Die Botschaft hör ich wohl

Die Botschaft hör ich wohl

Vom Hören und nicht Verstehen

Der Satz des historischen Dr. Faust, „die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, bekommt leider in der heutigen krisengebeutelten Zeit eine aktuelle multiple Bewandtnis und wird zum Synonym für den Zweifel an den vollmundigen politischen Verlautbarungen unserer parlamentarischen Volksvertreter.

Wir werden tagtäglich in den Medien mit den unterschiedlichsten Botschaften geradezu bombardiert und haben im öfters Probleme damit, zu verstehen, was die Protagonisten mit ihren zum Teil verschwurbelten Äusserungen meinen und welche Ziele sie wirklich verfolgen.

Die Politik ist voll von ehrgeizigen und redegewandten Menschen, die grosse Pläne und Vorsätze haben, mit denen sie die Bürger beeinflussen wollen und meist damit scheitern, weil sie die Gesetze und Methoden der rhetorischen Kommunikation nicht kennen, oder auch nicht befolgen wollen. 

Seine Meinung durchzusetzen, andere für sich zu gewinnen, sich in einer feindseligen Gesellschaft zu behaupten und nicht ausnutzen zu lassen, bedarf der Beherrschung rhetorischer Spielregeln des zielstrebigen Umgangs mit seinen Mitmenschen.

Die Sprache ist das „Werkzeug“ und Kommunikationsmedium, das uns überhaupt ermöglicht, mit anderen Menschen in Beziehung zu treten und unerschöpfliche Gestaltungsprozesse zu vollbringen, die beeindruckend und überzeugend wirken.

Wir sind auf Kommunikation angewiesen, dies beinahe in jeder Situation und durch die Art wie wir das tun, können wir vieles beeinflussen und Ziele zu erreichen.

Besonders Robert Habeck erweist sich als vermeintlicher Meister der verbalen, belehrenden Kommunikation und Affekterregung und er lässt keine Gelegenheit der Selbstinszenierung aus, um sich dementsprechend Beifall heischend zur Schau zu stellen.

Er glaubt sich im Besitz einer naturwissenschaftlichen Wahrheit zu befinden und will das Land, ebenso wie seine Anhänger, zur totalen Dekarbonisierung zwingen und dies in einem volkswirtschaftlich tödlichem Tempo.

Seine  geradezu arrogant anmutende, rhetorische Artistik lässt ihn zunehmend als Reformator des Sophismus erscheinen, einer im Sprachgebrauch der Antike und des Mittelalters bekannten Argumentations- und Streitform, die heutzutage in Vergessenheit geraten schien.

Bereits Aristoteles hatte in seinen sophistischen Widerlegungen erkannt, dass sich die Regierenden gerne paradoxen Behauptungen und Scheinargumente bedienten, die dazu dienten Zuhörer zu verwirren, zu täuschen und zu überreden.

Dabei ging es in erster Linie nicht um logische Fehlschlüsse, sondern um Tricks, mit denen die Politiker ihre Absichten verschleiern, um den nicht an der Macht beteiligten Teil der Bürgerschaft zu übervorteilen.

Im Mittelalter bekam diese Deutung noch eine neue zusätzliche Relevanz, indem man erkannte, dass diese Form der Argumentation in einer Rätselhaftigkeit beruht, da viele Sätze und Behauptungen in ihren Konsequenzen einen unklaren, mehrdeutigen Sinn aufweisen.

Neben Absurdität und Widersinnigkeit sorgt hierbei der unklare Wahrheitswert für Irritationen, da je nach Art der Interpretation sich die Aussagen als wahr oder auch falsch erweisen können.

Der Gebrauch von Scheinargumenten, die mit Absicht verwendet werden, können zu gewollten, nicht sachbezogenen, Fehlschlüssen führen, deren Schlussfolgerungen nicht nach den Gesetzen der Logik erfolgen und im eigentlichen Sinn einer Täuschung des Bürger gleichkommt, was nicht weit entfernt vom Betrug angesiedelt ist.  

In der heutigen Zeit fühlen sich viele Politiker in der Rolle des pastoralen Sinn- und Heilsvermittlers pudelwohl und haben einen Hang dazu, sich mit Themen zu beschäftigen, die nicht in ihrem eigentlichen Aufgabenbereich angesiedelt sind, aber beim Klientel für eine gute Stimmung sorgen sollen.

