Coronamanie – Ein Virus demaskiert die deutsche Politik

Wenn mir vor fünf Jahren jemand erzählt hätte, dass im Jahr 2020 ein grippeähnliches Virus, Deutschland und grosse Teile der Welt lahmlegen würde, hätte ich ihm gesagt, dass er ein Spinner ist, der zu viel Science-Fiction Romane liest und von Utopia spricht.
Nachfolgend eine kleine Chronologie, welche in Erinnerung rufen soll, wie alles begann und welche Auswirkungen das Corona Virus auf das Leben in der Bundesrepublik Deutschland noch heute hat und hatte. Ich beziehe mich in diesem Beitrag nur auf das Wesentliche, da die komplette Aufzählung aller Ereignisse und der sicherlich noch kommenden, Material für eine mehrbändige Corona- Enzyklopädie des Schreckens liefern würde.
Ende November 2019 wurde in der chinesischen Millionenstadt Wuhan zum ersten Mal berichtet, dass eine Atemwegserkrankung aufgetreten ist. Im Dezember traten in China gehäuft Fälle einer unbekannten Lungenkrankheit auf. Bald gilt ein Markt in der Millionenmetropole Wuhan als Ausbruchsort. Am 30. Dezember werden die Infektionen offiziell an die WHO gemeldet, wenige Tage später wird ein neuartiger Erreger aus der Familie der Coronaviren als Ursache identifiziert. Er erhielt den Namen Sars-CoV-2, welcher als Auslöser für die Infektionskrankheit COVID-19 in die Geschichte einging.
Am 11. Januar 2020 wird in China der erste Todesfall aufgrund des neuartigen Virus registriert, was es stark zu bezweifeln gilt und es vermutlich schon lange vorher infizierte Tote zu beklagen gab, aber dies verschwiegen wurde.
Am 7. Januar 2020 hat das Coronavirus Deutschland erreicht. Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern hat sich bei einem geschäftlichen Aufenthalt in Wuhan infiziert, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München. Er wurde isoliert, medizinisch versorgt und befand sich klinisch in einem guten Zustand. Das Risiko für eine Ausbreitung des Virus in Deutschland wurde als gering eingestuft.
Bundesgesundheitsminister Spahn verkündete fröhlich, dass es zu erwarten war, dass das Virus auch Deutschland erreicht. Der Fall aus Bayern zeigt aber, dass wir gut darauf vorbereitet sind. Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China blieb nach Einschätzung des RKI weiterhin gering.
Spahn bemerkte zusätzlich im Januar, dass es aktuell noch nicht absehbar ist, ob sich aus einer regional begrenzten Epidemie in China eine weltweite Pandemie entwickelt oder nicht. Die Situation, wie wir sie heute in Deutschland haben, zeigt aber, dass wir gut vorbereitet sind und dass wir aufmerksam mit dem Thema umgehen. Wir haben die Dinge unter Kontrolle, befinden uns aber gleichzeitig in einer dynamischen Lage.
Mitte Februar 2020 hat der von China ausgehende Ausbruch des Coronavirus inzwischen weltweite Auswirkungen. Der Schwerpunkt der Erkrankungen liegt zwar weiterhin in China, es sind aber mittlerweile zahlreiche Fälle in vielen Ländern der Welt aufgetreten, u.a. in Deutschland und anderen EU-Ländern. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung schätzte das Robert Koch-Institut aktuell weiterhin als gering ein.
Gleichzeitig wurden die ersten China-Rückkehrer aus der Quarantäne entlassen, da die Testergebnisse negativ waren. Spahn verkündet, dass wir die Epidemie in den Griff bekommen, wenn wir vorsichtig, aber angemessen reagieren.
Eine Woche später war zu hören, dass angesichts der Entwicklung in Nord-Italien Jens Spahn damit rechnet, dass sich das Coronavirus auch in Deutschland ausbreiten kann. „Durch die Lage in Italien ändert sich auch unsere Einschätzung der Lage: Corona ist als Epidemie in Europa angekommen“, sagte Spahn auf einer Pressekonferenz in Berlin. „Deshalb müssen wir damit rechnen, dass sie sich auch in Deutschland ausbreiten kann“, so Spahn. Dafür sei Deutschland bestmöglich vorbereitet.
Wir empfehlen der Bevölkerung, nicht hinter jedem Husten eine Corona-Infektion zu vermuten. Dass sie aber ihren Hausarzt anrufen und die Behandlung abklären, wenn sie innerhalb von 14 Tagen nach Reisen in Gebiete, in denen Infektionen vorgekommen sind, Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln.
Auf europäischer Ebene wurde geplant, Schutzausrüstung für medizinisches Personal zu beschaffen.
Am 30. Januar 2020 erklärte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, den Ausbruch des neuartigen Coronavirus zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite, der höchsten Warnstufe der WHO.
Ende Februar 2020 eskalierte die Lage in Deutschland, denn es wurden erstmals nun auch Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Beide Länder haben einen Krisenstab eingerichtet, der durch das Robert Koch-Institut (RKI) sowie das Bundesgesundheitsministerium unterstützt wird.
Der Krisenstab plant im weiteren Verlauf, medizinische Schutzausrüstung wie Atemschutz, Handschuhe und dergleichen zu beschaffen. Dafür sollen Produktionskapazitäten in Deutschland erhöht werden und die Ressourcen der europäischen Partner gebündelt werden.
Am 2. März 2020 stehen Minister Spahn zusammen mit sechs Experten bei einer Pressekonferenz Rede und Antwort. Wer glaubt, er könne infiziert sein, sollte zunächst in der Arztpraxis anrufen, sagte Stephan Hofmeister von der KBV, der zudem klarstellte, dass jeder medizinisch notwendige Test bezahlt werde.
Hygiene-Expertin Prof. Gastmeier empfiehlt, in den Arm zu niesen und sich gründlich die Hände zu waschen. Um sich vor Ansteckung zu schützen, wäre es auch ratsam, aktuell auf das Händeschütteln zur Begrüssung zu verzichten, so Gastmeier weiter. Prof. Wieler vom Robert Koch-Institut gab bekannt, dass das Risiko für die Bevölkerung aktuell als „mässig“ eingeschätzt wird. „Das Risiko für die Gesellschaft ist gestiegen, die Gefahr für den Einzelnen ist aber weiterhin nicht gross“, erläuterte unisono Prof. Drosten von der Charité die Lage, der sich im Laufe der Pandemie als Papst der Virologen in den Mittelpunkt der Diskussionen stellte und von dem Bundesgesundheitsministerium entsprechend protegiert wurde.
