Freigabe von Cannabis, weil man in Zukunft die Welt nur noch zugedröhnt ertragen kann?

Die neueste Meldung, dass der gesundheitspolitische Obermahner der Nation, Karl Lauterbach, sich, ebenso wie der Nachwuchs der Grünen und der FDP, dafür ausgesprochen haben, dass in einem möglichen „Ampel-Koalitionsvertrag“, die Legalisierung von Cannabis festgeschrieben werden soll, hat mich hellhörig gemacht und veranlasst, sich näher mit der beabsichtigten, vom Staat sanktionierten, Kifferei zu beschäftigen.
Er, der sich in der Vergangenheit vehement gegen eine Legalisierung dieser Droge gewehrt hat, veränderte seinen Standpunkt, was ja im Kern nichts Ehrenrühriges ist und ist in das Lager der Befürworter umgeschwenkt. Er begründet diesen Umschwung als Arzt in der Rheinischen Post folgendermassen: „Immer häufiger wird dem illegal verkauften Strassencannabis neuartiges Heroin beigemischt, das sich rauchen lässt. Damit werden Cannabis-Konsumenten schnell in eine Heroin-Abhängigkeit getrieben. Diese Phänomen sei neu und verändere die Lage. Mit einer Legalisierung von Cannabis liesse sich dem Handel mit verunreinigtem Haschisch einen Riegel vorschieben und es sollte für die legale und kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene entsprechende Vorschriften geben“.
Der omni-präsente Experte, der Ambitionen auf das Amt des Gesundheitsministers in einer Koalition mit den Grünen und der FDP bekräftigte, bemerkte in einem Tweet, dass ohne Alkohol unser kapitalistisches System kollabieren und er wahrscheinlich mit untergehen würde. Er ist Nichtraucher, Vegetarier, trinkt gerne und regelmässig Alkohol und hat anscheinend mit der Verabreichung von Cannabis weniger Probleme, einen drohenden Untergang betreffend.
Ist man in den Parteien der besser Halluzinierenden der Meinung, dass wir unser zukünftiges Schicksal nur noch zugekifft ertragen können, oder ohne Drogen der drohende, auf Verbote und Planwirtschaft ausgerichtete Sozialismus früher implodieren würde?
Bevor man sich intensiver mit der Widersprüchlichkeit eines beabsichtigten totalen Rauchverbots von Tabakprodukten und der Legalisierung von Drogen auseinandersetzt, sollte man zuerst eruieren, um was es sich bei Cannabis handelt.
Laut den Angaben auf der Webseite drugcom.de, gehört Cannabis zu den ältesten bekannten Nutz- und Heilpflanzen. In China wurde Hanf bereits im frühen 3. Jahrtausend v. Chr. angebaut und für die Herstellung von Kleidern und Seilen verwendet. Etwa seit 2000 v. Chr. wird es auch als Heilmittel eingesetzt.
Die darin stärkste Wirksubstanz ist Tetrahydrocannabinol (THC). Die Pflanze enthält mindestens 60 unterschiedliche Cannabinoide, von denen einige psychoaktiv wirken und einen Rauschzustand bewirken. Cannabis wird meist in Form von Marihuana (getrocknete Blüten und Blätter der Cannabispflanze) oder Haschisch (aus dem Harz der Blütenstände), selten als Haschischöl (konzentrierter Auszug des Cannabis-Harzes) konsumiert.
Die häufigste Konsumform ist das Rauchen von Joints (umgangssprachlich „kiffen“). Dabei wird das zerbröselte Haschisch oder Marihuana meist mit Tabak vermengt und zu einer Zigarette gedreht. Darüber hinaus werden Cannabisprodukte über verschiedene Sorten von Pfeifen (Pur- und Wasserpfeifen) geraucht, die mitunter eine deutliche Intensivierung des Rauscherlebnisses zur Folge haben. Gelegentlich werden Cannabisprodukte in Tee aufgelöst getrunken oder in Keksen („Spacecakes“) verbacken und gegessen.