Sie verwenden den grössten Teil ihrer Energie für ihre Aussen-Darstellung und dem Versichern, dass alles was getan wird gut geht, niemand allein gelassen ist und man sich im Amt aufreibt, um den „Auftrag für das Wohlergehen des Bürgers zu sorgen“, erfüllen zu können.

Zusammen mit den Todschlagargumenten der alternativlosen Weltrettungsideologie will man erreichen, über jede Kritik erhaben zu sein und als Garant für eine verlässliche, gegenwarts- und zukunftsbezogene Gestaltung der Bundesrepublik unentbehrlich zu sein.

Rabulistik im Vormarsch

Cicero, einer der bedeutendsten römischen Redner seiner Zeit war der Auffassung, dass der vollkommene Redner umfassend gebildet sein und fünf Bearbeitungsphasen der Rede beherrschen muss.

Das Auffinden der richtigen Argumente, deren geschickte Anordnung sowie die sprachliche Gestaltung müssen eine Rede konzipieren, damit ein wirkungsvoller Vortrag, der beim Zuhörer gut ankommt und sich auch in das Gedächtnis einprägt.

Es kommt für den Redner nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch auf die Fähigkeit, Gedanken motivierend, glaubwürdig und überzeugend darzustellen.

Dabei sollte nicht die affektive Überredung im Vordergrund stehen, welche durch permanentes Wiederholen von emotionalen Glaubensbekenntnissen und Schlagwort-Parolen das Publikum suggestiv überfrachtet und eine gewünschte Überzeugungskraft vermissen lässt.

Die Überredung stellt eine einseitige Kommunikationsbeeinflussung dar, in der es darum geht, die Meinung ultimativ durchzusetzen, um die Oberhand über die „Gegenseite“ zu behalten, wobei oft das Verwenden von unfairen Stilmitteln zu einer Kampfdialektik führt, die vorgefasste Werturteile aufzwingt und den Raum des freiwilligen Entscheidens einengen will.

In der Politik entwickelt sich diese Form der argumentativen Dissonanz und der überwiegend niveaulosen spitzfindigen Bildungssprache zu einer manipulativen marktschreierischen Rhetorik.

Diese kleinliche und rechthaberische Wortwahlkonzeption, welche darauf abzielt, den Sinn von Gesetzen, Regelungen und Vereinbarungen zum eigenen Vorteil drehen zu wollen, ist bereits in der älteren Literatur der Rechtswissenschaft beschrieben worden und wurde dort als dialektische Rabulistik bezeichnet.

Damit war eine ränkesüchtige Geschwätzigkeit und überzeugende Wortverdreherei gemeint und heutzutage die Attitüde um jeden Preis Recht zu behalten.

Vertreter dieses missbräuchlich genutzten Teilgebiets der Rhetorik, bei welchem Täuschung, Irreführung und Lüge fliessend ineinander übergehen können, gab es und gibt es in den Regierungen und in der deutschen Parteienlandschaft zu genüge.

Rücksichtsloses Überreden ohne stichhaltige Argumente zu haben und dies mit einem Durchsetzungsvermögen ohne über eine gesunde Basis zu verfügen ist populär, wobei es weniger darum geht wer Recht hat als vielmehr, wer die Oberhand behält.

Dabei lässt die überwiegende Mehrheit das feine Florett der intellektuellen Phraseologie vermissen und zeichnet sich durch eine verbale eindimensionale Grobschlächtigkeit aus, die Zeugnis einer  mangelnden Bildung und/oder unzureichender Qualifikation ist.

Man ergeht sich in einer moralisch fragwürdigen, zahnlosen Sprücheklopferei der demagogischen Habenichtse und hat ausser populistischen Worthülsen keine überzeugenden Argumente aufzuweisen, die dazu dienen könnten, um die getroffenen Massnahmen in überzeugender Manier zu begründen oder wenigstens einigermassen verteidigen zu können.