Da in den Apotheken verstärkt Desinfektionsmittel nachgefragt werden, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) am 4. März 2020 eine Ausnahmeregelung über die Bereitstellung auf dem Markt und die Verwendung von Biozidprodukten (Biozid-Verordnung) bekannt gegeben. Diese Ausnahmeregelung gestattet es Apothekerinnen und Apothekern, Händedesinfektionsmittel herzustellen und in Verkehr zu bringen.
Der gemeinsame Krisenstab des BMI und BMG empfiehlt nach seiner fünften Sitzung am 10. März 2020, die Absage aller Grossveranstaltungen mit mehr als 1.000 zu erwarteten Teilnehmern. Bei allen Veranstaltungen bis 1.000 zu erwarteten Teilnehmern soll gemeinsam mit der zuständigen Gesundheitsbehörde eine Risikoabschätzung auf Grundlage der Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI) getroffen werden.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz warnte schon 2012 vor einem Virus, das unser Gesundheitssystem zum Einsturz bringen könnte. Der Bericht der Bundesregierung liest sich so, als hätte man ziemlich genau wissen können, was da auf uns zukommt. Unter Federführung des Robert- Koch-Instituts haben Experten im Jahr 2012 durchgespielt, was in Deutschland passieren würde, wenn sich eine Seuche ausbreitet. Anscheinend hat das niemand gelesen und als Utopie abgetan.
Trotzdem war Minister Spahn der Meinung, dass es schwer vorhersagbar, wann und ob das Virus Europa erreicht und dass man sich auf dem Weltmarkt um Schutzmasken streiten würde, hat so niemand erwartet.
Aufgrund der rapiden Zunahme der Fallzahlen ausserhalb Chinas erklärte der WHO-Generaldirektor am 11. März 2020 den Ausbruch offiziell zu einer Pandemie. Bis zu diesem Zeitpunkt waren mehr als 118 000 Fälle aus 114 Ländern und insgesamt 4291 Todesfälle gemeldet worden.
Am 12. März 2020 hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Ministerpräsidenten der Länder über den aktuellen Stand der Ausbreitung des Coronavirus informiert. „In dieser Zeit ist es wichtig, dass Bund und Länder gut zusammenarbeiten“, so Spahn. Ein wichtiger Beschluss der Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder war, dass sich die Krankenhäuser in Deutschland auf den erwartbar steigenden Bedarf an Intensiv- und Beatmungskapazitäten zur Behandlung von schweren Atemwegserkrankungen durch COVID-19 konzentrieren.
Prof. Wieler (RKI) nennt in der Bundespressekonferenz die wichtigsten Säulen, um das Coronavirus in Deutschland zu bekämpfen:
Das Virus eindämmen, z.B. durch ausreichend Tests und Abstand halten,
Schutz derer, die Schutz brauchen,
Versorgungskapazitäten erhöhen.
Wir haben weltweit mit die meisten Tests in Deutschland. Diese Zahl zeigt die Stärke unseres Gesundheitssystems, verkündete Jens Spahn.
Die Bürger wurden nachdrücklich aufgefordert, durch folgende Massnahmen Verantwortung für die eigene Gesundheit und den Schutz anderer zu übernehmen:
• Häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife oder Verwendung von Desinfektionsgel
• Soziale Distanzierung (1 – 1,5 Meter Abstand zu Personen, die husten oder niesen);
• Vermeidung des Berührens von Augen, Nase und Mund;
• Bei Bedarf eine Schutzmaske tragen. Auf der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung betonte Spahn, dass medizinische Masken Ärzten und Pflegekräften vorbehalten bleiben müssten. Daneben könne das Tragen beispielsweise einer selbst genähten Stoffmaske einen Unterschied machen, um andere vor einer Infektion zu schützen.
Auf der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung betonte Spahn, dass medizinische Masken Ärzten und Pflegekräften vorbehalten bleiben müssten. Daneben könne das Tragen beispielsweise einer selbst genähten Stoffmaske einen Unterschied machen, um andere vor einer Infektion zu schützen.
• Einhaltung von Atemhygiene (Bedecken von Mund und Nase mit der Armbeuge oder einem Taschentuch, dann sofortiges Wegwerfen des benutzten Taschentuchs)
Es hört sich wie Hohn an, dass anfänglich von den westlichen Gesundheitsbehörden die Masken mehr als Gefahr, denn als Schutz angesehen wurden. können ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln, und können sogar eine Infektionsquelle sein, wenn sie nicht korrekt benutzt werden.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Centers for Disease Control (CDC) in den USA äusserten sich ähnlich, und auch viele Wissenschaftler vertraten diese Position, zum sogar Teil bis heute. Klaus-Dieter Zastrow, Professor für Hygiene an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Giessen, von 1987 bis 1995 Leiter des Fachgebiets Übertragbare Krankheiten beim Bundesgesundheitsamt und bei der Nachfolgebehörde RKI ist der Überzeugung, dass mit Masken für alle von Anfang an die Pandemie im Keim erstickt worden wäre. Es ist ein Skandal, dass sich WHO und RKI dagegengestellt haben. Stattdessen hätte die Botschaft sein müssen: „Ziehen Sie sich irgendetwas über Mund und Nase, alles ist besser als nichts.“
Bezeichnend für die irrige Meinung der WHO ist, dass sie wieder einmal für ihre Behauptungen keine schlüssigen Beweise vorlegen konnte und die RKI demütig folgte. Siehe auch Festlegung von Feinstaubgrenzwerten mit sehr fragwürdigen Evaluierungsmethoden.
Im April 2020 rückte das RKI etwas von dieser Position ab und bemerkte, dass an Orten, an denen man den Abstand nicht einhalten kann, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Supermarkt, da könnte das Tragen einer solchen Maske vermutlich dazu führen, dass man das Risiko senkt, andere anzustecken, aber es gibt keine Evidenz dafür. Bis heute schreibt das RKI, es gebe bei einfachen Mund-Nase-Bedeckungen „für einen Eigenschutz keine Hinweise“, obwohl in vielen Laborstudien die Schutzwirkung von Masken mit Haushaltsmaterialien (T-Shirts o. ä.) nachgewiesen wurde, dass immerhin 70 Prozent der Viren zurückgehalten werden und auch im Eigenschutz hielten diese Masken die Hälfte der Partikel zurück.