Anders als beispielsweise bei Alkohol, dauert der Abbau von THC deutlich länger als die Wirkung anhält. Denn THC besitzt eine hohe Fettlöslichkeit und lagert sich dementsprechend leicht in fettstoffreichem Gewebe an. In der Forschungsliteratur findet man Halbwertzeiten von bis zu 7 Tagen. Im Urin sind Cannabinoide und seine Metaboliten (Abbauprodukte) durchschnittlich etwa 30 Tage nachweisbar, bei chronischen Konsumentinnen und Konsumenten deutlich länger.
Berichten zufolge sei der Wirkstoffgehalt von Marihuana in den letzten Jahren um ein Vielfaches gestiegen. Für bestimmte hochgezüchtete Sorten aus dem Indoor-Anbau scheint dies besonders zuzutreffend zu sein. Das meiste, in Deutschland gehandelte Marihuana und Haschisch wird jedoch importiert. Für den europäischen Markt gilt Marokko als Hauptanbaugebiet. Etwa 70 bis 80 Prozent des in Europa gehandelten Cannabis stammen aus dem nordafrikanischen Land. Analysen beschlagnahmter Proben deuten darauf hin, dass der Wirkstoffgehalt sehr stark schwanken und je nach Anbaugebiet, -methode und Verarbeitung variieren kann.
Das Wirkspektrum von Cannabis ist sehr breit und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je nach der Konsumart (geraucht, getrunken, gegessen), der aufgenommenen Wirkstoffmenge, der Konsumsituation, aber auch der Grundstimmung und der psychischen Stabilität der Konsumierenden, wirkt Cannabis unterschiedlich.
Zu der als angenehm erlebten Wirkung von Cannabis zählt eine Anhebung der Stimmung. Häufig tritt ein Gefühl der Entspannung und des Wohlbefindens ein. Möglich ist auch ein heiteres Gefühl, verbunden mit einem gesteigerten Kommunikationsbedürfnis. Akustische und visuelle Sinneswahrnehmungen können intensiviert werden.
Zu den Wirkungen, die als unangenehm erlebt werden, zählen eine niedergedrückte Stimmung, psychomotorische Erregung, Unruhe und Angst. Panikreaktionen und Verwirrtheit mit Verfolgungsfantasien bis hin zu paranoiden Wahnvorstellungen sind ebenfalls möglich.
Cannabis ist die am häufigsten konsumierte (noch) illegale Droge in Deutschland, vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen, wobei ein stetig zunehmender Anteil es regelmässig und über mehrere Jahre tut. Aus dem jüngsten Jahresbericht, den die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig jüngst vorgelegt hat, ist ersichtlich, dass unter den 18- bis 25-Jährigen der Anteil derer, die nach eigenen Angaben in zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert haben, zwischen 2015 und 2019 von 15,3 Prozent auf 24,1 Prozent, angestiegen ist.
Bei einem dauerhaften Konsum kann sich eine psychische Abhängigkeit entwickeln. Die Betroffenen haben das Gefühl, nicht mehr ohne Cannabis „zurecht“ zu kommen. Anders als früher angenommen, können sich nach einer Phase dauerhaften Konsums auch Entzugserscheinungen zeigen, wenn der Konsum (zeitweilig) eingestellt oder reduziert wird. Daraus kann geschlossen werden, dass sich auch eine körperliche Komponente der Abhängigkeit entwickeln kann. Diese ist zwar nicht so stark ausgeprägt, wie beispielsweise bei einer Alkohol- oder Heroinabhängigkeit, sie kann dennoch sehr unangenehm sein und dazu führen, dass der Konsum wieder aufgenommen wird.
Welche Langzeitfolgen bei dauerhaftem Genuss für Gehirn, Atemwege, Gefahr der Krebserkrankung, Schwangerschaft, Hormon- und Immunsystem, Herz-Kreislaufsystem möglich sind, wird seit den 1970er Jahren intensiv erforscht, doch liegen für viele Bereiche der Auswirkungen noch keine gesicherten Befunde vor und es gibt noch sehr viele Widersprüchlichkeiten. Zur Beurteilung der tatsächlichen Risiken sind deshalb weiterführende Studien notwendig.