Eine besondere Rolle spielen im Konzert der Rhetorik-Gaukler unsere Feminismus trunkenen Politikerinnen, an der Spitze mit Annalena Baerbock, die einfach nicht in der Lage sind ihre undifferenzierten Plappereien der bizarren Unüberlegtheit in den Griff zu bekommen und in regelmässigen Abständen dafür sorgen, dass hanebüchene Äusserungen und bildungsferne Stellungnahmen in der Medienlandschaft auftauchen.

Nach ihren Toilettenbau-Bemühungen in Nigeria, wartet sie nun damit auf, dass wir uns Kenia als neues Klimaschutz-Vorbild nehmen sollen, da das Land bis 2030 komplett auf erneuerbare Energien umgestellt werden will.

Dieser vorbildliche Umstieg auf grüne Technologien in allen Bereichen ist die Wettbewerbsfrage unserer Zeit und da wollen wir als deutscher Industriestandort mit dabei sein, skandierte sie.

Sie hat offensichtlich nicht erkannt, dass die Politik dort durch und durch korrupt ist, die Regierenden es bevorzugen Projekte mit fremden Geld und Bürgschaften zu finanzieren und die Fördergelder auf dem Weg zu ihrer Verwendung gewaltig „schrumpfen“ werden und sie es lieben Geld von uns zu bekommen, weil wir geringe Auflagen und praktisch keine Kontrollen haben.

Es ist offensichtlich, dass solche rhetorisch unterbelichtete Redeschwalle für die Dilettanten zum Stilmittel der Begründung und Lobpreisung der eigenen Taten wird und wir froh sein sollen, dass ab 2070 unsere Bahn wieder pünktlich fahren wird.

Es ist absolut erstaunlich wie viele Bürger dies ohne nennenswerten Protest oder Ablehnung über sich ergehen lassen und anscheinend nicht registriert haben, was die Auswüchse einer unzureichend  begründeten, schulmeisterlichen Kampfdialektik und von Hirn befreiter Plapperei bewirkt und besonders während der Pandemie das Tagesgeschehen dominiert haben, was zu unzähligen Falschinterpretationen, Einschränkungen und ungerechtfertigten Benachteiligungen führte.

Die Pandemie der totalen Ernüchterung

Als (un)schönes Beispiel für die Moralisierung der Rhetorik und die damit verbundene Schwächung des demokratischen Diskurses taugt die Pandemie allemal mit ihren negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Zwischen März 2020 und Februar 2022 schaffte es die staatlich verordnete Covid-Hysterie durchgehend den Alltag zu bestimmen und die Politik der Regierenden agierte in einer Selbstherrlichkeit, die keine anderen Meinungen zuliess und Andersdenkende obligatorisch der Verschwörer Szene zuwies.

Dies hatte immense Auswirkungen auf die Durchsetzbarkeit „regulativer Massnahmen“, die zum Teil nicht mit dem Grundgesetz vereinbar waren und deren Folgen sich für Bürger und Unternehmen teilweise als existenzbedrohend herausstellten.

Das Bundesgesundheitsministerium, zuerst mit dem Gesundheitsminister Jens Spahn und nach der Bundestagswahl mit Karl Lauterbach, haben zusammen mit dem Virologen der Charité Prof. Dr. Christian Drosten, mit Prof. Dr. Lothar Wieler vom Robert-Koch-Institut (RKI), mit dem Paul-Ehrlich-Institut dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, weiteren  exklusiv ausgewählten Wissenschaftler, dem Corona-Expertenrat  sowie den Vertretern des Deutschen Ethikrates und der Leopoldina, mit ihren nicht immer durch die Wissenschaft gestützten Empfehlungen dafür gesorgt, dass die Politik eine wahre Corona-Hysterie auslöste und sich zu Massnahmen hinreissen liess, die trotz vieler Warnungen von nicht linientreuen Wissenschaftlern, sich im Nachhinein als überzogen und falsch darstellten.

Durch eine teilweise aberwitzige Unverhältnismässigkeit ohne wissenschaftliche oder falsch interpretierte Evidenz wurden unumstössliche “Pandemie”-Narrative der selbst ernannten “seriösen Wissenschaft” konstruiert, die einen Massnahmen-Reigen auslösten, der seinen Ursprung darin fand, dass die Gesundheitsämter bei der analogen zeitnahen Datenerhebung überfordert waren und das RKI deshalb über einen unzureichenden Datenbestand verfügte, der nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entsprach.