Aufgrund der zunehmenden Virus Infektionen wurde erste Lockdown am 16. März 2020 beschlossen und trat am 22. März 2020 in Kraft. Er war mit zahlreichen Einschränkungen im öffentlichen Leben verbunden, wie Abstandsgebot, Kontaktverboten, Reduzierung sozialer Kontakte, Schliessung von Schulen und Kita, Verbot von Grossveranstaltungen und Gottesdiensten, Einführung von Homeoffice etc. Der erste Corona-Lockdown in Deutschland endete mit den ersten Lockerungen nach sieben Wochen am 4. Mai 2020. Der Zeitraum von Januar 2020 bis Mitte Juni 2020 wird RKI als erste Corona-Welle bezeichnet.
Der Sommer 2020 verlief nach dem ersten Lockdown ohne steigende Infektionszahlen, was sich aber im Herbst änderte und die Corona Infektionen stiegen wieder rapide an. So wurde ein „Lockdown light“ ausgerufen und weiter Kontaktbeschränkungen verhängt. Dieser Plan ging schief und am 13. Dezember 2020 wurde der zweite Lockdown verkündet, der bis zum 10. Januar 2012 gelten sollte, aber mehrere Male verlängert werden musste.
Ab dem 16.Dezember mussten u. a. der Einzelhandel, die Gastronomie und Dienstleistungsbetriebe schliessen und private Zusammenkünfte wurden stark reglementiert.
Am 19. Januar 2021 wurde beschlossen, dass der Lockdown verlängert wird, und dass in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen sogenannte OP-Masken oder auch Masken der Standards FFP2, KN95 oder N95-Masken getragen werden sollen, welche eine entsprechende Zertifizierung haben müssen. Schulen und Kitas wurden erneut geschlossen und berufliche Tätigkeiten sollen überwiegend im Homeoffice erfolgen.
Ab dem 26. Januar herrschten neue Regeln zur Ein- und Ausreise in Deutschland und es wurden umfassende Testpflichten und Quarantäneregeln festgelegt. Im März wollte die Bundesregierung den Lockdown beenden, was aber aufgrund der ansteigenden Infektionszahlen nicht möglich war und so endete der zweite Corona-Lockdown, der die Dritte Welle gebrochen hat, nach fast sechs Monaten im Mai 2021.
Während des zweiten Lockdowns wurden drei Impfstoffe gegen COVID-19 in der EU zugelassen. Zuerst der Impfstoff von BionTech/Pfizer im Dezember 2020, danach folgte Anfang Januar 2021 der Impfstoff von Moderna, Ende Januar erteilte die EU-Kommission die bedingte Zulassung für den Impfstoff von AstraZeneca. Offizieller Impfstart in Deutschland war der 27. Dezember 2020. Zuerst wurden priorisierten Personengruppen geimpft, wie z. B. über 80jährige und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Jens Spahn ging mal wieder vollmundig zu Werk und sprach, dass die grösste Impfkampagne in der Geschichte Deutschlands erfolgreich angelaufen sei, das Impfen kostenlos und freiwillig ist und es keine Impfpflicht geben wird.
Die Entscheidung der Bundesregierung, dass die Beschaffung der Impfstoffe über die EU erfolgen soll, erwies sich als ein pures Desaster einer falsch interpretierten Solidarität. Wie in Brüssel die (Nicht) Beschaffung des Impfstoffs organisiert wurde, wird in die Geschichte der Gemeinschaft eingehen. Die Bürokraten der EU-Kommission, waren den Schlitzohren der Pharmamultis bei den Verhandlungen in keinster Weise gewachsen. Hinzu kam, dass Vertreter der Mitgliedsstaaten durch destruktives Zusammenwirken die Bestellungen und Bereitstellung von ausreichenden Impfstoffmengen behinderten und eigene Verträge mit den Herstellern abschlossen.
Die USA hatten vier Monate vor der EU die Verträge mit den Herstellern abgeschlossen und bis Ende März 2021 waren rund 220 Millionen Dosen der beiden Top-Covid-19-Vakzinen ausgeliefert und in der EU lediglich ein Viertel davon, obwohl in der EU viel mehr Menschen leben. Die auch von Gesundheitsminister Jens Spahn gern gemachte Behauptung, der Zeitpunkt der Bestellung habe keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Lieferung gehabt, ist ein schlechter Versuch, die eigenen Versäumnisse zu verharmlosen, zumal Deutschland in jenem Halbjahr, in dem alles vermurkst wurde, die EU-Ratspräsidentschaft innehatte.
So hatten wir viel zu wenig Impfstoff zur Verfügung und das Versprechen, dass bis zum Sommer 2021 alle Bürger in Deutschland ein Impfangebot erhalten haben werden, erledigte sich von allein. Man konnte sich von mobilen Impfteams impfen lassen oder in von den jeweiligen Bundesländern eingerichteten Impfzentren. Wenn mehr Impfstoff zur Verfügung steht, der nicht auswendig gekühlt werden muss, soll auch bei Haus- oder Fachärzten geimpft werden können.
Bei den von der EMA aktuell zugelassenen Impfstoffen von BionTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca muss zweimal, in einem Zeitraum innerhalb von knapp einem Monat, geimpft werden. Eine erste Impfung bringt eine Grundimmunisierung. Nach drei bis vier Wochen muss man erneut geimpft werden. Weitere zwei bis drei Wochen später soll der volle Schutz aufgebaut sein. Die immunisierende Wirkung soll nach Angaben von BionTech/Pfizer mindestens ein Jahr lang anhalten, was sich allerdings als Trugschluss herausstellte.
Das liegt daran, dass sich auch in Deutschland zunehmend die englische Virus-Variante B.617.2, die unter dem Namen Delta bekannt ist, verbreitet hat und dominierend ist. Diese Mutation ist wesentlich ansteckender als die Alfa Variante zu Beginn der Pandemie und beeinflusst den Verlauf der Pandemie massgeblich. Sie weist eine deutlich höhere Übertragbarkeit auf und das Auftreten von sog. Impfdurchbrüchen, wo sich auch vollständig Geimpfte infizieren und das Virus weitergeben können, ist signifikant gestiegen. Aktuell gehen Forscher davon aus, dass die Impfstoffe gegen das Coronavirus, die momentan schon zugelassen sind, auch gegenüber den veränderten Coronavirusvarianten, wie Delta wirksam ist.