Mediziner warnen, dass regelmässiger Konsum gerade bei Jugendlichen und Heranwachsenden sehr gefährlich ist. In einer Phase, in der das Gehirn noch reift, können kognitive Fähigkeiten stark beeinträchtigt werden – mit nicht abschätzbaren Folgen in Schule oder Studium, im Beruf und im Zusammenleben mit Familie oder Partnern. Am Uni-Klinikum Ulm haben sich von 2011 bis 2019 die stationären Behandlungen wegen psychotischer Störungen durch Cannabiskonsum verachtfacht.
Weiterhin kann man davon ausgehen, dass Cannabis etwa die gleiche Menge Teer enthält, wie Tabakrauch und es ist eine irrige Ansicht, dass beim Rauchen in Wasserpfeifen der inhalierte Rauch gereinigt wird, denn es erfolgt lediglich eine Abkühlung.
Es bestehen Verdachtsmomente, dass Cannabis dauerhafte Psychosen auslöst und Initiator für eine bislang verborgene Schizophrenie sein kann.
Die akute Wirkung von Cannabis führt unmittelbar zu Einbussen in der Wahrnehmung, der Aufmerksamkeit und dem Reaktionsvermögen. Tests in Simulatoren haben gezeigt, dass besonders in der ersten Stunde des Konsums, die Fahr- und Flugtauglichkeit eingeschränkt ist. Es gilt als sicher, dass Cannabiskonsumierende ein etwa doppelt so hohes Risiko haben, in einen Unfall verwickelt zu werden, als nüchterne Fahrerinnen und Fahrer. Vor allem bei Unfällen mit Todesfolge war der THC-Gehalt im Blut der Betroffenen in der Regel höher als bei Unfällen mit nicht tödlichem Ausgang.
Anders als bei Alkohol sind (noch) keine Grenzwerte für Cannabis im Strassenverkehrsgesetz (StVG) festgelegt worden. Der Gesetzgeber sieht momentan vor, dass grundsätzlich jeder noch so geringe Nachweis von Cannabis und anderen illegalen Drogen für eine Ordnungswidrigkeit ausreicht (§ 24a StVG). Das Problem: THC ist noch Tage bis Wochen nach dem letzten Konsum in Blut und Urin nachweisbar.
Ungeachtet dessen gehen die Führerscheinstellen allen gemeldeten Verdachtsfällen nach und ziehen den Führerschein in der Regel sofort ein. Die Betroffenen werden meist zu einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU, besser bekannt als „Idiotentest“) aufgefordert, um Drogenfreiheit nachzuweisen.
Allerdings kann die Rechtsprechung je nach Einzelfall sehr unterschiedlich ausfallen, weshalb keine allgemeingültigen Aussagen zu den Folgen für Führerscheinbesitzer und -besitzerinnen gemacht werden können. In diesem Zusammenhang hat das Bundesverfassungsgericht ein wichtiges Urteil gefällt, demzufolge nicht mehr jeder Nachweis ausreiche, um die Fahrtüchtigkeit anzuzweifeln.
Seit 1929 das Opiumgesetz im Deutschen Reichstag verabschiedet wurde, unterliegt Cannabis einer strengen Kontrolle in Deutschland. Das Opiumgesetz wurde 1971 abgelöst vom Betäubungsmittelgesetz (BtMG), das alle rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln (psychoaktive Substanzen) regelt.
Für Cannabis gilt, dass der Besitz, Handel und Anbau verboten ist. Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht 1994 in einem vieldiskutierten Urteil die Option dafür geschaffen, dass bei Vorliegen einer geringen Menge von einer Strafe abgesehen und das Verfahren eingestellt werden kann. Wie viel eine geringe Menge ist, wurde jedoch nicht festgelegt, sondern kann je nach Bundesland unterschiedlich ausfallen. Es gibt allerdings Bestrebungen, den Grenzwert für eine geringe Menge auf 6 Gramm Haschisch oder Cannabis zu vereinheitlichen.