Die Übermittlungen der klinischen Daten wiesen ebenfalls signifikante Mängel auf, ebenso wie die Erfassung der Todesfälle nicht einheitlich geregelt war.  Es war den Gesundheitsämtern überlassen, mitzuteilen ob die Patienten an oder mit einer SARS-CoV-2-Infektion verstorben waren, was besonders bei den älteren Menschen, die schweren Vorerkrankungen hatten von besonderer Relevanz war und durch Falschansichten die Statistiken verzerrt wurden, wie bei anschliessend durchgeführten Obduktionen ermittelt wurde.

Das betraf auch die Übersterblichkeitsrate. In den Corona-Jahren 2020 bis 2022 sind, laut einer Ifo-Auswertung von Zahlen des Statistischen Bundesamts, insgesamt rund 180.000 Menschen mehr gestorben als statistisch zu erwarten gewesen wäre.

Auffällig dabei war, dass die Übersterblichkeit vor allem bei Älteren sich ausgerechnet im Jahr 2022 noch mal beschleunigt hat , obwohl bereits ein Grossteil der deutschen Bevölkerung gegen Corona geimpft war.

Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) starben in Deutschland insgesamt bis Ende des vergangenen Jahres über 160.000 Menschen im Zusammenhang mit Corona, doch kann die Pandemie nur einen Teil der Übersterblichkeit des Jahres 2022 erklären.

Im Herbst 2022 begann in Deutschland eine aussergewöhnlich frühe und ungewöhnlich heftige Grippewelle. In den Jahren zuvor, während der Corona-Pandemie, war die Influenza praktisch ausgefallen. Ein Grund dafür waren die notwendigen Corona-Massnahmen, die natürlich auch die Übertragung anderer Erreger verhindert haben.

Ein Teil der Übersterblichkeit im Sommer lässt sich möglicherweise auch durch die Hitzewelle erklären.

Diese Fakten hinderten aber unseren obersten Panikverbreiter Karl Lauterbach nicht von einer TY Show zu anderen zu tingeln und als Dauergast den Dauereinpeitscher für die diktatorische Regierungslinie zu mimen und sich für starke kontaktreduzierende Schutzmassnahmen und übertriebene Lockdowns einzusetzen, bei welchen er mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Söder einen populistischen Vorreiter hatte.

Mit den Grundrechtseinschränkungen war man ohne Frage über das Ziel hinausgeschossen und besonders die Kinder und Jugendliche mussten unter der Unverhältnismässigkeit der Kita- und Schulschliessungen besonders darunter leiden.

Auch wenn Lauterbach nun zugibt, dass einige der Massnahmen der „drakonischen Art“ ein Fehler und nicht durch Studien ausreichend gedeckt waren, sollte auf jeden Fall durch ein interdisziplinäres Team von Experten eine Aufarbeitung der Pandemie Fehleinschätzungen erfolgen, um bei kommenden Krisen dieser Art besser gewappnet zu sein.

Kein Wissenschaftler kann die Vielfältigkeit der Wissenschaft allein verstehen und beurteilen, was richtig oder falsch sei. Die Wissenschaft lebt von Diskussionen und pluralistische Sichtweisen, die bereits früh Probleme, Massnahmen und deren Effekte hinterfragen und unsinnige Massnahmen vermieden hätten.

Das betrifft insbesondere zu auf

Unsinnig geschlossene KITAs und Spielplätze

Vernachlässigter Schutz der Alten- und Pflegeheime

• Fehlende Begleitevaluierung zur Korrektur von Massnahmen  

• Positive Tests (Inzidenz) als politische Handlungsgrundlage

• Kommunikationskalamitäten nicht nur zum erwarteten Schutz der Impfstoffe und zum Impfzwang

Milliarden-Kostengräber für freie Intensivbetten in den Krankenhäusern

• Vernichten von Impfstoffen und Masken

• Maskenpflicht im ÖPNV bis 2023

Diese Massnahmen führten zu einer verängstigten und gespaltene Gesellschaft, was hätte  vermieden werden können, wenn Entscheidungen weniger ideologisch und dafür mehr nach Evidenz getroffen worden wären.