Obwohl diese Virus Mutation wesentlich gefährlicher ist, haben sich bis Mitte November 2021 lediglich ca. 68 Prozent der Bundesbürger vollständig impfen lassen. Das RKI schrieb, dass mindestens 85 Prozent der Menschen zwischen zwölf und 59 Jahren und 90 Prozent der über 60-Jährigen vollständig gegen COVID-19 geimpft sein müssen, um die Corona-Lage in Deutschland kontrollieren zu können. So gesehen, sind wir noch weit davon entfernt, eine Impfquote zu erreichen, dass sich das Virus praktisch nirgends mehr verbreiten kann.
Zusätzlich gilt es noch zu bedenken, dass uns neue, noch infektiösere Mutationen aus anderen Ländern erreichen, die eine Herdenimmunität noch unwahrscheinlicher machen können.
Weiterhin wurde bekannt, dass der Impfschutz einer Corona-Impfung mit der Zeit nach lässt – nicht schlagartig, aber allmählich. Je länger die Immunisierung zurückliegt, desto höher ist das Risiko eines Impfdurchbruchs, also einer Infektion oder gar einer Covid-Erkrankung. Wie schnell der Schutz abnimmt, hängt vom verwendeten Impfstoff ab sowie vom Immunsystem des Einzelnen. Es gibt aber bislang keinen Impfstoff, bei dem keine Auffrischimpfung empfohlen wird.
Die sog. Booster-Impfung ist ein Synonym für eine Auffrischungsimpfung. Der Begriff „Booster“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „Verstärker“. Dadurch wird sichergestellt, dass der Schutz der Impfung vor einem schweren Krankheitsverlauf weiter hoch bleibt.
Im Herbst 2021 stieg die bundesweite 7 Tage-Inzidenz rasant auf bis zu 400 an und der 7-Tages-Mittelwert der bestätigten Neuinfektionen lag bei über 45.000. Weiterhin stieg auch die Hospitalisierungsinzidenz den Wert von über 8 an und die Intensivbettenbelegung in den Krankenhäusern näherten sich der Kapazitätsgrenze, sodass sogar eine möglich Triage nicht mehr ausgeschlossen werden konnte.
Das veranlasste den Bundestag und Bundesrat die Rechtslage anzupassen und ein modifizierte Infektionsschutzgesetz zu verabschieden, welches allerdings nicht verhinderte, dass die „Epidemische Lage von nationaler Tragweite“ zum 25. November 2021 ausgelaufen ist.
An ihre Stelle tritt ein Katalog von Massnahmen, der in vielen Punkten mit dem identisch ist – etwa Maskenpflicht, Abstandsgebote, Hygienekonzepte -, was bisher schon möglich war. Er enthält aber auch zusätzliche Regelungen etwa für den Arbeitsplatz oder in Verkehrsmitteln. Ausgeschlossen sind hingegen künftig flächendeckende Schliessungen und Verbote.
Bei den neuen Corona-Massnahmen spielen die Zugangsbeschränkungen 1G, 2G, 2G-Plus, 3G und 3G-Plus eine grosse Rolle. Generell gilt wieder die Homeoffice-Pflicht, 3G -Regel am Arbeitsplatz und im Nah- und Fernverkehr, Testpflicht in Risiko-Einrichtungen und die Länder haben nicht mehr ganz so viele Möglichkeiten wie mit der „epidemischen Lage“.
Die G-Regeln im Überblick:
3G bzw. 3G-Regel steht für geimpft oder genesen oder getestet.
2G bzw. 2G-Regel steht für geimpft oder genesen.
3G plus bzw. 3G+ steht für geimpft oder genesen oder PCR-getestet.
2G plus bzw. 2G+ steht für geimpft oder genesen und zusätzlich getestet.
1G oder 1G-Regel steht für getestet.
Die Bundesländer entscheiden, welche Regeln sie für die Teilnahme am öffentlichen Leben erlassen und mit Zustimmung ihrer Parlamente können die Länder auch weiterhin Kontaktbeschränkungen im öffentlichen und privaten Raum anordnen. Sie können künftig als Schutzmassnahme aber keine Reiseverbote, Ausgangssperren, flächendeckenden Geschäftsschliessungen oder ein Beherbergungsverbot mehr verfügen. Sport zu machen, darf nicht verboten werden, wohl aber einzelne Sportveranstaltungen, Schulen und Kitas sollen offengehalten werden – nur bei Corona-Ausbrüchen dürfen sie im Einzelfall geschlossen werden. Gottesdienste und Demonstrationen dürfen nicht generell untersagt werden.
Die STIKO bekräftigt ihre Empfehlung folgenden Personengruppen prioritär eine Auffrischimpfung anzubieten: Personen mit Immundefizienz, Personen im Alter von ≥ 70 Jahren, BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen sowie Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Gleichzeitig aktualisierte sie ihre COVID-19-Impfempfehlung und empfiehlt allen Personen ab 18 Jahren eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff.
Die Auffrischimpfungen soll in der Regel im Abstand von 6 Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen. Vermutlich kann es danach notwendig werden, dass jährliche Auffrischungsimpfungen, ähnlich wie es bei der Grippe-Impfung der Fall ist, erfolgen sollen.
Das alles kam jedoch zu spät, um einigermassen glimpflich durch die vierte Welle zu kommen, insbesondere auch deswegen, da sich die politisch Verantwortlichen zu einer Unzeit, sprich während des langen Wahlkampfs im Sommer, eine höchst unverantwortliche Auszeit genommen haben, um mit unpopulären Massnahmen nicht die Wahlchancen zu mindern.