Seit März 2017 können Cannabisblüten oder Cannabisextrakt schwerkranken Patientinnen und Patienten als Medizin verschrieben werden. Die Verschreibung erfolgt durch Ärzte. Das Cannabisarzneimittel erhalten Patientinnen und Patienten in einer Apotheke. Was den medizinischen Einsatz von Cannabis anbelangt, ist die am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) errichtete Cannabisagentur für den kontrollierten Anbau, die Ernte, die Verarbeitung, die Qualitätsprüfung, die Lagerung, die Verpackung und die Abgabe an Apotheken der medizinischen Cannabisblüten in Deutschland verantwortlich.
Es hat sich gezeigt, dass dieser legale Markt ungewöhnlich stark wächst und nun von vielen Start-up-Unternehmen heiss umkämpft ist. Laut Analysten ist Deutschland der grösste Markt für medizinisches Cannabis in Europa, mit einem geschätzten Marktvolumen von ca. 7,7 Milliarden Euro bis zum Jahr 2028.
Wenn nun auch noch eine vollständige Genuss Legalisierung hinzukommen würde, könnte man von einer „berauschenden Marktentwicklung“ mit ungeahntem Potential (mehr als das 17fache an Umsatz) sprechen und da ist es kein Wunder, dass sich eine „Goldgräberstimmung“ in der Cannabis-Branche breit macht. Amazon hat sich als Logistikdienstleiter bereits in den USA für eine vollständig flächendeckende Legalisierung stark gemacht und wittert Zuwachsraten von einem anderen Stern.
So viel zur aktuellen Gesetzeslage und die möglichen Auswirkungen auf den menschlichen Körper von Cannabis, wobei durchaus angenommen werden kann, dass das Suchtpotential nicht richtig eingeschätzt wird.
Für mich, der den privaten Genuss von illegalen Drogen jedweder Art total ablehnt, erscheint, wenn ich mir die obigen Aussagen zu Gemüte führe, auf den ersten Blick eine Legalisierung des privaten Cannabis Konsums als nicht akzeptabel, da auch unter Experten diese Freigabe stark umstritten ist.
Deshalb erscheint es notwendig, dass man die Argumente dafür und dagegen näher betrachtet und abwägt.
Erwachsene sollen in Zukunft Cannabis zu Genusszwecken in Apotheken und speziell lizensierten Geschäften erwerben können. Die Bundesärztekammer (BÄK) erinnerte in einer Anhörung an die besonders schädlichen Wirkungen von Cannabis auf Jugendliche. Die Risiken für Langzeitschäden seien insbesondere bei Jugendlichen hoch, hiess es von Seiten der Ärzte. Es stelle sich die Frage, wie bei einer legalisierten Abgabe junge Leute effektiv geschützt werden könnten.
Es gibt momentan mit Uruguay und Kanada zwei Länder, in denen eine Legalisierung erfolgt ist und als drittes Land könnte Mexiko dazukommen.
Als Argument führen die genannten Länder an, dass man den Konsum sicherer machen und den Markt aus den Händen des organisierten Verbrechens nehmen wolle. Dass dieses Vorhaben nicht immer funktioniert, zeigt ein Blick in die Niederlande: Dort vollzieht sich gerade eine gewisse Kehrtwende in der Drogenpolitik und es herrscht ein wahrer Drogenkrieg, wie die Neue Züricher Zeitung berichtet.
