zu beachten ist auch, dass ein höheres Inflationsziel in Deutschland kaum vermittelbar wäre, da bei uns die Angst vor einer Geldentwertung besonders hoch ist und die Prophezeiungen von sowohl steigenden Staatsschulden wie steigenden Inflationserwartungen durchaus real werden könnten.
Ebenso kritikwürdig verhält sich das bundesdeutsche Verfassungsgericht, das sich berufen fühlte, detaillierte Vorgaben zu Klimapolitik zu machen und öfters mit einer seltsam regierungsnahen Rechtsprechung aufwartete.
Die Zeitenwende verlangt anscheinend nach anderen Vorbildern, wie Politiker, die sich im Wettbewerb des Sicherheitsschirm aufspannen selbst übertreffen, Industriemanagern die fügsam darunter Aufstellung nehmen und Staatsbürgern, die sich vor lauter Entlastungspaketen in dankbare Almosenempfänger verwandeln und ihre kritische Distanz zu den Herrschenden verschwinden lässt.
Wenn sich Angst weiterhin als Schrittmacher bei uns etabliert, wäre es deshalb durchaus angemessen, vorurteilsfrei über einen Regimewechsel nachzudenken und abzuwägen, wie die Chancen, Risiken und Auswirkungen auf die Bürger und Unternehmen wären, wenn weniger zur Apokalypse neigende Politiker unsere Geschicke leiten würden.
Die grössten Fehler in der Politik, Ökonomie und Ökologie sind die Irrtümer, die in einer mangelnden Vorstellungskraft begründet sind und die Annahme widerspiegelt, dass das heutige Regime ewig bestehen wird und fast alles bleibt, so wie es ist, was niemals der Fall sein wird.
Eine Regierung, die mit so vielen Taschenspielertricks hantiert und über keine europäische Glücksspiellizenz verfügt, bewegt sich am Rande der moralisch/ethischen Realität und muss stark aufpassen, dass sie sich nicht nachhaltig verzockt und die Zukunft des Landes verspielt.
Persönliches Fazit
Das Spiel mit der instrumentalisierten Angst, bei dem die Perspektiven wie Armut, Freudlosigkeit, Verdruss, schlechte Laune, Unsicherheit, Inflation, Niedergang, Panik, De-Industrialisierung, Energieunsicherheit, Verlust der inneren Sicherheit und Abbau von Bürgerrechten im Vordergrund stehen, führt zwangsläufig zu einem freudlosen und isolierten Dasein und kann nicht als Lösung für die Bewältigung der herrschenden Krisen angesehen werden.
Wir müssen uns von dieser Angststarre befreien und wieder eine wertkonservative, bürgerlich-liberale, freiheitlich-basisdemokratische Denkweise annehmen und den Dilettanten in den Regierungssesseln die Rote Karte zeigen, um den drohenden Systemkollaps, bedingt durch akutes Multiorganversagen, noch rechtzeitig vermeiden zu können.
Solange sich aber eine Mehrheit der Bürger als nicht denk- und autonomiefähig erweist und ständig nach dem Staat schreit, weil sie schon mit vielen banalen Dingen des täglichen Lebens überfordert ist und keine Eigenverantwortung übernehmen will, wird sich kurzfristig in unserer Republik leider nicht viel ändern.
Die Regierung kann ihr Narrenschiff „Utopia“ weiterhin unabgestraft auf Zick-Zack-Kurs halten und sich in ihrer öko-sozialistischen Navigation bestätigt fühlen.
So gesehen treffen die daraus resultierenden Folgen immer die Richtigen, die nichts Besseres verdienen, was aber für die Leistungswilligen ein schwacher Trost ist und die Gefahr besteht, dass irgendwann auch diese Bürger wegen Fehlens von ökonomischen Anreizen resignieren, es mit ihren staatsbürgerlichen Pflichten nicht mehr genau nehmen und sich der Einfachheit halber auch aus den Giesskannen des Olaf und seinen Gefolgsleuten bedienen lassen.
Wer sein Geld, falls er überhaupt noch kann, auf Sparkonten legt oder in sehr niedrig verzinste Papiere investiert, wird sich weiter arm sparen und kann diesem Schicksal nur entkommen, wenn er höhere Wagnisse eingeht und riskantere Anlageklassen und Börsenspekulationen bevorzugt, auch wenn er nicht über deren Fallstricke und Risiken Bescheid weiss und sich in beraterische Abhängigkeiten begeben muss.
Der klassische Weltspartag stellt nur noch einen folkloristischen Akt der Symbolik dar und die Zeiten, wo ein Baby zur Welt kam und man für es ein Sparbuch anlegte, gehören ebenso wie das profane Sparschwein endgültig der Vergangenheit an.
Sie sind höchstens noch als eiserne Reserve tauglich, doch als Anlageform haben sie ausgedient und sind nostalgische Relikte vergangener Tage, welche auch ohne Zinstief sukzessive verschwunden wären, wie es vermutlich mit den einst beliebten Lebensversicherungen auch der Fall sein wird.
Wir leben in einem fortschreitend ärmer werdenden Deutschland, mit einem immer noch währenden Hang zur schicksalsschwangeren Untergang-Symbolik der Wagnerschen Götterdämmerung, nur dass der Reichstag (noch) nicht brennt und der Rhein sich nicht mehr sein Gold zurückholen kann, weil es von den Regierenden verzockt wurde.
Man kann vor Angst erstarren und sich dem Fatalismus hingeben, oder aber darin den Aufruf sehen, sein Restleben in möglichst vollen Zügen zu geniessen, gerade weil es immer endlicher wird.
Ich tue dies und folge damit lediglich der Regierung, die mir mit ihrer fehlgeleiteten „jetzt erst recht“ Bockigkeit eine perfekte Handlungsvorlage gibt und ich ja nichts zu fürchten habe.
Ich kann ohne Bedenken auf das kosmische Gottvertrauen und die unzählig vergeigten Reden des salbadernden Bundesoberlangweilers Steinmeier verzichten, solange ich solche mich begleitenden und unterhakenden Vorbilder habe. Darauf ein dreifach kräftiges „Wummsfallera.“
Im Jahr 2045, wenn dann alles ausgestanden ist und wir endlich die heile Welt haben, werde ich dann auf jeden Fall zu den Gewinnern zählen, egal ob ich bereits tot bin oder dies noch erleben darf.
„Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr“
Marie Curie
No Comment