Laut dem RKI könnte bei unzureichender Impfquote die wellenartige Corona-Ausbreitung laut dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI) nach der vierten Welle weitergehen und die fünfte Welle würde ins Haus stehen. Das ist dann der Fall, wenn das Verringern der Kontakte und das Impfen im Winter nicht intensiv gelingt. Es muss jetzt rasch dafür gesorgt werden, dass flächendeckend in Deutschland die Kontakte der Menschen eingeschränkt werden.“ Das RKI betont schon seit Tagen, dass grosse Feiern, Grossveranstaltungen und grosse Menschenansammlungen in Innenräumen vermieden werden müssen.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass der Impfstoff der Weg aus der Pandemie ist und die Impfaktivitäten massiv gesteigert werden müssen. Das wird, wenn man sieht, wie hartnäckig die Impfgegner ihre Positionen vertreten, nicht in dem Mass geschehen, wie es notwendig ist. Deshalb hat die Stiko deutlich gemacht, dass hohe Booster-Impfquoten erreicht werden müssen, damit die Ausbreitungsdynamik der Infektionen gebremst werden kann.
Es ist zu befürchten, dass die Beteuerungen der Politik, keinen Lockdown mehr einführen zu wollen, sich letztendlich als Alibiaussage ohne Wert erweisen wird und Mitte/Ende Dezember uns die gleichen Kontaktbeschränkungen, wie im letzten Jahr drohen können.
Unser Nachbar Österreich hat die Notbremse gezogen und einen landesweiten Lockdown für Alle vollzogen und beabsichtigt eine Impfpflicht einzuführen, die spätestens zum 1. Februar 2022 in Kraft treten soll. Inwieweit sich das verfassungsrechtlich realisieren lässt, bleibt noch abzuwarten.
In Deutschland wird diese Vorgehensweise bisher ausgeschlossen. Auf der Webseite der Bundesregierung ist hierzu folgendes zu lesen:
Die Impfung gegen das Coronavirus ist freiwillig. Die Behauptung, es werde eine Impfpflicht geben, ist falsch. Es wird jedoch eine starke Impfempfehlung ausgesprochen, um sich nicht nur selbst, sondern die Gemeinschaft zu schützen. Fragen und Antworten zur Corona-Impfung finden Sie hier.
Der Satz eine Impflicht wird es nicht geben, wurde über Nacht gestrichen und bemerkt, dass es keine Impfpflicht gibt, dies bezieht sich auf eine allgemeine Impfpflicht. Die Bundesländer halten es in Folge der 4. Welle und der beklagenswert hohen Zahlen bei Neuerkrankungen, behandlungsbedürftigen Fällen und Todesfällen für erforderlich, dass einrichtungsbezogen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie in Alten- und Pflegeheimen und bei mobilen Pflegediensten bei Kontakt zu vulnerablen Personen verpflichtet werden, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, Darum hat Bund in der Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 18. November 2021 gebeten, dies schnellstmöglich umzusetzen.
Ungeachtet dessen haben der BW MP Winfried Kretschmann zusammen mit seinem bajuwarischen Kollegen Markus Söder zusammen in der FAZ verlauten lassen: „Eine Impfpflicht ist kein Verstoss gegen die Freiheitsrechte. Vielmehr ist sie die Voraussetzung dafür, dass wir unsere Freiheit zurückgewinnen.“ Der CSU-Chef hatte sich wie auch andere Unions-Ministerpräsidenten schon vorher für eine Impfpflicht ausgesprochen, Kretschmann hatte sie bisher zumindest nicht ausgeschlossen.
Sie beklagen die geringe Impfquote und die wäre schuld, dass wieder massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis hin zu einem erneuten Lockdown möglich wären. Gründe dafür seien „Trägheit, Sorglosigkeit, Fehleinschätzungen, Verschwörungsmythen und fehlendes Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse“. Über das katastrophale Fehlverhalten der Politik wurde keine Silbe geschrieben. „Jeder kann bei uns denken, was er will. Und jeder kann so eigensinnig sein, wie er will. Doch auch hier gibt es eine Grenze, wenn die eigene Weltanschauung anderen Menschen schweren Schaden zufügt. Genau das ist in der Frage der Impfverweigerung der Fall.“
Kretschmann und Söder stellen zum Schluss die Frage, ob eine Impfpflicht die Gesellschaft spalten werde. „Nein, die Gesellschaft droht nicht daran zu zerbrechen, wenn der Staat die Dinge in die Hand nimmt und eine Impfpflicht einführt. Aber sie droht dann zu zerbrechen, wenn er die Dinge treiben ließe.“
Die FDP meint, „Eine allgemeine Impfpflicht ist ein massiver Eingriff in diverse Grundrechte. Wir Freien Demokraten halten sie daher für verfassungswidrig.“ Vom zukünftigen Kanzler ist nichts zu hören, er schickt seine Gesundheitsbazooka Lauterbach nach vorne, der sich eine Impfpflicht vorstellen könnte und bei den Grünen wagt sich lediglich Robert Habeck aus der Deckung und meint, unter bestimmten Voraussetzungen wäre er auch für eine Impfplicht.
Wie dem auch alles sei, das komplette Totalversagen der Politik ist nicht mehr aufzuhalten und durchweg alle Parteien haben sich gründlich blamiert und durch Unvermögen geglänzt. Es ist falsch durch Panikmache von den eigenen Fehlern abzulenken und gebrochenen Versprechen zu vernebeln. Das wird immer durchschaubarer und beschämender. Für die Politik und auch affinen Mainstream-Medien wird, wenn diese Taktik so weitergeführt werden sollte, die Lage mehr als brandgefährlich, da sich grosse Teile der verschreckten Gesellschaft gegen sie wenden könnten.
Diese Erkenntnis hilft uns aber nicht wirklich weiter und nicht alles ist gut, was ein scheinbar schnelles Ende der Pandemie verspricht. Mit der Impfung, mit dem Booster, mit vorsichtigem Verhalten, mit Tests und vor allem auch mit neuen Medikamenten muss ein Weg aus der schwierigen Lage gefunden werden, ohne dabei durch ein Impfobligatorium autoritär Grundrechte zu beschneiden. Dies muss man dem Bürger mit einer gemässigten Rhetorik vermitteln, und zwar ohne Moral- und Ethikkeule und ohne Verleumdung. „Geimpft, genesen, oder gestorben“ ist eine Aussage, die an Zynismus kaum überbieten ist und wer so etwas von sich gibt, müsste eigentlich sofort von der politischen Bildfläche verschwinden.