Deshalb war das Krisenmanagement der Regierung nicht ausreichend funktionsfähig, weil strukturierte Prozesse der Wissensbeschaffung für politische Entscheidungsfindungen Mangelware waren und man sich vorwiegend von apokalyptischen Thesen leiten liess.

Je länger die Pandemie andauerte, um so undurchsichtiger und verwirrender wurden die Aussagen der beteiligten Experten-Kreise, bei deren Rhetorik eine gewisse Widersprüchlichkeit und Uneinigkeit zu verzeichnen war und sich nicht im Einklang mit der verschwurbelten rheinischen Sing-Sang-Rhetorik des Bundesgesundheitsministers befand, der keine Gelegenheit ausliess, um Bilder der Apokalypse in den Medien zu verbreiten.

Heute faselt er von einer erfolgreichen Bewältigung der COVID-19 Krise und von einer guten Bilan, wie die auch immer aussehen soll.

Die psychologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schäden, die diese mehr als grenzwertige Politik angerichtet hat, sind überhaupt nicht zu bemessen und es ist absurder die “offiziellen” Schäden auf lediglich “48 Milliarden” zu beziffern, wie es der Bundesrechnungshof getan hat.

Lauterbach war und ist das leuchtende Beispiel dafür, welchen Schaden man mit einer scheinwissenschaftlichen Sprachwortwahl und Phraseologie in der Gesellschaft anrichten kann, speziell wenn man absolut keine Fähigkeiten besitzt, die zur Führung eines solch wichtigen Ministeramtes erforderlich sind.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die von ihm bevorzugte grundlegende Reform des Gesundheitssystem und der Pflege nicht ebenso floppt, was zu befürchten ist, da schon viele Bundesländer signalisiert haben, dass sie seinem intransparenten Modell nicht zustimmen werden und hier eine Dauerbaustelle droht, die auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird.    

Die Botschaft hör ich wohl, doch mir fehlt der Verstand

Die sozialen Medien und kostenlose Messenger Dienste wie Telegram sowie zunehmend auch die Chatbots der künstlichen Intelligenz werden von politisch fanatisierten und fundamentalistischen Aktivisten und Aktivistengruppen genutzt.

Es werden in grossem Umfang Verschwörungstheorien, gezielte Falschdarstellungen und Fake-News-Anzeigen verbreitet, auf die viele Nutzer hereinfallen und diese populistische Propaganda nicht als manipulierte Indoktrination erkennen.

Viele Bürger glauben was sie gerne wollen, blenden wirklichkeitsnahe Sachverhalte aus, was zu einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft führt, welche die Realität ausblendet und sich von den Lügen und Manipulationen ködern lässt.

Dieser bedauerliche Umstand wird leider auch durch politische Akteure begünstigt, die sich vornehmlich der rabulistischen Dialektik bedienen und mit Aussagen, die leicht fehlinterpretiert werden können, zur Verunsicherung der Bürger beitragen und diesen im Kern kriminellen Tätigkeiten Tür und Tor öffnen.

Das führt dazu, dass ein grosser Prozentsatz der Bürger weniger bis gar kein Vertrauen in die Regierungen haben und ebenso den öffentlich-rechtlichen Medien mit Misstrauen begegnen.

Besonders nachdenklich und besorgniserregend macht hierbei, dass der Hang zu Verschwörungsthesen bei Menschen mit „Reichsbürger“-nahen Weltanschauungen besonders ausgeprägt sind und diese Affinität mit einer erhöhten Gewaltbereitschaft verbunden ist.

Für Bürger, die sich nur peripher mit dem Tagesgeschehen der Politik und der Weltwirtschaft beschäftigen, wird es sukzessive schwerer diese Form der Propaganda zu durchschauen, die dazu dient, politische Meinungen oder öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Verhalten und Bewusstsein der Bürger in die persönlich erwünschte Richtung zu steuern.

Durch eine permanente Panikerzeugung und Feindbildpflege erfolgt eine Stimmungsmache der Verwirrung, welche dazu führt, dass die vorsätzliche Unterdrückung und Verfälschung von Nachrichten und Informationen bis hin zu unverfrorenen Lügen für den politisch ungebildeten Bürger nicht mehr eindeutig ersichtlich und verstandesmässig erfassbar ist.