In den Niederlanden sind alle Arten von Drogen verboten. Unter sehr strengen Voraussetzungen ist das Rauchen von Cannabis in sogenannten Coffeeshops aber erlaubt, die aber zunehmend ihren Bedarf auf dem Schwarzmarkt decken. Weil das Land als Hersteller und Vertreiber von Cannabis und synthetischen Drogen in Verruf geraten ist und bei weitem nicht mehr von einem harmlosen Kifferparadies gesprochen werden kann, steht die liberale Drogenpolitik in der Kritik. Es wurden neue Projekte gestartet, die sich mit dem legalen Anbau von Cannabis unter staatlicher Kontrolle beschäftigen. Dänemark hat ein ähnliches Unterfangen gestartet.
Mit diesem Politprojekt soll getestet werden, ob die extrem hohe Drogenkriminalität abnehmen wird und ob die gesundheitlichen Schäden verringert werden. Die Testphase soll vier Jahre laufen, danach wird über eine Legalisierung von Cannabisanbau entschieden.
Daten aus den USA und Kanada zeigen aber, dass nach der Legalisierung mehr Psychosen, mehr Unfälle im Rausch, mehr Verletzungen – und ein immer höherer, gefährlicherer THC-Gehalt in den Pflanzen zu verzeichnen sind.
Vertreter von Polizeigewerkschaften warnen deshalb auch weiterhin vor einer Legalisierung. Sie argumentieren unter anderem, bei Cannabis handele es sich um eine oft verharmloste Droge, die gerade bei Jugendlichen zu erheblichen Gesundheitsproblemen und sozialen Konflikten führen könne. Dem steht das Argument entgegen, dass dem Dealer an der Ecke Jugendschutz egal ist und man nie weiss, was am Ende wirklich in der Tüte ist.
Sucht und Ordnung mit der Legalisierung von illegalen Substanzen zu erreichen ist und wird immer ein riskantes Unterfangen bleiben und es ist fraglich, ob damit eine entkriminalisierende Suchtüberwindung erreicht werden kann. Das Argument, dass es Leute schaffen auf Tabak zu verzichten und es dann die Drogensüchtigen auch können, greift mir zu kurz, wenn ich sehe, welche zerstörende Kräfte die Drogen besitzen.
Das ist dann von besonderer Wertigkeit, wenn Cannabis als Einstiegsdroge fungiert und den ersten Schritt zu einem missbräuchlichen Konsum von Kokain, Heroin, Amphetaminen, Ecstasy und biogenen Drogen, darstellt. Zu behaupten, dass diese Gefahr nur in geringem Umfang existiert und sie deshalb vorsätzlich ignoriert, ist in meinem Augen eine grob fahrlässige Handlungsweise und Zeugnis von falsch verstandenen Liberalismus.
Während Tabak und Alkohol weiterhin radikal bekämpft werden, wird Cannabis als gewollte Einstiegsdroge für die Generation Klima entkriminalisiert und der Joint schöngeredet, welch ein Anachronismus. Dann können wir auch propagieren, dass Cannabis ähnlich gesund bzw. ungefährlich ist, wie die mRNA Impfstoffe.
Grundsätzlich ist zu bemerken, dass man beim Thema Drogen immer auf Unvereinbarkeiten trifft und dies nicht nur in der Politik. Es gibt sehr viele Widersprüche und die zentrale Frage ist, warum Alkohol legal und Cannabis dies nicht ist. Es gibt sehr viele Pro- und Contra-Argumente, ebenso wie viele Vorurteile.
Wie auch immer man zu diesen Fragen steht, es wird immer ein gewisses Unbehagen bestehen, was die Regelungen für den Umgang mit Alkohol und Drogen anbelangt. Glaubwürdige und ausgewogene Informationen über Drogen sind besonders wichtig, wenn es um Prävention geht. Doch reichen diese mit Sicherheit nicht allein zur Steigerung des Gefahrenbewusstseins und sie müssen mit notwendigen Verhaltensänderungen und deren Aufrechterhaltung einhergehen sowie einer positiven Sozialisierung. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Wissenschaft, Medizin und Politik an den richtigen Stellschrauben drehen, die ein ausufern der Drogenkriminalität auf Dauer verhindern wird.