Wenn bisher die Impfstoffe nur für Erwachsene zugelassen waren, empfiehlt nun die Stiko, die von der EMA zugelassenen Impfstoffe von BionTech/Pfitzer und von Moderna für Jugendliche ab zwölf Jahren. Weiterhin sollen für Kinder von fünf bis elf Jahren im Dezember 2021 der BioNTech/Pfitzer zugelassen werden. Die Impfung für Kinder enthält ein Drittel einer Erwachsenen-Dosis und wird ebenfalls zweimal im Abstand von drei Wochen in den Oberarm verimpft. Die gesamte EU erhalte die Lieferung des Kinder-Impfstoffs am 20. Dezember, Deutschland bekomme dann 2,4 Millionen Dosen auf einen Schlag.
Die immer wieder eingeforderte Solidarität ist nicht im Grundgesetz verankert und hat speziell zu Zeiten der Pandemie das Bewusstsein geschaffen bzw. verstärkt, dass man sich nicht selbst schützen kann, wenn andere sich nicht auch schützen, egal ob reich oder besonders schlau. Die Erkenntnis der eigenen, individuellen Verwundbarkeit sollte das Grundmodell für Solidarität sein, zumindest in Ländern mit einem funktionierenden Staatswesen. Dieses ist bei uns nicht gegeben und deshalb gibt es verhältnismässig viele Bürger, welche die im Grundgesetz verankerten Freiheitsrechte als höheres Gut bewerten. Sie wollen zuerst die Freiheit zurück bzw. nicht beschnitten bekommen und dann über Solidarität reden, besonders wenn es sich um eine Angstsolidarität handelt. Kann man verstehen, muss man aber nicht wirklich.
Der Geimpfte lebt auch wie der Ungeimpfte in einer Scheinsicherheit und ist nur nach einer sach- und fachgerechten Testung weitestgehend sicher nicht infiziert zu sein. Testen schützt nicht vor der Infektion und inzwischen sind viel zu viele Geimpfte wieder ansteckend. Das Einzige, was für den Geimpften zutrifft, ist der Vorteil, dass bei einer Infektion ein milderer Verlauf erfolgt und eine Intensiv-Behandlung vermieden werden kann. Dieser Umstand könnte, zumindest meiner Auffassung nach, eine Impfpflicht als verfassungswidrig erscheinen lassen.
Wie hat die Historikerin Hannah Arendt in „Wahrheit und Lüge in der Politik“ schon 1972 geschrieben: „Niemand hat je Wahrhaftigkeit zu den politischen Tugenden gerechnet. Lügen scheint zum Handwerk nicht nur des Demagogen, sondern auch des Politikers und sogar des Staatsmannes zu gehören. Ein bemerkenswerter und beunruhigender Tatbestand.“ Zwischen den Menschen aoll eine potenzielle Freiheit und Gleichheit in der Politik bestehen. Wichtig sei es, die Perspektive des anderen einzunehmen. An politischen Vereinbarungen, Verträgen und Verfassungen sollten auf möglichst konkreten Ebenen gewillte und geeignete Personen beteiligt sein.
Im Gegensatz dazu, befinden wir uns seit Monaten in einer „stagflationären“ Entwicklungsphase der Tatsachenverdrehungen und die Politik lässt zusammen mit den Mainstream-Medien nichts unversucht, um den Level der Wahrhaftigkeit so niedrig als möglich zu halten. Man übertrifft und versteckt sich in verklausulierten und verschwurbelten Aussagen, die von einer profanen Belanglosigkeit sind, dass einem das grosse Grausen überfällt. Die Anzahl der hinkenden Vergleiche nimmt exponentiell zu, ebenso wie die Anzahl der Infizierten und Toten.
Das ist aktiver Machtmissbrauch im Wesen der Sache und stellt ein bewusstes Unterlassen dar, was einem schuldhaften Tun gleichgestellt werden müsste. So etwas hört man aber vergebens in den Medien und Talk-Shows, wo lediglich persönliche Eitelkeiten befriedigt und Schlüsse ohne Essenz gezogen werden. Es lebe die Quote.
Jetzt, wo das Kind tief im Brunnen liegt, kommt der Neu Kanzler Scholz daher und stellt fest, dass die Lage ernst ist und man einen ständigen Corona-Krisenstab benötigt, so nach dem Motto, wenn ich nicht mehr weiter weiss, dann bilde ich einen Arbeitskreis. Er hat zusammen mit den Koalitionären immer noch nicht begriffen, dass die Zeit des Redens vorbei sein und konsequentes Handeln angesagt sein muss. Auf eine generelle Impfpflicht ging er nicht ein, sondern er kolportierte, dass es gilt die Ausweitung von Regelungen zu überprüfen. Hier scheint schon die Herdenimmunität gegen Kritik eingetreten zu sein, da an ihm teflonartig alle kritische Fragen abprallen und er diese mit einer beispiellosen Floskelhaftigkeit beantwortet, die in ihrer Banalität im Prinzip eine Verhöhnung der Fragesteller darstellt und zeigt, dass er sich nach wie vor als Unschuldslamm der Nation fühlt und über dem Gesetz steht.
Unser grösster Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe würde nach dem Studieren des Koalitionsvertrags das Zauberlehrling-Zitat umformulieren in „Herr, die Not ist groß. Die ich rief, die Geister, werde ich nun spätestens in vier Jahren los.“
In der Zwischenzeit hat die in Südafrika aufgetauchte B1.1.529-Virusvariante, die sich mit ungewöhnlich viel Mutationen besonders schnell ausbreitet, Europa und Deutschland erreicht. Diese Corona-Variante erhielt den Namen Omikron und die WHO hat sie als besonders besorgniserregend eingestuft. Ersten Hochrechnungen zur Übertragbarkeit zufolge könnte Omikron deutlich leichter übertragbar sein als Delta, allerdings ist die Datenlage noch sehr gering. Ein völliges Versagen der Impfstoffe wird von Experten nicht erwartet.
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat nun vorgeschlagen, rasch mehrwöchige Kontaktsperren auch für Geimpfte zu verhängen, um die starke vierte Corona-Welle zu brechen. Außerdem müssten bis Jahresende 30 Millionen Menschen in Deutschland eine Booster-Impfung erhalten. Eine Impfpflicht, zumindest für Bedienstete im Gesundheitswesen, sei notwendig. Unser dynamischer Bundespräsident fordert die Bürger zu freiwilligen Kontaktbeschränkungen auf und sich impfen zu lassen und fast gleichzeitig waren beim Bundesliga-Fussballspiel in Köln 50.000 Besucher im Stadion und dies teilweise ohne MNS-Masken.