Die Vielzahl von autoritären Alleinentscheidungen der pseudohumanen Regierenden verstärken diese Tendenzen zusätzlich und das Durchsetzen ihre pathologischen Meinungshoheit führt dazu, dass die Grenzen der Zumutbarkeit hierzulande nicht nur erreicht, sondern bereits überschritten sind und es nicht gelingen wird, die „Bürger bei der Stange zu halten“.

Fazit  

Deutschland ist und bleibt anscheinend das Land der grossen Widersprüche. Die Bevölkerung ist mit der Gesamtsituation überwiegend unzufrieden, obwohl es den meisten Menschen, im Vergleich zu vielen anderen Ländern, noch relativ gut geht.

Es ist unbestritten, dass in den letzten Jahren einiges schief gelaufen ist und dabei auch die Politik der Vorgängerregierungen eine unrühmliche Rolle gespielt hat.

Sie war nicht in der Lage, sich bei den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Sektoren auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren und die Parteien waren vorwiegend bemüht ihre ideologischen Ziele mit einem ausgeprägten Egoismus zu verfolgen, damit der Machterhalt gewährleistet bleibt.

Besonders die Volksparteien haben ihren ursprünglichen Fokus verloren und versuchten mit zum Teil sehr fragwürdigen Gesinnungskapriolen ihre Stammwählerschaft nicht zu verlieren, was krachend gescheitert ist und erdrutschartige Stimmenverluste zur Folge hatte.

Von diesen Fehlleistungen partizipierten die Grünen und auch die Liberalen und wurden bei der aus der Not heraus zusammengeschusterten Ampel-Koalition des Fortschritts „zum Zünglein an der Waage“, obwohl auch ihre Stimmanteile eher bescheidener Natur waren.

Beim Realisierungsversuch ihrer hochanspruchsvollen und in der Bevölkerung wenig geliebten Ziele zur exklusiven Weltrettung, haben sie ausser Acht gelassen und ignoriert, dass sie sich diese diktatorische Vorgehensweise aus Gründen des Proporzes niemals hätten anmassen dürfen, da sie die Interessen der gesamten Bevölkerung bei weitem nicht vertreten und sie es eigentlich den Nichtwählern zu verdanken hatten, diese Koalition bilden zu können.

Sollte es der Ampel-Regierung nicht umgehend gelingen, dem Bürger die wahren öko-sozialen Ziele und deren Auswirkungen zu benennen, wird dies zusammen mit den manipulierten Desinformationen der extremistischen Aktivisten dazu dienen, eine feindselige Stimmungslage in der Bevölkerung zu erzeugen.

Diese wird unweigerlich dazu führen, dass auch bei uns Menschenmassen auf die Strassen strömen, um ihrem Frust, ihrem Ärger, ihrer Wut und Enttäuschung gegenüber der aktuellen Politik und der Staatswillkür Luft zu machen, wie es bei unseren französischen Nachbarn sehr massiv der Fall ist.

Es bleibt nur zu hoffen, dass unsere Regierung diese Botschaft erhören wird und auch die extremsten Ideologen erkennen werden, dass sie sich mit ihrer keinen Widerspruch duldenden Alternativlosigkeit auf dem gesellschaftsdienlichen Holzweg befinden und es an der höchsten Zeit ist, entsprechende Korrekturen vorzunehmen und das dauernde Schwimmen gegen den Strom der daseinsgerechten Vernunft ein grosser Fehler ist.

Die Verschlimmbesserungspolitik muss ein Ende haben und Deutschland ist gut beraten, sich von seiner obligatorischen Vorreiterrolle zu verabschieden und wieder mehr verlässliches Bündnisdenken an den Tag zu legen, damit wir nicht zu einem unbelehrbaren Aussenseiter werden, dem man nicht mehr trauen kann.

So viele milde Winter können wir in Zukunft nicht bekommen, welche ihre Fehler bei der Energieversorgungspolitik ausgleichen werden und die Regierungsprotagonisten müssten eigentlich hoffen, dass die Erderwärmung weiter fortschreitet.

Welch ein satirischer Anachronismus gegen die Zeitrechnung der gescheiterten Wenden-Politik.

„Man muss die Tatsachen kennen, bevor man sie verdrehen kann“

Mark Twain

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