Zum Abschluss noch etwas zum wirklichen Schmunzeln, was das Thema Hanf angeht. Wenn die Hanf-O-Mania weiter gehen sollte, dann werden wir, wenn es nach der Uni Hohenheim geht, bald Fleischersatzprodukte haben, die als Proteinquelle Nutz- und Industriehanf verwenden. Glücklicherweise spielt die Wirkung von THC keine Rolle, da die Samen frei davon sind. Es werden ca. 20 Sorten getestet, die bis zu 25% Proteine enthalten und in der Zusammensetzung dem Eiklar gleichen. Der Samen enthält alle essenziellen Aminosäuren und weist damit eine hohe biologische Wertigkeit auf. Es ist zudem leicht verdaulich und hat eine wünschenswerte, zähe, fleischähnliche Textur, die im Mund das Gefühl erzeugt, auf Fleisch zu beissen, wie eine Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe erklärte.
Ich hoffe nur, dass nicht irgendwelche kriminellen Elemente diesen Markt entdecken werden und Hanfsamen, die THC enthalten, dafür verwenden und die Vegetarier und Veganer unter uns, in eine Drogenabhängigkeit treiben. Bin ich froh eine fleischfressende Pflanze zu sein, die sich weiterhin an qualitativ hochwertigen Fleischsorten erfreuen wird und keinen Bock auf Fleischersatzstoffe hat.
Es lebe der Joint mit staatlichem Gütesiegel!!!
Gut zusammengefasst! Die PRO und CONTRA Positionen sind klar. Wir sind in einer Zwickmühle: Cannabis aus der Grauzone der Illegalität herausholen und damit den Dealern den Rahm nehmen oder den Konsum durch die Legalität steigern? Cannabis ist eine Einstiegsdroge. Übrigens: auch Alkohol kann (und löst) eine Sucht, also eine Abhängigkeit auslösen. Der enthemmende Rauschzustand ist bei Cannabis und Alkohol sicher ähnlich.
Anscheinend sind die Politiker der Ampel-Koalition nicht der Meinung, dass wir uns in einer Zwickmühle befinden, wenn ich sehe, wie blauäugig dieses Thema behandelt wird und eine Freigabe förmlich durchgepeitscht werden soll. Wenn ich lese, was im Artikel des Spiegel ein Kriminologe und früherer Regierungsberater aus den Niederlanden verlauten lässt, müssen doch bei all involvierten Verantwortlichen die roten Lämpchen angehen und eine neue Beurteilung erfolgen.
»Die Leute, die hinter dieser Toleranzpolitik standen, konnten sich nicht vorstellen, dass ihre Politik zu einem Problem mit Organisierter Kriminalität führen könnte.« Hört, hört.
Weiterhin bemerkt er, dass In den Neunzigerjahren sich die Lage noch einmal verschärft habe, mit der massenhaften Herstellung synthetischer Drogen und dem Cannabis-Großanbau. Die Regierung habe lange weggeschaut.
Wir haben jetzt schon in den Grossstädten jede Menge Probleme mit Drogenkriminalität und mit den Clans, welche die Szene beherrschen und die durch die Polizei nicht entscheidend gehindert werden können. Wenn nun durch eine Legalisierung diesen kriminellen Elementen noch weitere Einnahmenquellen im grossen Stil dazu kommen, kann sich doch jeder vernunftgesteuerte Mensch ausrechnen, wohin das Führen wird. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was das alles speziell für das durch und durch chaotische Berlin für Auswirkungen haben könnte.
Abgesehen von den Hot Spots, sehe ich auch eine grosse Gefahr für die ländlichen Bereiche unserer Republik, die bisher von grösseren drogenbedingten Probleme verschont geblieben sind. Deshalb sollte der Vernunftbürger seine Stimme erheben und diesem nicht durchdachten und populistischen Gehabe der Politik Einhalt gebieten. Sollte aber das generelle Wahlalter tatsächlich auf 16 Jahre abgesenkt werden, würde sich die ganze Chose exponentiell potenzieren und könnte ausser Kontrolle geraten.