Es versteht sich von selbst, dass unser geschäftsführender Gesundheitsminister Jens Spahn sich daraufhin gemüssigt sah einen Ungeimpften-Lockdown für eine längere Zeitspanne anzukündigen. Er schlug vor, statt einer Impfpflicht eine Ankündigung wie diese zu machen: „Stellt Euch darauf ein, 2G, geimpft oder genesen (und zwar auffrischgeimpft dann ab einem Punkt x) gilt mindestens mal das ganze Jahr 2022.“ Kaum zu glauben, welchen verbalen Dünnpfiff ein krankes, vom Virus der potenzierten Dummheit und Unfähigkeit infiziertes, Hirn verzapfen kann. Gibt es niemand, der uns sofort von diesem unfähigen Menschen befreit?
In den letzten Monaten war und ist es wahrlich keine Freude, ein Bewohner unseres Landes zu sein, da die Politik nicht in der Lage ist, Schaden vom deutschen Volk abzuhalten. Ob die Verschiebung der Machtarchitektur im Land für den Bürger die dringend notwendige Situationsverbesserungen bewirken, welche das Leben erträglicher machen, dürfte leider mehr als fraglich sein.
Die momentane Wahl zwischen Impfpflicht bzw. Impfzwang, Dauerdiskriminierung der Ungeimpften und demnächst auch bei dem nicht geboosterten Bevölkerungsteils, stellt für mich eine Wahl zwischen Pest und Cholera dar und zeigt, wie ethisch kaputt und politisch verkommen diese sogenannte Demokratie ist, deren Hilf- und Kopflosigkeit unsere Zivilgesellschaft spaltet und letztendlich auch zerstören wird.
Bezeichnend für das momentan herrschende Tohuwabohu der Unfähigkeit ist die Äusserung von Olaf Scholz auf dem Juso-Bundeskongress, dass „es um eine Gesamtleistung, die diese Regierung zustande bringen muss, geht“ und „es ist nicht wichtig, wer welches Ressort hat. Ich habe gar keins.“ Wichtig sei, dass alle ihre Arbeit richtig machten – „die Annalena, der Robert, der Christian“. Inkompetenz hat einen Namen und so wird aus den suggerierten Aufbruch ein Abbruch werden.
In Zeiten höchster Not, haben dieser designierte Schmalspur-Kanzler und seine Sozen nichts anderes zu tun als Hinterzimmer- und Proporzpolitik zu betreiben und wollen immer noch keinen Gesundheitsminister benennen, der für künftige Entscheidungen zur Pandemiebewältigung dringend benötigt würde und bereits bei den Krisenstabssitzungen mit dabei sein müsste. Welcher von der Vernunft gesteuerte Bürger soll das noch verstehen?
Wie bemerkte einst William Shakespeare im Hamlet so schön: „Ist’s Wahnsinn auch, so hat es doch Methode“.
Nachdem das abgeänderte Infektionsschutzgesetz vom Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde, welches den künftigen Eckpfeiler für die Corona-Ordnung darstellen soll und die epidemische Notlage als beendet erklärte, war man seitens der Ampel-Koalition der Meinung, dass nun alle Länder ein ausreichendes Instrumentarium für die Erteilung der zu verhängenden, notwendigen Massnahmen hätten. Weiterhin wollte man abwarten, bis das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Bundesnotbremse vorläge.
Mehr als 8000 Antragsteller hatten sich, unter anderem gegen die Grundrechtseingriffe, gegen nächtliche Ausgangssperren, gegen Kontaktbeschränkungen und gegen Schulschliessungen, gewehrt und Klage eingereicht.
Die Bundesregierung konnte sich auf Bundesverfassungsgericht verlassen und dieses hat in einer recht undifferenzierten Art alle strittigen Corona-Beschlüsse zur Bundesnotbremse einfach durchgewunken und es fand keine echte Auseinandersetzung mit den Argumenten der Antragsteller statt. Wohl denen, die sich auf solche Gerichte verlassen können und die sich wundern, dass Bürger existieren, welche dieses Urteil nicht gutheissen.
Der Urteilsspruch hatte zur Folge, dass nun seitens der Länder auf eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) gepocht wurde, bei der strikte, verbindliche Corona-Massnahmen ergriffen werden sollen, die das Brechen der sogenannten „vierten Welle“ ermöglicht, um das Kollabieren des Gesundheitssystems zu vermeiden.
Die MPK hat das beschlossen, was allgemein erwartet wurde, inklusive Nachbesserungen beim Infektionsschutzgesetz bezüglich erweiterte Lockdownregelungen. Bundesweit wurden die Ausweitung der 2 G-Regel für Geschäfte und den Einzelhandel sowie Kultur- und Freizeitveranstaltungen beschlossen, ausgenommen sind die Geschäfte des täglichen Bedarfs. Je nach Inzidenz-Situation können Länder auch 2 G-Plus-Regelungen erlassen.
Es gibt weiterführende Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, Beschränkungen der Teilnehmerzahl für Sportveranstaltungen, Schliessungen von Bars, Diskotheken und Clubs bei einer Inzidenz von über 350, was auch ein Kriterium für private Feiern darstellt, wo dann die Kontakte entsprechend reduziert werden müssen. Weiterhin gilt eine generelle Maskenpflicht in den Schulen und es soll der Impfstatus auslaufen, wenn nicht rechtzeitig eine Auffrischimpfung erfolgt.
Es soll eine Impfung für alle bis Weihnachten ermöglicht werden, was aber an logistischen Problemen scheitern wird, ungeachtet dessen, dass künftig auch Zahnärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte Impfungen gegen das Virus vornehmen dürfen.
Am 31. Dezember und 1. Januar wird bundesweit ein An- und Versammlungsverbot umgesetzt. Darüber hinaus gilt ein Feuerwerksverbot auf durch die Kommunen zu definierenden publikumsträchtigen Plätzen. Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester wird in diesem Jahr generell verboten. Es sollen strengere Kontrollen der erlassenen Regelungen erfolgen und Lockdown-Maßnahmen sollen im Infektionsschutzgesetz ergänzt werden.
Die berufsbezogene Impfpflicht für Beschäftigte in Altenpflegeeinrichtungen und Krankenhäusern soll bis zum Jahresende kommen und über eine allgemeine Impfpflicht soll zeitnah der Bundestag entscheiden, die ab Februar 2022 in Kraft treten könnte. Für diesen puren Akt der Verzweiflung soll der Ethikrat eine Empfehlung erarbeiten.
Ein Expertengremium wird im Bundeskanzleramt etabliert, das einmal pro Woche tagen soll und zusätzlich wird ein Bund-Länder-Krisenstab eingerichtet, der sich um Impfstofflieferung und -verteilung kümmern soll.
Vermutlich wird das aber alles nicht ausreichend sein, um die vierte Welle zu brechen, da diese Massnahmen wesentlich früher hätten ergriffen werden müssen, so wie es in anderen Ländern der Fall war und die jetzt weniger Probleme haben. Bestes Beispiel ist Israel, wo jeder zweite Bürger geboostert ist und bei uns nur jeder zehnte.
Die Politik und auch die Medien müssen aufhören, auszugrenzen und abzugrenzen sowie sich in permanenten Schuldzuweisungen und Aussitzorgien zu übertreffen, welche zum Ziel haben die Verantwortung zu verlagern und als Alibi für nicht eingelöste Versprechen dienen sollen. Das Pingpongspiel zwischen Politik, Wissenschaft, NGOs und Medien muss ein Ende haben, ebenso wie die Diskriminierung des Erfahrungswissens der Nicht-Gelehrten, was eine Herabwürdigung des menschlichen Urteilvermögens zugunsten von weltfremden „Expertenwissen“ bedeutet.
Es ist eine Schande, wenn der Ex-Bundespräsident Gauck in einer TV-Show bemerkt, dass Ungeimpfte einfach nur „Bekloppte“ sind. Da muss man sich wirklich fragen, wer wirklich bekloppt und mit ausreichend Dummheit behaftet ist.
Ein Lockdown für alle würde einer Bankrotterklärung der politischen Klasse gleichkommen und die Geimpften den Ungeimpften gleichstellen. Wer die Impfung als Ausweg aus der Pandemie verspricht und einen generellen Lockdown befürwortet, würde Verrat an denen, die Solidarität mit Doppel- und Dreifachimpfung gezeigt haben, begehen, ihre Gemeinwohlbemühungen mit den Füssen treten und den weit verbreiteten Negativismus befeuern.
Hier wird die kollektivistische Ethik (Allgemeinwohl) vor die individualistische Ethik (Egoismus) gestellt und das Recht auf die Verfügung über den eigenen Körper, Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und Eigentumsrechte ad absurdum geführt. Kollektiver Gruppendruck wird über die medizinische Notwendigkeit gestellt und ein Populationsdruck erzeugt, wie es bei den Lemmingen der Fall ist, welche die Suche nach neuen Lebensräumen nicht überleben und kollektiv über die Klippen springen.
Es wird mit diesen unausgegorenen Entscheidungen der Eindruck erweckt, dass sich die Politik insgeheim für eine Durchseuchung entschieden hat und krampfhaft versucht wird, mit ihren wankelmütigen und inkonsequenten Abhilferegelungen, dies zu vertuschen.
Diese Zick-Zack-Attitüde könnte für kommende, gesamtstaatbetreffende Abwägungen und Entscheidungen ein Knock-Out-Kriterium darstellen, da ein Grossteil der Bürgerschaft nicht mehr an die Verlässlichkeit der politischen Massnahmen glauben wird. Die Corona-Politik als Treibstoff für eine quasi-Rebellion zu missbrauchen, damit die Angst überwiegt, ist zum Scheitern verurteilt und beschleunigt den Zerfall der Gesellschaft. Sie wird in dem Glauben bestärkt, dass am Ende doch alles anders kommen wird und man die Fehleinschätzungen der Politik ausbaden und die Zeche bezahlen muss.
Nur umzusteuern, bevor alles kollabiert, reicht einfach in einer gut funktionierenden Demokratie nicht aus. Den entstandenen Vertrauensverlust haben alle politischen Kräfte gleichermassen zu verantworten, weil sie es einfach nicht als notwendig angesehen haben, während der langen Wahlkampfphase die Weichen für ein weniger leidvolles Jahresende zu stellen.
Dem ist für den Moment nichts weiter hinzuzufügen und es heisst abwarten und auch zu hoffen, dass die neue Corona-Pille Molnupiravir, die ja angeblich noch im Dezember verfügbar sein soll, weil sie antiviral wirkt und vor schweren Covid-19-Verläufen schützen soll, eine wirkliche Verbesserung bewirkt. Das gleiche gilt für den proteinbasierten Totimpfstoff Novavax, auf den ja viele der Impfverweigerer warten.
Deutschland in ein dunkles Land der Ungeimpften und in ein helles Land der Geimpften zu teilen, wäre der Super-Gau schlechthin und wer dies in seiner DNA hat, sollte sich schnellstens aus der Politik verabschieden und ist im Kern nicht viel besser als die wirklich bekloppten und kriminellen Hardcore- Querdenker. Wenn der grosse Vorsitzende kollektive Vernunft verordnet bzw. diese erzwingt, ist es dann nicht mehr weit „Zum-Ruhe-in-Frieden“ Rechtsstaat.
Nach der Impfung ist vor der Impfung. Es stellt sich, zumindest für den Moment nur die Frage, welcher zeitliche Abstand zwischen den Impfungen vertretbar ist, das ist noch nicht schlussendlich geklärt, Zeitpunkte zwischen 6 und 9 Monaten sind in der Diskussion und bedürfen eigentlich einer Abklärung mit der EU. Dementsprechend müsste dann die Gültigkeit der digitalen COVID-Zertifikate der EU angepasst werden. Deutschland will bis zum Ende des Jahres 2021 eine Regel festlegen, die hoffentlich dann auch international anerkannt wird und keinen Nebenkriegsschauplatz des Zertifikatsverfalls eröffnet.
Fortsetzung folgt, hoffentlich bald mit besseren Perspektiven.
Bleibt gesund, aber vor allem bei Verstand in den Zeiten des zunehmenden, heuchlerisch kollektiven Irrsinns
Werner Deck ein besorgter Bürger
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